Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
1918
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r9!Ä Torelli.

Vincenz, der einen Besessenen bc freyt, sieht manvon ihm bey den Dominikanern zu Faenza .

(L-t. rei-2.) V. 176. Von seiner Gemahlin Lurcia ssasalinl, von welcher dÄs Lex. einen eigenenArritel giebt, heißt es (l. c.):Sie malte Altar-blatter im Styl ihres Gatten, so gut sie mochte;ihr großes Verdienst aber war das Bildniß. Das-jenige von Felix, von ihm selbst gemalt, befandsich in der großen Sammlung von dergleichen aufdem Lustschloße des Grafen Firmian zu Leopolds-krön bey Salzburg . Mrc.

* Torelli (Jacob). Derselbe war der Sohneines Adelichen, und zeigte frühe ausgezeichneteTalente für die theatralische Architektur. Schonin seiner Vaterstadt Fano erfand er einige szeni-sche Maschinen, die durch ihre Neuheit ihm einenRuf nach Venedig erwarben. Hier fertigte ervollends trefliche Dekorationen aus, welche nach-her durch Stiche ins Publikum kamen. Im Theu-rer St. Johann und Paul war es, wo er zuerstjene wunderwürdige Vorrichtung anbrachte, ver-.mittelst deren man die Bühne alle Augenblickeverändern kann, und welche seither überall inAusübung kam. Von seinen spätern Kunstarbci-te» in Paris macht P. Corneille, bey Anlaß der-jenigen für das Schauspiel Andromeda, ein gro-ßes Lob. Zu Paris vermahlte er sich mit eineroedelichen de Guä, und bekam Kinder von ihr.Nach seiner Rückkehr ins Vaterland baute er aufseine und fünf anderer Kavaliere zu Fano eigene Un-kosten das Theater della Fortuna, daü durch dieGeräumigkeit seiner Bühne, und die launenhafteSchönheit der Ausführung in ganz.Europa be-kannt ist, und ihm einen solchen Ruf erwarb,daß, als in ivgg. oas Theater zu Wien in Rauch aufging, er von Kaiser Leopold berufen wurde,ein neues, nach dem Muster desjenigen zu Fano aufzurichten. Noch wollte Torellr in seinem Va-terland ein Denkmal seiner Frömmigkeit (?) hin-terlassen, und zwar durch Translazion des H.Hauses von Lorelto, welches er baute, und mitSchildereyen versah (arskitettl e llipin8e), auchdahin eine Stiftung machte, um dort alljähr-lich eine feyerliche Prozession zu halten. Dannwurde er zum zweytenmale nach Frankreich beru-fen, um ein Theater zu Versailles u. a. aufzu-führen , was aber durch seinen 1678. erfolgtenTod behindert wurde. Begraben liegt er in St.Piekro in Valle zu Fano , wo er sich selbst einenprächtigen Catafalk erbaute, bey welchem zuewigen Zeiten ein Anniversar zu halten wäre.So wahr ist es« (rufen wir niitLNilizia aus),daß Eitelkeit das Element des Menschen ist".Nach ihm gestochen finden wir, nebst dem schonoben Angemerkten , in einigen Gantkatalogcn nochbesonders angezeigt. Zu dem Drama: Die ver-stellte Thörin (l:r tinta l>a22.u) von Etrozzi, 5 .seltene Folioblattcr, die N. Cochin etzte, unddie, mit einem Titel, zu Paris rü,j 5 . erschienen;dann zu dem Ballet, die Hochzeit der Thetis,10. Folioblätter, die, von F. F. Francart gezeich-net, und von I. Silvcstre geetzt, ebenfalls zuParis 1624. mit einem Titel ans Licht traten.S. auch unten Iac. Torello.

(Johann), ein Freskomaler vonVerona; arbeitete zu London . IllaAi Veronarllu8trara. D. 111. p. Z08.

(Joseph), welcher im Lex. unter

seinem Bruder Felix erscheint. In Rlüge!'s»narhemarischem N)örrerbuche finden wir un-ter dein Worte Perspecrio u. a. folgendes Werkbenennt: Ao5e/stri ? » Veronen.cks, Lle-

mentorurn ?ro8pebtlvas libri II. opus pöstliu-rnnm, recens. et ecl. jo. Ilapt. DertolrurCenturio, -Lrcditectus. Veronas 1787. 4 ".

oder Tonelli (Maestro). So nenntLanZl (Llj. tcrs.) IV- k) 3 . einen Schüler desLorreggio, der mit F. M- Rondam, vielleicht

Torello.

nnt ihrem Meister selbst, oder wenigstens nachdessen Zeichnungen die Frist zu St. Johann inParma Grau in Gran gemalt hat, wofür AI-legr« den Lohn erhielt; sodann (nach Rarri) mei-sterhaft Mehrercs im Kloster des gedachtcnSkiftcs.

