Terbu.
Terburg. igZ?
ein gefülltes Glas hebt (I'komms 60 bonue bn-meur rubrizirk), 4°. gestochen.
Terbu, s. unten Therbu.
* Terburg (Gerhard),. Derselbe stammteaus einer alten und geschätzten Familie. SeinVater war selbst ein geschickter Mann, der meh-rere Jahre zu Rom studirt hatte; sein zweyterLehrer ein uns unbekannter Meister von Harlcm.Schon damals waren seine Arbeiten geschätzt.Dann ging er auf Reisen nach Deutschland undItalien . Die Kunstwerke in Rom schienen ihnnicht sehr angezogen, und weder seinen Geschmackim Zeichnen, noch seine Compofitionsweise geän-dert zu haben. Ihm genügte, daß das Seinigeso sehr gesucht wurde, daß er schon 164s. aufdem Friedenscongresse zu Münster mit einem ge-wissen Glanz erscheinen konnte. Hier ließ zuerstder Spanische Graf von Pigoranda, dann einGesandter nach dem andern sich von ihm schil-dern. Dann vermocht' ihn der erstere, ihm nachSpanien zu folgen, wo er vollends sein Glück,nicht nur bey dem Monarchen, der ihn zum Rit-ter schuf, sondern überhaupt bey Hofe, vornehm-lich aber bey den — Damen machte, denen ernicht bloß durch seine Kunst, sondern auch durchseine Figur und angenehme Sitten so wohl gefiel,daß er (wie es heißt) um unangenehmen Folgender Spanischen Eifersucht auszuweichen, plötzlichMadrid verließ, und nach London ging, wo erebenfalls mit theuer bezahlter Arbeit überhäuftwurde. Alsdann in Frankreich nicht minder, vonwo er endlich nach Holland zurückkehrte, zu De-venker eine seiner Decwandtinen heurathere, undsich dort hauöhablich niederließ , daselbst (?Z. I.alt) kinderlos starb, und seinen Erben ein mitVorsicht benutztes schönes Vermögen hinterließ *).Sein Kunstcharakter findet sich schon im Lex.ganz richtig bezeichnet. Seine Bildnisse sind durchganz Europa zerstreut; seine Gattungs-Bilder,so wie der Douw's und Mieris, alle aus demPrivatleben ; nicht bald Eines, wo er nicht weis-scn Atlas angebracht hätte. Descainps neyntvon ihm, was sich zu seiner Zeit (1762.) zuParis in den Kabinetten de Dence, Julienne,Voyer, de la Bouexiere, Blondel de Gagny undGaignat; in Holland bey den HH. van Slin-gelandt zu Dort, Fagel, Lormier, Braamkayipzu Amsterdam , Leander, Bisschop zu Rotterdam ,11. s. f. befand. (Sonderbar! Mehrmals wie-derholt Offiziere, wo eiu Trompeter Depeschenoder — Liebesbriefe bringt, oder auf dergleichenwartet). Sein Hauptbild inbessen ist bekanntlichdas Gesellschaftsbild der Congreßgesandten zuMünster , wo er selbst unter pen Zuschauern er-scheint , und das er nie unter 6000. st. erlassenwollte. Hsubrake» sah es noch in der Handdes Renten-Einnehmers Terburg zu Deventer .Von zwey Bildern, die sich von Terburg imFranzösischen Museum befinden, giebt Lands»in seinen et Isblesux äs Oenre (l.
