Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
1919
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Torenkurg.

kex. O 5 derselbe etwa mit dem obigen JacobToreUi, den das Lex. ebenfalls hat, Einer seyndürste. Wir denken es kaum.

* Torenburg (Johann), s. im Lex. ».obenToorenburg.

* Torenvli'et,auch Tosrenvlier (Abra-ham), des nachfolgenden Jacobs Sohn, der imLex. am Schlüsse des Art. seines Vaters erscheint.Derselbe wird von vieil (lom. I. Ob. 17.) un-ter den Glasmalern (?) aufgeführt.

* (Jacob), genannt Jason

(wahrscheinlich sein Römischer Bentname). SeinMeister ist unbekannt. Die Geschichte erzählt,lustig genug, daß sein Vater, um ihn zum Fleißanzuspornen, des Knaben Liebe zum Putz zu Hülfegenommen:Wenn ich ein großer Maler werde,bekomm' ich dann einen schönen Rock, Feder undDegen"? Und wirklich war es dieser Hang zumPracht auch bey männlichern Jahren (die männ-lichem Gesinnungen fehlten ihm noch), der ihneinsweilen bewog, sich vornehmlich aufs Bildnißzu legen, das ihm am meisten eintragen mochte.Endlich ging er denn doch, in Gesellschaft vonNiclaus Rosendael, nach Italien , wo er sich ei-nes Bessern besann, und nach großen Meisternstudirte. Zu Venedig besonders dann war es,wo theils seine Talente, theils seine guten Ma-nieren, ihm Eingang in guten Häusern, und so,gar eine Heirath verschafften, welche weit überfeine Höhlungen stieg. Hierauf kehrte er mit sei-ner Frau nach Hause,die aber auch" (sagtDescamps III. 122.)der einzige Vortheil war,den er von seiner Reise zog. Seine vermehrtenKenntnisse" (heißt es dann weiter)erhöhtenden Preiß seiner Arbeiten nicht vielleicht, weilsein Pinsel durch Nachahmung großer Musterzwar an Korrektheit gewann, aber dafür an Frey-heit und Originalität zu verlieren schien *)". InFrankreich sind seine Werke wenig bekannt. Ei-nes seiner schönsten Bilder ist das Familienge-malde von Cornel Schrevelius, welches denselben,nebst Frau und Kindern darstellt. In Deutsch­ land besitzen von ihm: Die Gallerie zu N)ien:Einen öffentlichen Gemüsemarkt an einem Fleisch-bank ; die Königl. Bayersche Galerie zu Lustheimeine Marktschreyer-Bude; Dresden eine Fisch-händlerin, und einen alten Rabbi, mit einem-Buch in der Hand; Salzrhalun» einst eine Ge-sellschaft , mit vor sich liegenden Notenbüchern,und einen Gelehrten, der mit ei»em Rabbi spricht;pommersfelden einen Mann mit Geld, undeine Frau mit einem Krug und Brodt in derHand; endlich, von Partikularen, H. Hof- undLandgerichls-Advokat Schmidt zu Liel eine Kö-chin vor dem Tisch mit Wildprek; ein. Jägerspricht mit ihr also lauter sehr Unbedeutendes,und Alles ganz kleine Bilder. Eine große leichtcvlorirle Zeichnung von ihm, die Umrisse undhachirten Schatten in schwarzer Kreide (Dianaund ein Satyr bey dem schlafenden Endymion)befand sich in der Sammlung des in 1809. ver-storbenen Französischen Künstlers I. A. dc Sil-vestre zu PariS ; zwey andere (1810.) in demje-nigen von Paignon-Dijonval in gleicher Manier:Zwey Frauenbüsten, deren eine ein Glas, dieandere einen Vogelbauer hält. Geschabt nachihm, oder gar von ihm kennt man einen St.Jacob, bloß mit seinem Namen bezeichnet. Hier-nachst von Biidnißcn diejenigen des Königes CarlGustavs von Schweden , von einem Ungenannte»in Mcyssens Verlage; ferner des Leydener-Wund-orztcs Jacob Denys , von F. van Bleesivyck,und des Arztes Th. Eraanen von A. Blooteling.Dann von Galtungs- und zum Theil geschichtli-chen Blättern: - 4 ssemblöe äes Ltsts Aenöraux,

