Band 
Zweyter Theil [4].
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1939
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Trevisani.

neben dem Propheten im Lateran (dessen schondas Lex. gedenkt), seine vkkr Welttheile an derKupole zu Urbino , ungemein schön für Zeich-nnng, Phantasie und Färbung. In andern Städ-ten des Kirchenstaats sah' ich Mehreres von ihm;so zu Foligno , Camerino, Perugia ; und in St. Roch zu Venedig einen St. Anton , freylich mehrangenehm als stark gemalt". Die Schrift: Win-kelmann u. s. Jahrhundert hienächst (S. 235 36 .) bringt unsern Künstler überhaupt in dieGesellschaft seiner Zeitgenossen Maratti undCignani , und fährt sodann also fort: «In sei-nem vorzüglichsten Werke, einem St. Franzisc,der die Stiginate empfängt, auf dem Hauptaltarin der Kirche dieses Namens zu Rom , bewieser sich als einen glücklichen Nachahmer des Guido,welcher damals, wie man aus dem allgemeinenBestreben der Künstler, ihn nachzuahmen, wahr-nimmt, für den Kanon des malerischen Kunstge-schmacks galt. In andern Bildern, z. B. indenen zu S. Silvestro in Capite, bediente sichTrevisani hingegen sehr dunkler Schatten undeines warmen Farbentons, der etwas ins Braunefallt. Er zeichnete seine Figuren, nach damalsüblicher akademischer Manier, ziemlich richtig,ohne sich jedoch in den Formen zu einem großenGinn erheben zu können". Deutsche Gallertenbesitzen von ihm: München einen St. Seba-stian, halbe lebensgroße Figur; Schleisheiinzwey Bildniße geistlicher Söhne des KurfürstenMaximilian Emanuels von Bayern , beyde lebens-groß, das Eine wenigstens in ganzer Statur.

« Der H. von Männlich sagt von unserm Künst-ler : Er war in allen Arten der Malerey prak-tisch erfahren, ohne sich an eine reine Nachah-mung der Natur zu binden)". Dresden hatvon ihm sieben Bilder. Zwey große: Ruhe inEgyptcn g' ro" br., L/ 9" hoch, und einen Ki»-dermord, rt? 6" br., 8^ 8" hoch ; dann fünfkleine: Zwey H. Familien, Christus im Oclgar-ten, das Wunder von St. Anton , und St.Franzisc in Entzückung; Salzthalum einst dreykleine Kopien nach ihm: Das schlafende Jesus-kind ; der Heiland neben dem sterbenden Joseph,und das Urtheil des Paris . Dommersfeldenzehrn: Ammon und Thamar, Bathseba im Bad,Gusanna mit den Alten, und den keuschen Jo-seph (lebensgroße Knieestücke); Magdalena inder Wüste (lebensgroßes Brustbild); im Schat-ten sitzende Venus, und Galakhea in der Muschel,(7^ hohe 8^ br. Pendants); Herkul mit dem Spinn-rocken (^ 6" ins Geviertei. Man merkt ausdiesen Bildern so ziemlich den Geschmack desGammlers. Weiter: Eintracht und Gerechtigkeitdiktiren Merkur den Frieden (t? hoch, 5 ' br.);des Künstlers Bildniß, unverständlich rubrizirt,als ob es von Rembrandt (st. 1674) gemaltwäre. Sanssoucy in einem Zimmer des Prin-zen Heinrich: Diana und Endymion, ganze, le-bensgroße Figuren. «Das Colorit" (sagt Oe­ sterreich )ist sehr angenehm, und es herrschtviel von dem Geschmack des D. Gabbiani darinIm Französischen Museum befindet sich schonvon Alters her, unsers Wissens, von )hm einzigeine Madonna mit dem Kinde; neben ihnen eineBlumenvase, mit einem Lilienstengel und einerPaßionsblume, welche Mutter und Kind einan-der weisen. Landon (Knn. XVI. Pnb. 47 -)nennt dieses Bild von gutem Geschmack in derZeichnung, mit breitem, markigtem Pinsel ge-malt, und kräftig in der Wirkung, aber von et-was aufs Rothe ziehnvcm Kolorite. Noch sprichtvon einer sehr schönen Mutter der Schmerzen,die sich um 179p. irgendwo in Deutschland (Wo?)von T. befand, das Meuselsche A. Museum

