1876 Thulden.
selb, ganze Figuren über Lebensgröße (Mä.),iZ, hoch und breit. — Die Gallerie Lrchren-stein eine mit seinen Figuren staffirte gothischeKirche von Derer Neefs, dem er öfters aufgleiche Weise behnlflich war; ein ganz kleinesBild. — Die Gallerie zu München : EinenSt. Joseph mit dem Kinde in einem Blumen-kranz, lebensgroße Halbfiguren; und einen un-bekannten Frauenskops. Der H. von Männ-lich sagt von unserm Künstler: „Seine Zeichnungund Färbung vereinigen Anmuth und Kraft". —Die Gallerie zu Dresden : Eine kleine Bauern-gesellschaft. Bey Lebnrnger heißt es nach Des-camps: „Dan Thuldens Arbeiten scheinen mitso viel Leichtigkeit gemalt zu seyn, daß man nichtdenken sollte, wie viel Mühe und Anstrengungihm solche kosteten". Ferner: „Ein minder gu-ter Koioriste, als sein Lehrer Rubens , besaß erhingegen eben so vollkommen die Kenntniß desHelldunkels, zeichnete aber nicht beßer, und so-gar weniger richtig — so wahr ist es, daß dieFehler des größten Meisters für seine Schülerimmer gefährlich find ". — I» dem großen Mar-morsaale zu porsdam findet sich, von dem Unsri-gcn: Eine Allegorie auf die Geburt des Chur-pcinzen (1657.), und eine andere auf den -679.zu Nimwegen oder St. Germain geschloßenenFrieden*). „Diese beyden großen Gemälde",(sagt Gestereich) „welche Friedrich I. verferti-gen ließ, sind beyde von einer reichen Komposi-tion, und gut gezeichnet. Das Kolorit derselbenist zwar etwas schwach; doch herrscht in beydenviel Annehmlichkeit. Dann zu Tharlotrenburgim Zimmer neben dem Conzertsaal ein Triumphder Venus, von reicher Compositio» und ange-nehmer Wirkung des Kolorits. — Galzrhalumbesaß einst von ihm: Herse geht mit ihrem Ge-folge zum Ovfer (8^ 4 " br. 6^ 7" hoch). DieGallerie zu pommersfelden endlich : Die Ge-schichte einer Königin, die einen Gärtner zumKönig macht; Achill wird von Ulyß unter denFrauen ausgekundschaftet; und: Die Zeit entdecktdie Wahrheit (lauter große Bilder). Von Parti-kularen dann die Gallerie im (Köder: Antiochusund Stratonice , ein, zwar schlecht colorirtes,Hauptbild derselben; dann H. Schmidt zu Rieteine schöne Landschaft, mit Christus und vielenHeiligen (darunter St. Cacilia) staffirt. AusHolland nennt Descamps I. 0. von ihm: Inder Kirche des Nonnenklosters Mnysen genannt,zu Mecheln (wo des Künstlers Bruder Beichtva-ter war) eine Madonna in der Glorie, welcheMilch aus ihrer Brust auf den H. Beinard trö-pfeln läßt (2659.), nebst mehr Änderm. Darinbey den Belhanier-Nonnen Ebendaselbst: Dievier Menschen-Zwecke, nach der Erscheinung,welche eine der Bewohnerinnen dieses Klostershatte. In der Kirche St. Michael zu Gent wirdman nie müde, seine Marter von St. Adrian zu betrachten, welche vormals Viele für einWerk von Rubens hielten. Dasselbe ist der Fallvon seinem herrlichen Groß-Altarblatt in derIeiuiter-Kirche zu Brügges : Christus, von denhimmlischen Hecrschaaren umgeben, empfängt sei-ne Mutter. In gleicher Stadt besaß 17Hz. nochdie Frau Wittwe Duhamel ein sehr schönes , 3 ^breites und IV hohes Bild voll Ausdruckes (dieEnthaltsamkeit Scipio's) von ihm, das sich schonseit 8n -Jahren in dieser Familie befand, unddas Datum von i 638 . trägt. Zeichnungen vonihm fanden sich noch 1809. in der Sammlung desFranzösischen Künstlers I. A. von Silvestre zuParis ; andere Ebendaselbst besaß (1810.) der Erbedes Kunstdilettanten Paignon-Dijonval: Darstel-lung iin Tempel, Tod der H. Jungfrau und Aus-gießung des Geistes, mit der Feder und ausge-ruscht. Was van Thulden selbst, in einem gu-ten malerschen Style, geetzt hat, nennt größten-teils schon das Lep. Das Leben des H. Marhaenthalt 24 Bl- in ki. Folio. Dann erwähnt Rost
Thunberg.
