Thorn.
sowohl nach Antiken, als auch nach der Natur.So, neben Andecm, Ansichten von Pillnitz (->. K.und Leipzig ) von Aubertin in Aqualinta ausge-führt, 2. Bl. (r>- I>. 3 . Bl.) 1800. und aufsNeue zu Kauf ausgeboten 1804. u. 6. Dannden Dom zu Meissen , in Schlenkert's malerschcnScizzen, Heft II. B>. 7.
Ueber diesen Künstler erhalten wir so eben nochff. Zusatz. Derselbe war der Sohn eines Schuh-machers, geb. zu Dresden 1775., hier anfangsHofcondukteur, und seit 1812. Hofbaumeister.Gegen Ende dieses Jahres erhielt er die Erlaub-niß, Italien und Frankreich auf zwey Jahrebesuchen zu dürfen; i 8 i 3 . befand er sich zuRom , und kehrte gegen Ende desselben Jahreswieder nach Dresden zurück. Nach Frankreich war er nicht gegangen. Als praktischer Archi-tekt hat er noch nicht Gelegenheit gehabt, sichauszuzeichnen, und das Vadehaus zu Tharantund das zu Radeberg wollen noch wenig besagen.Zu Meissen bauete er das schone Welkische Haus.Durch perspektivische Zeichnungen halte er sichschon frühe rühmlichst bekannt gemacht. Vorzüg-lich sind dahin diejenigen zu rechnen, die er seit1807. für den Kunsthändler Riltner fertigte, wel-che Dresden mit seinen Umgebungen zum Gegen-stände haben. Darnstädt, I. G. A. Frenzel,Hammer, I. Schumann, I. G. Seiffert undI. P. Veith haben sie gestochen. „Man hat" (heißtes im Tüblttg. Morgend!. 1809. S. 620.)„im Kleine» »ichtS Beßcres über Dresden ".(Was Aubertin nach ihm gefertigt, haben wirschon oben bemerkt); sein Dom zu Meissen fürSchlenkert's Scizzcn ist von C. A. Günther geetzt;bann (wohl eine Seltenheit) das Vildniß desKapellmeisters F. Morlacchi, von I. G. Seiffert.Er selbst arbeitet bisweilen ebenfalls mit derNadel, in Aquatinta. Wir bemerken davon dieIllumination bey Anwesenheit Napoleon's zuDresden den 18. May 1812.; ein Blatt qu. Fol.im Umrisse. Die Gerüste und Dekorationen der-selben hatte er selbst (unter der Leitung des Ober-landbaumeisters Hauptmanu) angegeben und an-geordnet. J.F. Beyer hat dieselben inqu. kl. 4 °. ge-etzt. Anderwärts wird er noch als einer der Zeichnerfür Beckers Augusteum, und dann von verschie-denen schönen Blattern zu: Dresden mit seinenPrachtgebäuden, Dresden qu. Fol. (8v8. beyMeinhold genannt.
Thorn (Jacob). Einen solchen findet manin dem Hamburger Adreßbuche auf 1804.rubrjcirt mit: „Verfertiget diverse Figuren undPlattendrath für Formenschneider". In dem von180O. fehlt er wieder.
Tbornborg (Andreas), ein Miniaturmalervon Mandal in Norwegen gebürtig. Klevenfeldbediente sich seiner zum Abzeichnen DänischerAlterthümer, welche seine Zeichnungen noch aufder Universitätsbibliothek in Kopenhagen zu sehensind. Tbornborg malte aber auch viele Minia-tur-Bildnisse in Kopenhagen , wo er noch 1774.lebte. Er war ein guter Künstler, und auch dererste Lehrer des berühmten Hoyer. S. Xun8t-blistoris i Oanmark ut' ^einvoiLk S. 169. 207.
Tborndorf( ). Nach einem solchen,uns sonst ganz unbekannten Künstler, hat I. vanHaas das Bildniß eines KavalleriehauptmannsChristian Hansen til Norgaard gestochen.
* Tbornh ill (Jacob), gewöhnlich der Eng-lische Raphael genannt*). „So viel Zeit undAnstrengung" (heißt es bey.siorillo V-bsi—544 )»die Englischen Künstler zu Anfang des XV 11 I.
