T e u rr a y»
Tounap ( ). So heisst in der Allss.
Lunstz. 8°. S. 176. ein Französischer Landschafts-maler, von dessen Arbeit auf dem Pariser-Salon1802. oder 180Z. ersichtlich war, der aber wohlkein Anderer, als der an feiner Stelle angeführtet^iclaus Taunay seyn wird.
Tour (Brisn de da), s. oben Brisn.
— — (Carl la), s. den nachstehnden Act.s. Bruders Heinr. wilh. la Tour.
— — (Claude du Menil de la), geb. zuLüneville, der die Kunst, Nachtstücke zu malen,ausnehmend vervollkommnete, überreichte LudwigXlll. einen H. Sebastian, den dieser Monarchmit vielem Beyfall aufnahm. FioriUo 111 . rOa.
— — (Friedrich Leopold de la) Canonicusin.Hildesheim , ein Kunstdilettante. Derselbe gabim Sept. 1810. Meine Anficht über den be-vorstebnden Verkauf der Gemälde-Galleriedes Freyherr» von Bradeck, zu Göderim Königreich Wefiphaken. Eine wohl kin-disch-gutmüthige, und daher, wie wir hoffen,nicht etwa spekulative Grille!
— — (Heinrich Wilhelm la), auch La-rour, geb. zu PotSdam 17H5. Sohn eines da-sigen Kochs, erlernte die Musterzeichnung anddas Formschneiden bey Johann Peter Bougan zuBerlin bis 1782. Heinrich unterrichtete nach-gehends hierin seinen Bruder Tarl Friedrich,gewöhnlich aber nur Carl la Tour, der zu Pots dam 1770. geb. wurde. Dies Gebrüdcrpaar ar-beitete nicht sowohl für Buchdrucker, sondernzeichnete und schnitt für Fabriken, auch biswei-len für Kartcnmacher, bereiste darauf Preussen»nd Oestreich, und setzte sich um 1788. zu Dres den , wo der altere eine Papierkapetc»-Fabrikanlegte (wozu spater noch eine solche von ge-druckter Leinwand kam) bey der ihm der jüngere,der sonst auch für andre Fabriken mit Beyfallarbeitete, unterstützte. Sie lebten noch i8ij. zuDresden . Der älteste dieser Gebrüder JacobSamuel la Tour, geb. zu Potsdam 176)., er-lernte die Bildnißmaleiey zu Berlin bey Hoppc,einem Historien- und Bilvnissmaler aus Wolfen-büttel, der in gedachter Stadt seßhaft war unddaselbst um 1781. ungefähr, gegen 8a Jahr altstarb. Jacob Samuel gieng von Berlin nach Pots dam zurück und st. dort um 179). Wir wollen beydieser Gelegenheit noch einige Formschncider fürFabriken benennen, die zugleich fast alle Muster-zeichner waren, und in der letzten Halste desXVItl. Jahrhunders zu Berlin lebten: Borcherr
— Johann Peter Bougan geb. zu Berlin 1700,Sohn eines dasigen Commissairs aus der franzö-sischen Kolonie, lernte in seiner Geburtsstadt,wurde dann an Fabriken nach Bayreuth , Augs,bürg und endlich nach Potsdam berufen, vonwo er sich wieder nach Berlin wandte, und hierum 1794. starb; er war ein geschickter Mann,der auch für Karrenmacher und Buchdrucker (je-doch ohne Nameusbezeichnung) geschnitten hat.
— Drey Gebrüder Eosanrier, Söhne eines Cat-tunvruckers aus der Schweiz , der sich zu Ber lin niederlies, lernten in 178.. zu Berlin ; derälteste, ein Schüler des nachfolgenden Stocket,war zugleich ein geschickter Zeichner und arbeitetezu Berlin und Potsdam ; der mittlere st. um 1790.in Böhmen ^ und der jüngste 178C. zu Berlin . —Drey Gebrüder Finckbein lernte» bey ihrem Va-ter (der um 1720. geb. war) zu Berlin um 1782.und legten späterhin ein Katlunfabrik an. — Chri-stian Lrop, eines Bauern Sohn von Rüpdorfbey Berlin, lernte bey Lippert und Bougan, ar-beitete dann in Chemnitz , Prag rc. und gieng i8lZ.durch Sachsen wieder nach Berlin . — Haug-'wiiz um i/chj. geb.,- Heinze um 1762. geb.
