Band 
Zweyter Theil [4].
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1842
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»342 Tessard.

der eigenen Ansicht, daß Tessard ein verschrie-bener Name für Testard seyn dürfte.

Tessard( ). Ein solcher (ob mit demgleich Vorstehnden der nämliche? ist uns unbe-kannt) erscheint im Almanach 6e Eommercsi8ii. unter den damals zu Paris lebenden Ku-pferstechern und Kunsiverlegern von ältern gutenfranzösischen Blättern.

Teßari ( ). So hieß um 1806. ein Kunst-

und Kupferstichhändler zu Augsburg , dessen Ver-lag ziemlich ansehnlich war.

Tessaro (P. F-)- Zwey vor uns liegende Pro-spekte von Bern , in Aaberli's Manier qu. Fol.radirt und kolorirt (Vus contro le Li^nal etc.,diese mit 1792. datirt; und: Vue xrise 6s I»tera-rss etc.) sind bezeichnet .2. ^/r. kecit, undZ'. R Aus dieser mangelhaften Be-

zeichnung laßt sich nicht bestimmen, auf welcheWeise eigentlich Letzterer Hand anlegte.

Tessart, s. oben Tassaert.

* Teßier ( ). Derselbe hieß Ludwig,

und war wesentlich nicht Kupferstecher wie dasLexik, besagt, sondern Blumenmaler und Zeichnervon Frankreich . Er lebte zu Paris , und wardort 1716 (n. I>. 172).) geboren. Wir kennen unge-fähr 80. Blatter mit Blumen, die verschiedeneKupferstecher (Demarkeau der ältere, Cbevillet,Avril) unter verschiedenen Titeln Heftweise nachseinen Zeichnungen in Kupfer gebracht haben.Auf einigen dieser Blätter ist sein Name fälsch-lich "I'lssier geschrieben. Indessen soll hinwiederauch Er, nachBesnard u. s. f. für den Unterrichtgeetzt haben. 6ault 6s 8t. 6ermain. Eine Aqua-rell-Zeichnung von ihm (zwey Blumensträuße) be-saß noch 1810. der Erbe dcs Kunstdilettanten Paig-non-Dijonval zu Paris .

oder Tester ( ). Irgendwo

finden wir ein in Farben gedrucktes Blatt ange-führt, was bezeichnet wäre: T'erw,- 6el. 6u^ot sc.und (so heißt es ohne wciters) die heldenmürhigeHandlung darstellte, welche den Preiß der Aka-demie von Amiens 1786. verdient habe(?).

-- ( ). Ein solcher erscheint auch

IM Almanach 6e Eommercs r8ri. ganz ohneWeiteres, unter den damals zu Paris lebende»Kupferstechern.

* Tessin (Carl Gustav, Graf von), dessenim Le.r., ohne Taufnamcn, unter dem Art. sei-nes ff. Vaters Erwähnung geschieht, f. gleichunten.

? (Nicodemus). In mchrern der

neuesten deutschen biographischen Werken, diewir vor uns haben, wird, stets den Jahreszah-len nach verschieden von dem Lexik. das Lebenvon ihm und seinem Sohne kürzlich folgender-maßen beschrieben. vJicodeinus, der wegen be-sondrer Kenntnisse der Mathematik, vorzüglichder Baukunst, von Carl XI. zum Generalinten-dant des Bauwesens und zum Freyherr», unddann von CarlXll. zum Grafen ernannt wurde,si. 1728. und hinterließ ein großes Vermögen sei-nem Sohne Tarl Gustav. Dieser, einer derberühmtesten Schwedischen Reichs-Räthe und eingroßer Staatsmann, wurde 169). geb., setztebey Gesandtschaften und sonst im Dienste desStaates sein Erbtheil zu, und si. r77o. in dürf-tigen Umstanden, aber dafür reich an wahrerEhre und Ruhm. Wir kennen noch vom Vater4. numerirle Blatter in kl. Fol. (Schaugcrüste inPyramidalform mit Allegorien, Devisen und In-schriften) von 169z. bezeichnet: X. Ickb. Laro cie8up"!>. ^süistciorum 8^.

8usciae Urssfsctug 6elin.; ?. Is pautrs 8c.Auf Tarl Gustav hat man (wie uns der Lcng-nich'sche Münzkatal. belehrt) eine schöne Me-daille von Hedlinger (Rev. 0on8ciu8 recti),und eben auch von ihm einen schönen Jetten

Testa.