Xo. so. et 4 /-) winzige Abbildungen, nebst Be-schreibung und Urtheil. Das eine stellt einensitzenden Kavalier mit der Guitarre, vor ihm einestehnde jüngere Dame vor, die vom Blatte singt.Die Figuren sind nicht so schön, wie man siesonst bey diesem Meister antrifft; dafür das Co-lorit harmonisch, und die Ausführung bis aufskleinste Detail äußerst besorgt. (In i 8 o 5 . standdies Bild in der Gallerie des Senat Conserva-teur). Das zweyte ein alter plumper Militair,im Eostum des XVII. Jahrh., der einer jungenFrau, die an einem mit reicher Tapete bedecktenTische (Früchte darauf) fitzt, Goldstücke anbietet,die sie nicht zu verschmähen scheint. CorrckteZeichnung und wunderrichtiger Ausdruck gebendieser Kunstjuwele einen vorzüglichen Werth. DerGrund (wohl vom durchscheinenden Tuche) einwenig roth. Noch wird im Tübing. Msr-
enbl. 1807. S. 1046. ein Bildniß von Ter-ury (so. Terburg) des Prinzen Moritz von Nassau zu den Französischen Kunsteroberungengezählt. In Deutschland dann finden sich vonihm in der Gallerte zu Wien 2., zu Lsskünchen2. **), zu Dresden 2., zu Sansssucy i. merk-würdiges : Die Verschwörung des Grafen Horn,der im Brette spielt (ehemals im Kabinet desH. de l'Ormie im Haag), voll Wahrheit; Salz-thalunr besaß einst (vielleicht jetzt wieder) das histo-rirte Bildniß eines Grafen von Nassau, undeine musikalische Gesellschaft vor einem Garten(Personen des damaligen Königl. Engl . Hauses);poininersfelden 3 ., und die Gallerie im SS-der I. das nicht zu den beßten gehört. Düs seldorf besaß noch zu Descainps Zeiten (daswohl seltene von dem Unsrigen) eine Geburt un-sers Herrn. — Von Terburg's Handzeichnungenmit Bleystift auf Pergament fanden sich im Ka-binett des 1809. verstorbenen Französischen Künst-lers I. A. de Silvestre. Gestochen nach ihmkennt man, vörderst von Bildnissen: Das be-rühmte , in guten Drücken sehr seltene und theureBlatt des Münsterschen Congresses (über 69, Bild-nisse nach dem Leben) von Suyderhof; Wilhelm II.Prinz von Oranien, zu Pferde, und ein anony-mer Gelehrter vor einem Tische, worauf einBuch und ein Globus, beyde von G. Baillö;die Verheirathung des Königes Gustavs vonSchweden mit Hedwig Eleonore (ohne Terburg«Name») von einem Ungenannten. Dann dieBrustbilder von St. Johann und Et. Paul aufEinem Blatt, von G. A- Wolfgang geschabt,wo der Maler irrig Sarburch heißt. Alles übrigeGattungsblätttr von H. Bary, F. Basan s.,Beauvarlec, Ehevillet 2., I. de Colle, B. I'Epi-cie, R. Gaillard, B. L- Henriqucz, P. Holstein 7.,F. Lucas, Th. Marham, V. M. Picot, Ploosvan Amstel, P. Pontius, N. Pruneau, Ravenet,Romanet, P. Schenk, van Somer 2., Suyder-hoef, W. Vaillant ä., G. Valk, E. Vereist,Weisbrod, I. G. Wille s., R. Williams. Vondiesen nennen die Kataloge von iVüikler undBrandes als schöne Blatter: Die Dame imFederhut (selten) von Bary; In 8unce portee etrenäue, von Ehevillet; In 8c>uhisu8e bollan-äoiss von Gaillard, die Dauernbalgerei (Laug«is eoutesu) von Suyderhoef, selteu; la 6s-,settiere liollanrioise und Instruction paternellsvon Wille (letzteres besonders schön). — Der Bube,der seinem Hunde lauset, von Vereist (das Urbildgegenwärtig in München ). Das (anonyme) Bild-nis' unsers Künstlers hat M. Sweerts (vielleichtSchonvaerts oder Suerts) gemalt und gestochen,worinn sich letzterer Dgues nennt; Terburghält in der Rechten den Pinsel, in der Linkendie Palette. Zu dem Neuesten und Beßten nachihm gehören die beyden schon oben, nach Lan-ds«, erwähnte» Bilder im Museum Napoleon ,und für das Prachtwerk gleichen Namens gesto-chen ; nämlich der Musikunterricht, nach Mar-chais Zeichnung, von Morell und la Vallce ge-meinschaftlich (Lab V.) und der alte Mars, derdie junge Schöne bestechen möchte, nach Touze'sZeichnung, von P. Audoin (Lab. II), und nochein drittes (wahrscheinlich neuere Kunsteroberung),ebenfalls ein Offizier bey einer jungen Damesitzend, nach Gianni'ö Zeichnung, wieder vonAudoin (Lab. II). Ob die Lautenspiclerin nachihm, im VI. Hefte von .filbol N^>. 386 ., alsoebenfalls ein Bild des Franz. Museum's, etwasAnderes, als jener Musikunterricht sey (wo frey-lich der Kavalier spielt), ist uns unbekannt. End-lich findet sich in den'latileanx etc. sie Ilorencepur VVilcar (Euü. XXIV.) nach ihm: Is lemmsqulboit. Eine Handzeichnung von ihm: MännlichesBrustbild im Hute, besaß noch 1810. der Erbedes Kunstdilettanten, Paignon Dijonval, zu Pa ris . S. auch unten Toornenburg.
") So Descamps. Das Lcr. giebt ihm eine, selbst Kunst übende Tochter.
*») Der H. vsn Männlich sagt von unserm Künster: »Seine Komposition ist natürlich, einfach und ange-nehm; und" (dieß gegen das gewöhnliche Urtheil) »seine Zeichnung gewöhnlich richtig, manchmal rein".
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