Thura.
Thura ( Christian Heinrich van). S. unkenden Art. van Thura ohne Taufnamen,
» — — (Lorenz van), hieß Lorenz. Oberst
und Baumeister in Königl. Dänischen Diensten,geb. zu Aarhus 1706. und gest. zu Kopenhagen i/hg. Er befließ sich von Jugend auf eifrigstsowohl der Bürgerlichen als der Kriegsbaukunst,bereiste dann das Ausland und sah sich nament-lich in Frankreich und Italien um. Nach seinerZurückkauft, wurde er Ober-Kondukteur bey derForrification Er erbaute darauf das KöniglicheSchloß Hiröyolm, was sich der schönen Architek-tur wegen nun eben nicht auszeichnet; unterdessenhatte man ihm die Hände bey dein Baue dessel-ben gebunden. Ein besonderer Gedanke von ihmwar, daß er den Thurm, auf dem Dache, inForm eines Obelisken anbrachte. Dann (ixZb.)die Eremitage im Thiergarten; das PrinzlichePalais hinter dem Schloße, in einer einfachensich nicht auszeichnenden Bauart; die Frauen-kirche in Kovenhagcn, welches herrliche Gebäude,durch das Bombardement 1807. zugrundgerichtetwurde; den trefflich schönen Thurm der Heilandskirche, eine wahreZierdeKopenhagens(dieKirche selbstist von Lambert van Hawen). Mchreres im Fräu-leiustifte zu Valloe; auch ordnete er die Monu-mente König Friedrich IV. und der Königin Loui-se in der Domkirche zu Roehnschilden u. s. f.welnwlck' s Dänische Kunsthistorre, S. i 3 g.
— — ( ), vielleicht ein Sohn des
Obigen, Kommandeur bey der Dänischen See-macht 1777. Don ihm zeigt man in der Kunst-kammer zu Kopenhagen das Modell eines völligausgerüsteten Kriegsschiffes, und dann ein voll-ständiges — Schreibezeug, beydes aus Bernstein gefertigt. Haubers Beschreib, von Kopen-hagen >777- S. 107. Vermuthlich ist er dersel-be, welcher noch 1789. lebte und aber in demDänischen Staatskalender Christian Heinrich deThura, Commandeur-Capitain, genannt wird.Dahler Gesch. d. Lirrer u. Kunst S. 233 .
Thurn (Franz von Paul) geb. 176s. zu Un-tergiesing bey München , lernte die Zeichen - undBaukunst bey dem Chuif.Hof-Ober-Baudirektor C.A. von Lespilliez, und wurde 1780. als Hofbau-zeichner, dann 1791. beym Hof-Kriegsbauamtals Baumeister angestellt, worauf er mehrere Ge-bäude im Englischen Garten aufführte, und dasMilitär-Arbeitshaus in der Vorstadt Au in brauch-baren Stand herstellte. In 1799. gelangte er beyder Hof - Bauintendenz zum Oberbaumeisteramt.Nun erbaute er das Tollhaus zu Giesing, verän-derte das Augustiner -Kloster wieder in guten Standfür die Königl. Justitzkollegien in München , undführte, unter Leitung des Hofbauintendenten Gärt-ner, und nach dessen Plan, das Königl. Münzge-bäude auf. Er lebte noch zu München 1810.Lipowsky.
— — ( ) Ein solcher wurde 176.. als
Hof-Goldjuwelier nach Darmstadt berufen. Nach-dem er verarmt war, wandte er sich, im Abendseines Lebens, i 7 <) 4 - von Darmstadt nach Katzen-ellenbogen, wo sein Sohn als Schullehrer lebte.
Thurn er (Aloys), geb. zu München , lernteanfangs die Faßarbeiten, nämlich vergolden, ver-silbern und auf Marmorart malen. Endlich kamer zum Hofmaler Balthasar Augustin Albrecht indie Lehre, wo er historische Gemälde und Orna-mente zu malen anfieng, allein nur in letztererGattung einige bedeutende Fortschritte machte.Thurner half in der Königl. Residenz zu Mün-chen den neuen Kaiftrsaal, dann das Opernthea-ter dekoriren, und wurde hierauf nach der Prämonsstratenser - Abtey Scheftlarn berufen, wo er indortiger Kirche die Altäre und Statuen vergol-dete, marmorirte, und überhaupt die Kirche schöndckorirte. Sein besonderes Verdienst bestand da-rin, daß er Statue» auf Alabaster- oder weißerMarmor-Art fassen konnte, ohne daß dieselben
Thwenhusen. 1377
in der Folge ihre weiße Farbe verloren und gelbwurden, und sein Geheimniß hierin war, daß erstatt des Bleyweißes fein geriebenen Alabasterals Farbe brauchte, und sehr reinen Firniß »ahm.Der Prälat des genannten Klosters, Felix Gege,nahm ihn hierauf als Kammerdiener an, und dasKapitel versicherte ihm, wegen seiner bey Deko-rirung der Kirche sich erworbenen Verdienste, einelebenslängliche Versorgung. Als das Kloster auf-gehoben wurde, erhielt er eine Pension und be-gab sich dann in seine Vaterstadt zurück, wo erim 83 Jahre seines Lebens 1806. gestorben ist.