(Rev- Oc>N8tanter öc mncere); dann noch zweyandre Jettons (Rev. 5 . Ocr . 1761.; Rev- ^rc-tc>8 ubique 8C0PU3). Dieser, der Sohn, wen-dete ebenfalls Alles an, um die schönen Künstein Schweden zur Blüthe zu bringen, und stiftetedaher in 175z.. die Akademie der Künste zu Stock­ holm . Oatieau Tableau Asnsral 6e In 8ue6sII. - 47 - Der Name Teßin findet sich oben ingegenwärtigen Supplementen, nach einer man-gelhaften Notiz, verschrieben, als Dessein.

Testa (Angelds). So heißt der Almanachaus Rom r8io. S. 276. einen damals dort le-benden italiänischen Kupferstecher.

* (Johann Cäsar), der Knpferetzer,

welcher im Lex. am Schlüsse des Art. seines Bru-ders oder Oheims, des nachfolgenden P. Testa,erscheint. Der schreckliche Basan (b)6. 8ec.) setztseine Geburt in Mo- zu Rom an, mittlerweileer nach pascoli, freylich jung, aber doch wohlüberi5. I. alt (r6hh.) dorr verstorben war.Derselbe etzte ganz im Geschmacke von Peter.Sein Blatt nach Domcnichino, in einer maleri-schen Manier, ist dasselbe, was freylich später-hin I. Frey noch weit trefflicher geliefert hat.Das seinige wurde einem andern Tod des St.Hieronymus nach Aug. Carracci entgegengesetzt,welches Lanfcanco aus Neid durch Perrino ferti-gen ließ, um Zampieri indircct eines Plagiats znbeschuldigen, wovon uns ebenfalls iudirect, dieUnterschrift des Blatts von Testa belehret. Danngab der unsrige nach seinem Bruder oder OheimPeter, nebst desselben Bildniß, allerley Allegori-sches; hauptsächlich aber von Geschichtlichem:Einen todten Christ, von Engeln beweint; eineMadonna mit dem Kinde, daü der Schlangeden Kopf zertrittet; den Tod der Dido, den Cen-tauren Chiron, der den Achill die Leyer spielenund den Wurfspieß werfen lehrt; endlich Bastli-des, der den Sieg des Kaisers Titus weissagt,nach dem Bilde in St. Martins a Montc inRom , u. s. f. Einige Handzeichnungcn von ihmbesaß noch 180g. der Französ. Künstler I. A. deSilvestre.

(Julius). So wird kurzweg irgend-

wo ein Künstler genannt.

* (Peter), Lucchesmo genannt.

Nach Lanzi I. 261. geb. 1017. und gest. ikh».(a. li. 5 i.X Wie nncrmüdet er die Antiken studirthabe, ist bekannt. Eines Tags traf ihn Sandrarr,der damals in Rom war, unter Ruinen sitzend,wo er ein Basrelief zeichnete, und fand ihn inso schlechter Kleidung, daß er Mitleid mit ihmhatte, ihn mit sich nach Haus nahm, und vonKopf bis auf den Fuß neu kleidete. Dann ge-brauchte er ihn zu Zeichnungen, und empfahl ihnauch andern Meistern. Seine Todesart nenntRarri, in einem Brief an Baldinucci , eine neuereErfindung von la Tombe; und soll er sich, wieersterer behauptet, vielmehr, sey es nun ausMelancholie, oder irgend einer andern Ursache,selbst ins Wasser gestürzt haben. Eine Art vonAbschcid, welche er von seinen Freunden nahmdann sein letztes Werk, welches den Selbstmorddes Cato von Utika (gräßlich genug!) darstellte,und endlich das Verbrennen aller seiner Papierescheinen, leider! Rarri's Behauptung außer allenZweifel zu setzen. Seinen Körper fand man inder Tiber , nahe bey der Kirche St. Romualdoalla Lungara, und beerdigte ihn mit Zeichen desMitleids und der Achtung, welche sein Unglückund sein großes Talent verdiente, in der KircheSt. Diagio. S. He in ecken's Brief an denBuchhändler Brause 1771. S- 24. Sein eigen-händig (?) gemaltes Bildniß besaß der Graf L.von Firmian in s. Sammlung von dergleichen,auf seinem Lustschlosse Leopoldskron bey Salz-burg. Sein erster Meister war war wahrschein-lich P. Paolini von Lucca ; späterhin zu Rom mehrere; am längsten Pietro Berettini, aus bestenSchule er jedoch weggeschickt wurde, weil er