1870 Thornthvaite.
tzen junger Künstler herausgeben, was aber un-terblieb. Im Jahr 172/,. stiftete er in seinerWohnung eine Akademie, worin im Zeichnen nachdem Nackten Unterricht ertheilt wurde, nachdemder Plan, den er zu einer Königlichen Akademieentworfen und dem Lord Halifax vorgelegt hatte,und welche mit der Besoldung der Lehrer nichtmehr als 3 i 3 g, Pf. St. jährlich koste» sollte,gescheitert war. Er gab bey dieser Gelegenheiteinige Blößen, da er, der von der Architekturnichts verstand, dennoch den Plan zu dem Ge-bäude der Akademie entwarf. Thorichill wurdesatner Verdienste wegen von Georg I. zum Rit-ter ernannt. Er hinterließ einen Sohn, James,der sich ebenfalls der Kunst widmete, und vor-züglich Seegegenden malte, und eine Tochter,welche der späterhin so berühmt gewordene Ho-garth heirathete. Seine Sammlung wurde nachseinem Tode versteigert. Auch seine Cartons ka-men unter den Hammer des Auctionakors; diegroßen gingen für 200. Pf. und die kleinen für76. Pf. St. weg. Dergleichen hatte unser Künst-ler einst auch als Copten der Naphaelischen fürden Herzog von Chandvs um den Preiß von 5 nvo.Guineen verfertigt. Von diesem ihrem ersten Be-sitzer kamen solche a» den Herzog von Dcdford,und wurden (1800.) bey der Versteigerung von dessenGemälden, einem Mr. Dryant, der Form nach,für /, 5 o. Guineen zugeschlagen; in der That abernahm sie der Herzog zurück, und machte darausder König!. Akademie ein — Königliches Ge-schenk, wie solches nur ein Britte thut, welchesnunmehr in einem besonders dazu eingerichtetenZimmer in Sommersekhouse aufbewahrt wird.Von Thornhills Zöglingen sind nur Andrew,der um dieselbe Zeit, wie sein Meister, zu Paris starb , und Robert Brown, der unter seiner Auf-sicht an den Gemälden der St. Paulskuppel ar-beitete, bekannt geworden. Ein Vcrzeichniß derübrigen Werke des Unsrigen findet man bey Wal-pole S. 418 -19. Dallarvay I. 106. nennt nochvon ihm, in der Kapelle der Königin zu Oxford einen Plafond (ob dasselbe Bild, dessen auch obenFiorillo im Allgemeinen Erwähnung thut?):Eine Himmelfahrt, und an gleichem Ort eineAuferständniß des Erzdischofs Chicheley, in —Bischöflicher Kleidung ; dann Milizia (L6. tsrs.)II. r 3 c>. in dem Lebe» von Joh. Bans Brugg:Die Schildereyen in dem, von jenem erbautenBallaste zu Blenheim in der Grafschaft Oxford ,den die Englische Nation dem Herzoge von Marl -borougl) zu Ehren errichten ließ. Seine Geschichtevon St. Paul in acht Folio-Blattern, wovond'Argensville spricht, haben Baron , Beauvais,Carl du Böse, G. van der Gucht und Simon-neau der altere, und dann auch H. Winstanleyin Kuvfer gebracht. Noch kennt man von ihmBildnisse; wie z. B. Stephan Duck's, von G.Bickham, dem jünger»; Rich. Bentley's, vonG-'Vertue; und John Sheppard's, gefesselt imGefängnisse, von G. White. Nach r^oft IX.tos. soll er auch selbst verschiedene Blatter, wiez. B, Adam und Eva, in einem freyen und geist-reichen Style geetzt haben. „Die Fehler seinerZeichnung und seines Colorits" (heißt es beywareler) „können den Gebrechen seiner pittores-ken Erziehung zugeschrieben werden".
* Thornth palte (E.)> Ein wenig bekann-ter Englischer Stecher neuester Zeit, und zwarvornehmlich in Helldunkel. In 178/,. sah' manvon ihm unk I. Hall gemeinschaftlich gearbeitet,ein Blatt: Tod des Capit. Cook, nach G. Carter.Dann: Eine alte Statue des Herkules, nachEdwards Zeichnung.
