Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
1841
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Tescher.

der Ritter lMassimo Stanzioni will in seinenwohl überlegten und vollkommenen Arbeiten nochganz die Prinzipien der erloschenen Schule desZingaro wahrnehmen. Noch findet man von ihmzu Neapel einige Ueberbleibsel seiner al Fresco'sim Kapitelszimmer von St. Maria la nuova, undhinter dem Hauptaltar von St. Loren; ein Bild,welches die Madonna mit verschiedenen HH. dar-stellt. Auch in der Kirche von Monte Verginewird von ihm ein St. Eustachius , mit 1494.,und ebendaselbst noch ein anderes Bild dieses Hei-ligen, mit r 5 or. datirt, aufbewahrt. FiorilloII. 766.

Tescher ( ). So heißt bey Horneck S.

Z94. ohne Weiteres ein Maler von Nürnberg ,der (wann?) zu Livorno gearbeitet habe.

* Te sch l er (Johann). Dieser Bildhauer hatteauch Italien besucht. Er st. nach G46. ^c.

Teschner, s. oben Taeschner.

Teseo oder Tesio (Ludwig), letzterer istsein richtigerer Name; ein wackerer PiemontischerKünstler von Turin . Ob er seinen ersten Unter-richt von Beaumont, oder einem andern seinerMitlandleuthe erhalten, ist ungewiß. Alsdanngicng er nach Rom , und wurde einer der gutenSchüler von Mengs. Von seinen frühern Ver-suchen steht man wackere Proben in dem König-lichen Lustorte Moncalieri . Zu Rom dann zeich-nete er um 1/55. die Naphaelischen Bilder imVatikan , so wie solche I. Volpato auf den be-kannten großen Blättern^ gestochen hat. LanziLci. ters. V. 3 go.

Teserin ( ). Von einem solchen kennt

man: Handgriffe der Rriegsbaukunst. 12°.Zug 682. Scheibe!'« Ein!. z. mathem.Lucherk. I. 697.

* Tesi (Maurns). Auf seinem Grabmale liest

Man: T'eLi, eleZantice vetsris in pin-

^enclo ornutu et arckitectura restitutori; undLanzi (Lll. terrc.) V. 216. glaubt, daß ihm die-ses Lob gebühre. Daß er seine Kunstgattung zueinem nüchternern Styl zurückführte, sagt schondas Lexikon. Zu seiner Geschmacks - und gelehrtenAusbildung trug der Graf Algarotti nicht wenigbey, der ihn wie seinen Sohn liebte, mit sichauf Reisen nahm, und ihn über die Schönheitendes Alterthums das Wissenswürdigste bemerkenließ. Hinwieder ehrte der Jüngling den Grafenwie ftincn Vater, und besorgte ihn in den Ba-dern zu Pisa so unermüdet, daß er dort selbstvon der Schwindsucht befallen wurde, und zweyJahre nachher in der Blüthe seiner Tage zu Bo­ logna dahin starb. Dort sieht man von ihm Ver-schiedenes ; besonders aber die Gallerie des -Mar-chese Jac. Zambeccari, mit Marmorn, Kameenund Figuren von großem Relief sehr gut undfleißig ausgemalt. Dann zu St. Spirito in Pi-stoja, und zu Florenz in einem Saale des Mar-chese Gerini. Zwey Bilder von ihm besaß Al-garotki, nach seiner, des Grafen, eigenen Erfin-dung. Eines, welches er selbst (Lh. VI. seinerWerke, S. 92.) beschreibt, und Lanzi bey dessenErden zu Venedig sah, stellt einen Serapis-Tem-pel, mit ägyptischen Basreliefs, Pyramiden u. s. w.dar, und würde das schönste Kabinet zieren; Zu-charelli hatte dasselbe mit Figuren staffirt; beyandern leistete ihm Tiepolo den nämlichen Dienst.An demselben Orte sieht man mehrere Blättervon ihm, besonders aber das ganze Studiumseiner architektonischen Zeichnungen,ein" (sagterwähnter Schriftsteller)fast überreiches Kunst-gcräth für ein so, kurzes Leben". Noch aus-