Thornhlll. 1869
Jahrh, der Bildnißmalerei wiedmeten/ so wenigbekümmerten sie sich um die geschichtliche. DieWenigen, welche in diesem Fache in Englandarbeiteten, waren meistentheilü Ausländer. Umso viel verdienstlicher war es, daß der Unsrige(geb. 1676. a. b. 77., gest. heißt es hier, nicht1702. sondern 34.) einen bessern Weg einschlug,und sich den vorzüglichsten Meistern zu nähernsuchte. Er kam zu Weymouth in Dorsetshire aufdie Well, und war der Sohn eines Edelmanns,der aber seine Güter so schlecht verwaltete, daßJames für seinen Unterhalt sorgen und sich nachLondon begeben mußte, wo ihn sein Oheim,der berühmte Arzt Sydenham, unterstützte unddie Malerei lernen ließ. Als er vierzig Jahrealt war, unternahm er eine Reise nach Holland ,Flandern und Frankreich , wo er verschiedeneKunstwerke, unter andern eine Madonna von'An-nibale Carracci und einen Tancred von Poussin kaufte, und zu seinen Lieblingsmustern wählte.Nach seiner Rückkehr schmückte er die Kuppel derSt. Paulskirche mit seinem Pinsel und nahm denInhalt aus der Lebensgeschichte des Heiligen.Diese Malereyen, Grau in Grau ausgeführt undan einigen Stellen mit Gold erhöht, füllen achtFelder, und fanden so viel Beyfall, daß ihn dieKönigin zu ihrem ersten Maler ernannte **). Durchdie Gunst des Grafen von Halifax erhielt er denAuftrag, die Malereien in einem Zimmer vonHampkoncourt zu verfertigen, die anfangs Ricci,ein Günstling des Lord Cammerherrn, des Her-zogs von Shrewsbury , liefern sollte. Denn Ha lifax , der die Schatzkammer unter Händen hatte,erklärte geradezu, daß er nur einen Inländer be-lohnen würde. Indessen war die Summe, dieJames bekam, äußerst gering, in Vergleich derAusgaben, welche die reiche Nation für andreUnternehmungen bewilligte. Außer diesen Werkenverfertigte Tbornhill ein Altarblatt sür die Ka-pelle von All-Souls zu Oxford , ein andres fürdie Kirche seines Geburtsorts Weymouth , dieGemälde in der Vorhalle z» Blenheim, in derKapelle zu Wimpole, einem Landgute des LordOxford in Cambridgeshire ; in dem Saal u. s. w.eines Landsitzes des Mr. Styles in More-Parkin Hertfordshire , und in der großen Halle desHospitals zu Greenwich . Uebrigens wurden ihmseine Werke, ungeachtet seines Ruhms, kläglichbezahlt; denn er ließ sich seine Arbeit an derKuppel der Paulskirche nach der Elle zu 40. Schil-ling verdingen, und erhielt auch wahrscheinlichnicht mehr für die Bilder in der großen Halledes Greenwicher Hospitals. La Foffe, ein Frem-der,^ verstand sich besser daraus, die Engländerzu äffen; denn er forderte für seine Sachen inMontaguehouse 2000. Pf. St. und für täglicheAusgaben 5 ou. Pf. St., die ihm auch richtigausgezahlt wurden. Als die Südsee-Compagniebanqucrott gemacht hatte, und Tbornhill fürseine Malereien im Erdgeschoß und i» einer klei-nen Halle ihres Versammlungsorts seine Rech-nungen einreichte, und ihoo. Pf. St. von denDirectoren forderte, antwortete man ihm, daßer seine Arbeit in der Halle zu Blenheim nachder Elle zu 26. Schilling verdungen habe, undauch hier nicht mehr verlangen könne! Auch mitMr. Styles, der ihn im Preise nicht billig ge-nug fand, hatte er einen Prozeß, dessen nähereUmstände man bey Walpole S. 4,7. erfährt.Der oben erwähnte Graf Halifax verschaffte ihmdann die Erlaubniß, die Cartons zu Hampton-court zu kopieren, womit er sich drey Jahre langbeschäftigte. Er ahmte sie so treu nach, daß ersogar die verblichenen Stellen und die Ergänzun-gen von Cooke kopierte, und wollte sie z»m Nu-
*) Wie dieser Künstler i» Gault de St. Germain troiü Liödsx 6e >a ?einrurs en k>sncs geflogen kömmt,ist wohl seltsam genug, und daher sich eben so wenig zu verwundern, daß dort dessen Todesjahr (>7.^.)als sein Geburthejahr angegeben, übrigens aber keine andere Notiz von ihm ertheilt wird, als: (lu'U axeint tuuii les tzLiiren , was, unsers Wissens, ebenfalls nicht der Wahrheit entspricht.
S. Walpole, S. 4,7. Dallaway, S. 474. Nach Walpole soll Thornhill Porträte mir mittelmäßiggemalt haben; nach Dallawny aber verdienen zwey Bildnisse von ihm die größte Achtung. ES sind derGraf Charles von Arran in der Gallen'e und Sir Christopher Wren in dem Theater zu Orford.