* Torelli (Stephan). Sein erstes Gemäldezu Moskau stellte das Bildniß der Kaiserin Eli-sabeth geharnischt, und mit einem eingcflochteneuLorbeerkranz um den Kopf dar. Späterhin fer-tigte er große Bilder und Plafonds für den Hof,und wurde nachher auch von der Kaiserin Sacha-rins II. beschäftigt. FkorlUo L. S- 11. S. 5s- 53 . Er st. zu St. Petersburg 1784.Meh-rere feiner Arbeiten" (heißt es bey Rost, odervielmehr bey Huber lV. ihr.)in den Schlös-sern des Grafen von Brüht sind während dessiebenjährigen Krieges auf Befehl des Königsvon Preussen vernichtet worden. In dem SchloßePfocrthen, wo Torelli große Werke ausgeführthatte, sieht man nichts mehr; alles ward ver-brannt. Der Herr Graf Marcoliur, jetziger Be-sitzer des Brühlischen Gartens zu Dresden , hateinen Theil der Malereien von Torellr auf denWänden wiederherstellen lassen. Zu Nischwitz ,welches jetzt dem Herrn Doctor Lastrop gehört,wo auf feindlichen Befehl alles zerstört werdensollte, hat sich ein schönes Dcckenstnck im großenSaale des Schioßes erhalten. Der Offizier, derzu dieser Zerstörung conimandirt war, ließ dieSoldaten bloß auf die Einfassungen der Malereischießen. Alles ward nachher wieder hergestellt,ausgenommen die Flintenschüsse, davon ich noch1784. die Spuren sah. In der Niederlausitz stehtman noch zwey Deckenstücke von diesem Malerin zwey Zimmern im Schloße zu Altvordern,einem Landgute des Herrn Baron von Hcine-cke«. Eine angenehme Scizze (Galathea aufdem Wasser, von Nymphen und Tritonen umge-ben ) befand sich (1809.) in dem Kabinet des H.Hos- und Landgerichts-Advokaten Schmidt zuL>el. Selbst geetzt hat derselbe: St. Fidel vonSigmaringen , nach S. Conca; das Sakramentder letzten Oelung, nach I. M. Crespi, in derDresdner -Gallerie; Bildniß des Kapirains Wal-ter, eine Karrikatur, worin Torellr besondersstark war, und etliche Vignetten zu dem Brühli-schen BibliothekS-Katalog l. c. Llach ihm hin-wieder gestochen hat besonders L. Zucchl Vielesmittelmäßig genug. Vörderst von den Statuen,welche Loren; Mathiello (s. oben dessen Art.),nach Stephans Zeichnungen für die KatholischeKirche zu Dresden fertigte, 40. Dk. einer jetzt sel-tenen Folge; wir glauben in Tuschmanier. (A d e-lungs verz. d. Landkarren und Topogr.Blarrer Sachsens , S. 85 .) So wenigstensdiejenige von St. Vincenz de Paula; dann Sr.Michael mil der Lanze, der den Teufel zur Höllestößt: die Muse Thalia, mit ihren Attributen,wie sie auf die Reden der Venus horcht; endlichmehrere Bildniße: Der Kurfürstin von Sachsen ,Marie Antoiuette; des Sächsischen Prinz FriedrichChristian, des Grafen Heinrich von Brühl ; desersten Kurfürst!. Chirurg, Peter Charroir, undder ersten Kaminervirtuosin Faustina Haße; desMailändischen Patriziers und Päpstl. Nuntius,Fabr. Scrbelloni (Hrcüiexiiscopus katracensig).

et Dann noch M> Oesterreich

sein eigenes Bildniß in Karrikatur, und I. Wat-sou dasjenige der Russischen Gräfin von Tscher-nischew. Noch bemerken wir, daß Ste-phan für das Dresdnische Galleriewerk gezeich-net habe; ferner daß die Kupole einer der Ka-pellen der Katholischen Kirchen zu Dresden vonihm gemalt sey; dann zu Lübeck der große Au-dienzsaal auf dem Rathhause. Hernecke hlachr-.I. hi. 21h16. III. 02 3 j. Dort wird er einguter Zeichner genannt, und der mehr in der Car-raccischen als in seines Lehrers Eolimena's Ma/nier gearbeitet habe. x. t-2.

* Torello (Jacob), der Kupferstecher des