Tessard. 1341

führlicher über ihn, ist Fiorillo II. 698-701.Vörderst nennt er dessen Geburtsort Montalblancim Modenesischen Gebirge. Dann erzählt er nachAlgarotti , nach einem Briefe desselben an Te-manza, die Geschichte seiner Bildung, und rühmtsein Glück, welches, statt demselben einen Lehr-meister von verdorbener neuerer Art und Kunst zugeben, ihn die Fußstapfen älterer berühmter Vor-bilder, der Vignola, Mitelli, Colonna, und vor-züglich des Dcntone betreten ließ. Dann rühmtder Graf namentlich seine Masken, die geistrei-chen kleinen Figuren, u. s. f. Ferner seine mei-sterhaften , mit »gemeinem Feuer gefertigten Etz-arbciten, vornehmlich eine Sammlung von Vasenaus Algarotti's Kabinette. Als seine erste Arbeit,welche ihm einen bedeutenden Ruf erworben,nennt er die bezaubernd schönen Arabesken aneiner Thüre für die Familie Savini, und für seinVorzüglichstes die Arbeiten in der Kapelle derFantuzzi in der Kirche St. Martin (?). Anderenennen seine Anordnungen mehrerer Trauergerüstezu Florenz und Bologna , wie z. B. in letztererStadt das merkwürdige der Madonna del Ba-racano. Sein mehrgcuannter Gönner, der anfast zahllosen Stellen seiner Schriften von diesemseinem Lieblinge spricht, legierte ihm 6000. Scudi,und setzte überdies eine Summe von 2000. andernaus, womit ihm Mauro ei» Denkmal in Pisa errichten möchte. Späterhin verlangte Friedrich II.,daß letzteres auf seine Unkosten geschehen sollte,und gab ebenfalls Tesi den Auftrag dazu, deraber durch den Tod von der Vollendung desselbenabgehalten wurde, welche späterhin durch CarlBianconi bewerkstelligt wurde *). Von seinenEtzarbeiten nennt Fiorillo, neben den schon an-führten Vasen, ein Bildniß des Grafen Alga-rotti**), und eine -Münze von Syrakus , welcheder Prior Bianci durch eine gelehrte Abhandlungerläutert hat. Anderwcrts finden wir noch vonihm angeführt: Neben der Folge der Algarotti -schen Vasen , eine zweyte, wahrscheinlich frühere,nach St. della Bella (den er sich wohl auch zumMuster im Etzen nahm), das Leichengerüst vonKaiser Franz I. und noch ein anderes Blatt von1765. Auf den Vasen von Algarotti bezeichneter sich nur mit: Maurino; andcremale mit einemverschlungenen ÜI. n. Das Titelkupfer zu Al­ garotti's Werken, mit den drey Grazien u. s. f.soll man mit Abänderungen kennen.

Tesi (Theresia) , eine Italienische Künst-lerin, wahrscheinlich von Modena oder Bologna gebürtig, Schülerin oder Mitglied der Clementi-schen Akademie, und welche zu denjenigen gehört,die in den letzten Jahrzehnten des XVIII. Jahrh,schöne Produkte in der Encaustick geliefert halten.Fiorillo LI. Schr. II. 177.

* Tesier, s. Testier.

* Tesnier. So werden bisweilen die Künst-ler Teniers verschrieben.

Tesori, s. unten Tresors.

Tessala (Anna), eine geschickte Malerin undBildfchnitzerin zu Alcmaer in Nord-Holland ; wirdvon Barlaus in seinen Briefen angeführt.

Tessards ). Nach den Zeichnungen einessolchen sollen 10. der vorzüglichsten Gebäude vonParis , in so viel bunt abgedruckten Kupferblät-tern vorhanden seyn; als: Das Palais Royal ,der Saal der Korn-Halle, das Palais Luxem­ burg , das italiänische Theater, das Münzhaus,u. s. f. Uebrigens vermuthen wir, aus Mangel

*) Zu bedauern ist, daß man nicht eigentlich weiß, was eigentlich von Gedanke und Ausführung dem unsrrgengebührt; wabrscheinlich das schöne Architektonische. Die Statue der Minerva auf dem Sarkophage wenig-stens hatte Bianconi inodellirt. Man sehe das geschmackvolle Blatt von Volpato.

«») Mehl dasjenige, geistvoll, in des deutschen Schmidts, oder auch im Geschmacke des eben erwähnten Blatt-von Volpato geätzt, im Profil, ohne Namen.

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