Thurner (Joh.Georg). So heißt irgendwo,ohne Weiteres, ein Kunstverleger zu Nürnberg .
— — (Theodor), ein Landschaftsmaler ausKaßel, der seit 1811. die Kunstschätze zu Dres-den studirt.
* — — oder Turner ( ), hieß nach
Einigen M- was aber auch Monsieur bedeutenkann, der Landschaftsmaler, ein Böhme von Ge-burt. Derselbe ward 1735. Königl. Hofmaler zuDresden , und st. daselbst 54 I. alt, 1744.Sachs. Kab. 1744. S> i 44 > Neben Jos. Orienterkannte er auch Alex. Thiele als seinen Lehrmei-ster. Uebrigens war er nur ein mittelmäßigerKünstler, der sich gewöhnlich mit Dessus de Por-tes abgab. Er arbeitete vieles für den MinisterBrühl , der ihm auch eine freye Wohnung in denCasernen zu Dresden verschafte, und den Caser-nen - Inspektor streng anweisen ließ, darauf zusehen, daß er nicht von falschem Lichre inseiner Kunst behindert werde. Wie zartiDresdener Beptr. zur Belehrung undUnterhaltung, Jahrg. 1812. S. 222. Vermuth-lich sind die Gemälde über den Thüren in demBcühlschen Palais zu Dresden , welche Landschaf-ten mit Fabeln von Thieren darstellen und siehnicht weil über Mittelmäßiges zu erheben scheinen,von seiner Hand. Nach ihm hat A. Birkhart eineLandschaft, und Pyn das Landhaus von Pope ge-stochen. Dann rubrizirt irgend ein Gantkatalog:Oberleutersclorfenses pannarrss ossicinss , ?.kabricss 20 Bl. von W. L- Reiner, Joh. I.Ditzler und I. Turner (was doch wohl den un-sern bedeuten soll) gezeichnet und von A. Bir-ckart und Fischer gestochen. Vermuthlich ist ob-gedachte Landschaft hierher zu beziehen.
— — s. auch unten Turner.
* Thurneysen, s. Thournexser oben undim Lex.
* Thurnhill, s. Thornhlll, oben u. i. Lex.
Thurston (I.) Esg. ein Künstler neuerer Zei-ten zu London , der schon seit 1800. für den Buch-händler Ridlcy u. a. Zeichnungen zu Kupfcrwer-ken fertigte, die trefflich theils gestochen, theilsin Holz geschnitten sind. Au den letztem rechnenwir in jünger» Lagen das Gedicht des Wilh.Somervile: Hie rural Sports, was um 1812.bey R. Ackermann zu London erschien, mit Schnit-ten von Nesbit; dann des I. Thomas: Reli-AOUS Llnblems (wovon die zweyte Allst. ib. 1812.gr. 4°. Preiß 2 Guineen) mit Schnitten von Bran-ston, Clennel, Hole und Nesbit u. s. f.
Thury, s. unten TMo.
* Thrvenhusen ( ), hießHelmichvan,
und war ein Holländer, der sich zu Danzig setzte.Sein eigenes Bildniß hat Jer. Falk, oval in Fol.,gestochen; ein seltenes Blatt. Nach ihm hat ebengenannter Falk dann zu dem in Danzig 1647.
ol. erschienenem Buche des Astronomen Hevel:
elenoßrgpbia, das Bildniß dieses Schriftstel-lers schön in Kupfer gebracht. Ueber beyde Blat-ter waltet das besondere Schicksal, daß sie einemnie gewesenen Maler Iwenhusen, wo und wieman derselben nur gedenkt (so unter andern auchin den gegenwärtigen Supplementen), zuschreibt.Falk hat nämlich das l', den Anfangsbuchsta-