T born ton (Johann oder Thomas), der be-rühmteste Englische Glasmaler, gebürtig ausConvcnlry. Derselbe blühete zu Anfang des XV.Jahrhunderts. Von ihm sind die Gemälde andem großen Fenster der Kathedrale zu York,gegen Abend, eines der bewundernswürdigstenWerke dieser Kunstgattung, welche er auf Kosten
Thorpe.
des Dechanten und Capitels gedachter Hauptkircheverfertigte, und dafür wöchentlich -j. Echill. aufAbschlag erhielt- In dem Contracr wurden ihmjährlich rou Schilling, und, wenn er das Ganzegut vollendet hatte, noch 10. Pf. mehr verspro-chen. Jedoch mußte die Arbeit unter drey Jah-ren fertig seyn. Aus einem andern Conkract vornJahr i 538 . ergiebt es sich, daß der Glaser füreinen Fuß weißen Glases in einem westlichenFenster derselben Kathedrale sechs Pence und fürgefärbtes zwölf Pence erhielt. Fiorillo V. i 55 .
Tb 0 rnt 0 n ( ) Dr., gab (ob selbst ausüben-der Künstler ist uns unbekannt?) seit i 8 n 5 . Unterdem Titel des Tempels der Flora oder des Na-turgartens , das prächtigste Werk in seiner Art.Jedes Heft im größten Folioformat besteht ausZo kolorirten Pflanzen-Abbildungen, die nach Reina-gle's Zeichnungen Carlow (Earlow?), Landheer undandre große Künstler gestochen haben. Es sind nurboo Exemplare davon ausgegeben. Die gemaltenOriginale kann man in der sogenannten Linnei-schen Galleric in Manchestersquare täglich zu sehenbekommen. Bey jeder Pflanze und Blume befin-det sich ein kleines Gedicht von Darwin, Mau-rice, Pye und andern beliebten Dichtern des Ta-ges. Fiorillo V. 8§/.
^Thornvliee, s. Toreiwlier im Lex. undunten.
*Tboro oder Toro (B.). S. den folgendenJob. Bapr. Tboro oder Toro.
* — — — (Johann Baptist), Bild-
hauer und Zeichner für die Goldschmiede um 1700.Die verschiedenen Folgen seiner Grabmähler,Cartouchen, Trophäen, Vasen, Arabesken, Ver-zierungöbücher, u. s. f., welche bey Gantrot zuParis in kl. Fol. erschienen, sind nicht, wie dasLex. glaubt, von ihm selbst, sondern nach seinenZeichnungen meist von C. Cochin und dann vonde Rochefort und Joullain geetzt. Kopien davonließ Jeremias Wolff zu Augsburg , für seinenVerlag, fertigen. Noch kennen wir nach der Er-findung eines B. Tors (ob zuverlaßig des Unsri-gen?) ein: „Neu Buch von Cartouchen", an Louisde Lenfant, Kommissair der Königl. Truppen inder Provence , dedicirt und von F. de Poilly znParis kl. Fol. verlegt. Des Geschmackes der Er-findung und wegen der Zueignung an einen Pro-vencer, könnte es nämlich vielleicht der Fall seyn,daß dieser mit dem B- Taror i. d. Zusätzen Eine Per-son wäre. Von Tb 0 ro besaß (1810.) der Erbe desKunstdilettanten Paignon-Dijonval zu Paris , an2». ausgetuschte Federzeichnungen von Arabes-ken , Vasen u. dgl.
Thororvgood (E ), Kupferstecher zu Lon don , der zu einem dort, von Ames (4°. 17)9.)herausgegebenen Werke über die BuchdruckerkunstBlatter geliefert hat.
Tborpe (Johann). „Die Nachrichten vondiesem Meister" (heißt es bey Lüorillo V. 266.)„verdanken wir dem Grafen vorr.Warrvick, dersie walpole'ir mitgetheilt hat. Er lebte unterElisabeth und Jacob, war ein geübter Zeichner,und entwarf oder vergrößerte die merkwürdigstenGebäude, die am Ende des XVI. und am An-fang des XVII. Jahrhunderts aufgeführt wurden.Der Graf Warwick besaß in seiner Sammlungeinen Folioband mit Zeichnungen von Tborpe,welche viele Grundrisse, aber wenige Aufrisse vonPalläste» und Landsitzen des Adels darstellen.Einige sind mit seinem Namen bezeichnet; andreunter seiner Aufsicht verändert; da aber die mei-sten Bemerkungen nur kurz hingeworfen sind, sokann man kein bestimmtes Urtheil fällen. Diewichtigsten Grundrisse stellen folgende Gebäudedar: Somersethouse, Buckhurst-honst in Sussex,ein ungeheures Werk!; Woolaton; Copthall,Burleigh-house; Burleigh on the Hill, ein Land-sitz des Herzogs von Buckiugham (seine wichtigste