— Hermann Schüler von Bougan, arbeitete»achgehends zu Chemnitz . — Lippert geb. zuBerlin „m i 7 i<>. zog mehrere geschickte Schüler,
Tour. 1926
wurde endlich rasend und st. im Tollhanse zu Ber lin um i/8,. — Sröckel, geb. zu Wien , eingeschickter Formschneider, der sich nach Berlin wandte, wo er um 1780. (damals ungefähr Zo.Jahr alt) für die Simon'sche Fabrik arbeitete. —Türmer, der letzte Schüler von Lippert, um1760. geb. und noch 1808. zu Berlin befindlich.
Tour (Jacob Samuel le), s. den vorstehn-den Art. s. Bruders Heinr. Wilh. la Tour.
— — (Moritz Quintin de la) geb. zu St.
Quenti'n 1705. (a. K. 1704.), in die Akademie auf-genommen, die Einen sagen schon -740. die An-dern 1746. und in seiner Vaterstadt gestorben »788.In 1782. hatte er in seiner Vaterstadt eine un-entgeldliche Zeichenschule gestiftet. Seine Bild-niße entwarf dieser fertige Pastellmaler mit einemihm eigenen Sinn für Schönheit, wußte dasEigenthümliche eines jeden Charakters und einerjeden Stellung zu entwickeln und im vortheilhaf-testen Licht erscheinen zu lassen, gab seinen Ge-sichtern viel Relief, und dem Farbenkon eine Kraft,die sich mit Pastellfarben selten hervorbringen läßt.Leider werden aber seine Werke für die Nachweltverloren seyn, da es ihm, »«erachtet der größ-ten Bemühungen, nicht glückte, die vergänglichenPastellfarben zu fipiren, und ihnen eine längereDauer zu sichern. Jedoch sieht man von ihmin der Churfürstlichen Galerie zu Dresden zweyMeisterstücke, das Porträt der Dauphine Maria Josepha von Sachsen und des Grafen Moritz von Sachsen , welche so frisch und lebhaft sind,als wären sie so eben aus der Hand des Künst-lers hervorgegangen. Fiorillo 111 . 352 . Nochgenauer charakccrisirt Wareler seine Kunst, wiefolgt: „Er gab seinen Bildlichen jenen Ausdruck,der ihnen allein wahre Kenntlichkeit ertheilt. MitLeichtigkeit arbeitete er nicht, weil er sich einergroßen Genauheit bcfiieß, und sich nicht mit dembegnügte, was man das bloß ungefähr (a-peu-prös) zu nennen pflegt; dafür aber vollendete erseine Bilder durch genaue Toccirung, und rechendeVollendung, die ihnen den Schein der größtenLeichtigkeit gab. Hn seinem Alter verdarb er Vie-les von seinem Bcßten, wie z. B. jenes schöneBildniß von Restaut, welches er als Aufnahms-flück in die Akademie gefertigt hatte. Immerhinaber gieng er auch diesfalls von einem großenGrundsatz aus, nämlich allen Schimmer der Bey-werke den Köpfen, als der Hauptsache, aufzu-opfern; so änderte er z. B. den schönen seidenenRock von Restaut in einen einfachen braunenFrack- In seinen letzten Lebensjahren wurde eretwas zerrüttet; aber auch da noch beschäftigtesich seine, wenn schon ungeregelte, Einbildungs-kraft, mit der erhabenen Idee einer neuen, frey-lich seltsamen Cosmogenic." Bildliche nach ihmhaben gestochen: M. de l'Armessin, M- Aubert,I. Dalcchou, Basan, I. Beauoarlet, I. Berrrerham, Cathelin, tz. Coussin, Daulle, P. D u-pin, l'Epicier, Flcquet, H. Gravelot, Kauke,Littret, Massard, Melini, P. E. Moetke, P. P. Moles, G. E. Petit, Petit Sohn, I. G. Schmiv,Surugue, Tardieu, I. G. Wille, und ein Ano-nymus L. 71 . X. meist alle diese von marquau-ten Personen, und, in so ferne sie die Arbeit desMalers richtig darstellten, sicher von ausgezeich-neter Aehnlichkeir. Hier nennen wir nur: DerKönigin Maria Leskiiisky, von Petit Sohn, »udvon Lardieu; des Dauphins, von de l'Armeffi»;der Dauphine (ob dasjenige zu Dresden ) wie-der von Petit; des Marchalls von Saxen (obdas Dresdnerwon Kauke; des Herzogs von Lii-lars, von Coussin; des Marschalls von Delleisle,von Melini; des Marschalls von Löwendahl, vonWille; Fonkenclle's, von Dupin; Voltaire's undI. I. Roußeau's (Juwelen von Fiquer); dasletztere auch von Balechou; des Abbö Nollcr's,von Moles; Crebillon's von Carheiiu; des Arle -quins Lhomaßin, von Bcrterham; des Malers