Vl. 47—48. noch, neben Jenem: Die Geschichtedes Verlornen Sohns 8 BI. (s. b. 6 .) nicht nachRubens (wie es auf diesen Blattern selbst heißt)sondern von dem Unsrigen selbst gemalt. Fernereine H. Familie, wo das Kind mit einer Taubespielt. Andere nennen: St. Franzisc von Sales»der das Kind aus der Hand der Madonna er-hält, nach Maratki (ohne Namen des Zeichners).— Hiernächst heißen bey Füßli II. 63 . u. 88 . dieBegebenheiten des Ulyßes, nach Primaticcio (Pa ris pol. vbl. i 655 . A. h. 1653.) und ein sitzenderDavid, auf der Harfe spielend, nach Ebendem-selben, meisterhaft und mit Geschmack geetzt, understere zumal um so verdienstlicher, da vonihnen zu Fontainebleau fast keine Spur mcbrübrig geblieben sey. Andere hingegen (wie z. B.Gandellml s. v. TÄ/äe») meynen, daß man da-raus einzig die Composition dieses ehemaligenMeisterwerks entnehmen krnne. Ganz richtig giebtdas Lex. van Tbniden's Blatter (Einige sagen,gemeinschaftlich mit Neefs) zu dem Werke: Pom-ps Introitus perllinauch sto. nach Rubens , wel-ches Basan in seinem: eatslo§us llssehr genau beschreibt, zu 4^ Bl. an, da es hin-gegen in den meisten andern Verzeichnissen, ausirgend einem Irrthum, bloß als aus 8 Bl. be-stehend angezeigt ist. (Lonk. Gandellini, derden Aufschluß vermuthen läßt, daß noch AndereAntheil am Ganzen genommen ). Der H)ink-lersche Katalog dann nennt von ihm, was wirsonst nirgends gefunden: llevelstüo Orsinis 88 .Trluitstis resemptionis osptivornm sub Irmo-centio III. Ho 1-90. (parlsiis i 633 .) 23 Bl. ohneVorrede und Tikelk. und in jener die Notiz;, daßdiese Arbeit unserm Künstler aufgetragen worden.Malpe giebt unsers Künstlers Monogramm, einV zwischen zwey I. — Gestochen nach ihmkennt man von P de Baillu: Den Heiland unddie dreyzehn Apostel mir ihren Leidens-Instru-menten (im fernen Hintergründe ihr wirklichesMarterthum). Von Ebendemselben und R. Per-syn gemeinschaftlich: Sechs weibliche HH. undSt. Anton von Padua (7DH); dann von Q.Marck eine Hervdias mit dem Haupte Johan-nis, ein großes schönes Blatt. Von P. Tanjöendlich (»ach der Zeichnung von A. Schoumans)zwey Pendants: Venus, und die Cyklopen. Nochbemerken wir, daß in gegenwärtigen Zusätzen,unrcr dem Art p. G. Langlois ein Tbool irrigfür Tbuiden gehalten wird, wo es vielmehrDom. van Toll heißen sollte.
Thun , (Johann) Münzmeister zu Gotha , woer - 684 - und noch -707- vorkommt.
— — (Johann Baptist) des Grafen vonWolfegg und Waldsee Baninspeclor zu Wolfegg 1790- Sraars- und Addreßhandbuch desSchrvabifchen Lre-ses auf 2799. Ulm 80.11 . 566 .
— — (Johann Ernst Graf von). DieserHerr, der 1687. zum Erzbischofe von Salzburg ernannt wurde und 2709. st., verstand, künstlichin Stein und Elfenbein zu drehen.
Thumb (G. C>). Ein solcher soll das Bild-niß des Arztes I. C. Hiegell, ohne weiter« Na-men als den seinigen, in 40. gestochen haben.Möhsen Aevzrebildn. S. 62.
Thun (Christian« Josepha, Gräfin von), s.oben Dlernchstem.
Thunberg (Daniel). So hieß ein Ober-schiffsbaudirektor des Königs von Schweden inder letzten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts. Ergab in Druck: Xonst at unser Vattn
40. 8tockbolm 2774. (Tanzlers) Aachr.von Schweden , aus d. Französ. übers. I. Thl.Dresden 17/8. gr. 8°. S. 382. und das Registerdes II. Theils.
n) Hienach müßte van Thulden merklich später, als man gewöhnlich auslebt, gelebt haben-