Toriani. ,919

und: Nestln 6u Rozr en son retsblissement,ou ^rsnä rey 38 6c Ceremonie, beyde von P.Philippe; das Frühstück, von Brand; den Alt-deutschen und seine Frau, Pendants von I. Feiglin Wien ; die Verliebte Alte (p. 1678.) von E-Pechwill zu Wien ; zwey Brustbilder junger Leu-the, deren der eine ein Glas, der ander«ein Buch hält, von Blooteling; eine junge Frau^von einem Militär hinter ihr geliebkvsr, dem sieihr Bildniß en Medaillon weist, von P. Schenk;ein Conzert von einem Ungenannten (diese vierletztgenannten ebenfalls geschabt).

* Toresani (Andreas). Nach Einigen st. ererst 1760. ungefähr 33 . I. alt. Lanzi (L6. tors.)III. 278. nennt ihn einen wackern Zeichner. Erarbeitete mehr zu Mailand und zu Venedig , alsin seiner Vaterstadt Brescia . Neben dem, wasschon das Lex. von ihn, meldet, malte er auchThiere. Die Figuren in seinen Landschaften wa-ren von ziemlich gutem Geschmacke. Drey land-schaftliche, zum Theil ausgetuschte Federzeichnun-gen (eine mit rother Dinte) von ihm besaß »8»».noch der Erbe des Kunstdilettanten Paignon-Di-jonval zu Paris . In dem Verzejchuiße wird erirrig Torezani geschrieben.

Torgeur (Heinrichs. Auf mehrern vor uns lie-genden Bildnissen Französischer Generale in Medaill.(z. B. Beurnouville, Augereau, Hoche rc.), nenntsich der Kupferstecher derselben, zu Paris 179. - ,gut punktirt: //§»,->, Dagegen auf dem

Biidniße des Generals Jourdan:

Ein sonderbarer Fall: Welches ist nun der wahreName? Da Buch - und Kunsthändler unsererZeiten in Deutschland kunstbetruglicherweise an-gefangen haben, Kupferblatter sogar mit demNamen des Stechers des Originals kopiren zulasse» (vorzüglich in Bildnißen; wo dann dasBild dieses und jenes Engländers oder Franzo-sen, als von achtem Englischem oder Französi-schem Ursprünge in Anzeigen ausgetrommelt wer-den kann, um die Käufer, wie durch eine bessereAukhorität anzulocken), so denken wir mag esauch mit obigen, die, wenn wir nicht irren, zuLeipzig Aeftweise erschienen, der Fall seyn; unddann häkle der unachtsame deutsche Kopist dieSchuld zu tragen. Dies ist unserer Vermuthungnach gläublicycr, als daß der Französische von demStecher der Bildliche zu unterscheidende Schrift-stecher diesen Fehler begangen hätte. Noch istanzuführen, daß gedachte Blätter nach der Zeich-nung von Hilaire ie Dru gestochen sind. Il-n.

Tot» (Gottfried), s. unten Tory.

* Toriani (Franz). Das Hauptgemälde desChoraltars der Jesuitenkirche zu Luzern ist vonseiner Hand. S. Busingers Befchr. vonLuzern S. 42.

* (Franz Jnnocentius). In der

Kirche der Abtey Kremsmünster findet man vonihm einige Altarblätter; wie z. B. Christus amKalvarienberge, und den Leichnam Christi. Auchdie fürstliche Abteykirche zu Muri in der Schweinbesitzt sieben Gemälde von diesem Künstler.

* oder Turiani (Horaz ). Zu Ende

seines Artikels im Lex. lese man statt: H. To-riani, die Weisung: S. H. Torreggiani. Ir-gendwo wird ein Horaz Toriani als Architektdes Königs von Spanien , zu Rom genannt: istes der Unsrige? Vcrgl. auch unten rOicl. Tor-moll. Unter den Pallästen zu Rom , die ineiner Sammlung in Kupfer gestochen sind, schreibtman ihm einen zu, der Monici di St. Paologenannt wird. Noch sagt ein Gainkatalog, daß

) Von Männlich giebt vielleicht den beßern Grund an: «Weil", meint er, ^Torenvliet, wegen demverrschenden Geschmack seiner Laudsleute, aus feinen Fortschritten keinen Vortheil riehen konnte, und dahernach und nach seinen ersten, veriaßene» Styl wieder annehme» mußte."