Trew. 1939

S. 5 o 8 *). Gestochen nach unserm Künstler haben:Baron, , Bartolozzi , Charpentier , Chereau, E.Ebersbach, E. Eichel, V. Francesci, I. I. Frezza,Gregor!, I. de Herz, P. A. Kilian, Lacvmbe,E. Massi, Moette, Monaco , N. Pignö, I. M.Preißler, E. F. F. Robert, P. Rotari, I. G.Nugendas, B. Sintes, W. Walker, A-Wester-hout, A. Prestel, und ein Ungenannter bey Dre-het. Wir nennen hier nur: Des Künstlers Bildsniß von Gregori, nach dem Urbilds in der Flo-rentiner-Gallerie. Dann: Jsaak segnet den Ja,kob, und Jakob tränkt die Heerde der Nahel,beyde aus dem Kabinet Devonshire, schöneBlatter von W. Walker; die Madonna aus demfranzösischen Museum von Pigne, für's KabinetCrozat; den stigmalisirten St. Franzisc (ob denzu Rom ?) von Franceschi und Sintes; das Ur-theil des Paris , von Charpentier , schön; achtBlätter lebensgroße Köpfe, in gelb Camajeu,von Prestel, ohne Trevisam's Namen, von schö-ner Wirkung. Evnf. //Tr-ri/e»- et Ä»a-rste5. EinVerzeichniß meines sel. Vaters zahlt 26. Bl. nachihm auf. Meusel's Arch. II. (1.) 186. nenntin neuern Lagen nach ihm: Diana und Endy-mion , geschabt von Robert. Eine schöne ausge-tuschte Federzeichnung von ihm, Apollo, der dieDaphne verfolgt, besaß noch 1810. der Erbe desKunstdilettanten Paignon-Dijonval zu Paris .

Treur (JohannCaspar), Hofziseleur des Her-zogs von Würtemberg 1799. Hraars- u. Adreß-handbuch des Schwäbischen Greises auf1799. Ulm 8°. Ob er Eine Person mit demjeni-gen .... Treur I. 107. seyn mag, der imWürsrembergischen Hof- und Staaiskal. auf 1809.und 10. in gleicher Funktion erscheint?

Trew (Abdias). Ein solcher schrieb über dieKriegsbaukunst, die Jngenieurwisscnschaften, dasFeldmesscu u. s. f. Er wurde zu Anspach, wosein Vater Cantvr war, 1697. geboren, studirkeMathematik und Theologie, und war anfangsPfarrherr, wurde darauf i 63 Ü. Professor derMathematik, und i 65 o. zugleich der Physik zuAlkdorf, wo er sich besonders die Aufnahme derAstronomie sehr angelegen seyn ließ, und 1669.starb. Eines seiner Werke fyhrt den Titel: Mn-nnals Oeometrias practiose, oder ein geome-trisches Handbüchlein vom geometrischen Abriß,Abtheilung, Verwandlung, Vergrößerung undVerjüngcrung geometrischer Figuren, und wiesolches in der Astronomie, Compaßmachen, Landsu. Fcldmessen, Bau - und Büchsenmeisterey, Mu-sica und Orgelmachen, Malen und Visiren ohnekostbarlichen Apparat sonderbarer Instrumentennützlich zu gebrauchen. Nürnberg 8°. SeinLeben findet sich in: ^i-rr Vitis Professor,pkilosopkiae, ^kllork. 40. 1728. x. i 55 . «09,so wie auch dort sein Bild in 8°. von Wolfg.Ph. Kilian gcetzt. Dasselbe hat man nochmalsbezeichnet: ist. /. Kchollerber^er so. A'o/r.

exe. Noch bemerkt uns eben einFreund: Einen Aufriß von Altdorf gab er i 658 .in Bogengrvße. Eine Kopie davon verlegte spä-terhin der vorgedachte Job. Ad. Trew; auf ih-ren erstem Abdrücken ist der Name Trew in Ireuvcrstochen. Solche kam nachgehends in den Ver-lag der Kunsthändler David Funk, I. A. vonKreuz u. s. f. Man kennt auch von ihm gezeich-net , ein Kupferblatt mit zwey Abbildungen desKometen von 1692. Sein (oberwähntes) vonSchollenberger gestochenes Bildniß in 4 ". ist mitund ohne den Gnadenpfenning zu finden. Eindrittes kleines ovales Bildniß von ihm, aufeinem Titelblatte in 4°., giebt seinen Namen

-") Wohl gefunden: Ei» vortrefflich auf Holz von ihm gemaltes Bild, einer solchen schmerzhaften Mutter- Gottes,befindet sich nämlich in der nachgelassenen Sammlung des Hofrath Beirers (««jetzt bey dem Gcnchtsassefltrwerneburg zu Mühlhausen in Thüringen ) verkäuflich. Der gedruckte Katalog sagt ohne Uebertreibungvon solchem: Der kiesste Kummer in alle» Allgen; das schwerste, sprachlose Seelenltiden i» dem hlnstanen-den Auge voll Thränen. Der Schmerz scheint verkörpert zu seyn, rn diesem unvergleichlichem Gemäldeergreift mit rührender Gewalt jedes Herz. Es ist -7 hoch, -3 1/2" breit.

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