' Troy.
er in nach Paris zurück, und erhielt eineStelle unter die Mitglieder der Akademie DasGemälde, das er für seine Aufnahme verfertigte,stellte das tragische Ende der Familie der Niobe dar. Vertraut mit dem edeln Geschmack in Ita-lien konnte er sich nicht mit der verdorbenen inParis herrschenden Manier aussöhnen, und nochweniger unter die Menge verlieren, welche Coy-peln, während der Regentschaft, als ihr Ober-haupt betrachtete, und ihm auf alle Weise nach-zueifern suchte. Er bemühte sich daher, in Rom angestellt zu werden , wo er auch, wie schon dasLey. sagt, zum Direktor der Akademie ernanntwurde. Merkwürdig ist es indessen" (heißt es dannweiter, mit dem Vorhergehuden in merklichemKontraste), „daß de Troy, uncrachtet seiner inItalien empfangenen Bildung, in mancherlei Feh-ler verfiel, welche den Französischen Künstlernausschließender Weise eigen waren. Seine Grup-pen sind mit Würde componirt und gut vertheilt;aber die Charakteristik derselben ist mehr konven-tionell als wahr und gefühlvoll. Sein Colorikist harmonisch, aber dennoch falsch, wenn manes genau prüft; so wie auch seinen Figuren Aus-druck in den Gesichtszügen und Handlungen man-gelt, der öfters, wenn er ihn übertreiben wollte,in Contorsionen und theatralisches Wesen aus-artete. Ueber die Art, wie er seine Zöglinge be-handelt, treffen die Schriftsteller nicht überein.So viel ist gewiß, daß er zu Rom sehr in An-sehen stand, und selbst von der Akademie des H.Lukas zu ihrem Mikgliede und endlich zum Di-rektor erwählt wurde. Aber dennoch fiel er indie Ungnade des Hofes oder vielmehr des Bru-ders der mächtigen^ Pompadour, daher er imJahr lyho. die Würde als Direclor der franz.Akademie zu Rom niederlegen mußte, welche mandem Charles Nawire übergab, Von seinen Schü-lern sind mir nur zwey, nämlich Favray und duFlos bekannt". Dann lesen wir von ihm beywareler: „In Italien studirte er die großenMeister, ohne ihren Geschmack anzunehmen, undkam dann nach Frankreich zurück, wo er einesgroßen Rufes genoß. Ein gewöhnlicher Künstlerwar er allerdings nicht; aber einer von denen,deren Talent und Glück einer Schule nachteiligseyn können. Seine Zeichnung hatte wenig Cha-rakter und Richtigkeit; sein Colorit war ange-nehm , und die Gruppirung seiner Figuren hatetwas Großes. Ueberhaupt aber stellen seine Bil-der weniger historische als Opern-Auftritte dar;in Schmuck und Zierde herrscht ein Unmaaß vonReichthum. Seine Stellungen sind bisweilen nichteinmal so richtig, als man solche von gutenSchauspielern federn dürfte; eben so sein Aus-druck schwach und gemein, und die Köpfe wedergroß noch schön *). Jedermann kennt seine Ge-schichte der Esther, und die Erbeutung des gol-denen Vließes, welche auch in Gobelin ausge-führt sind". In Rom finde» sich verschiedeneArbeiten von ihm. In Deutschland besitzt vonseiner Hand die einzige Gallerie zu München eine Erziehung der H. Jungfrau, in ganz kleinenFiguren. Gestochen nach ihm haben: I. I. Avril,I. Beauvarlet, F. Boucher , L. Cars, I. Che-reau, C. N. Cochin, I. Danzel, I. Daullö,F. Deschamps (Deauvarleks Gattin), L. Des-places, E. Eichel, L. l'Empercur, St. Fessarb,E. du Flos, tzb C. Gallimard, B. L. Henriquez,üerisset, G. B Hutin, Jenrat, I. Johnson,Eh. Levesque, I. L. le Lorrain, I. P. Parro-<el, I. B. Scotin, L. Surugue, H. S. Lhormassin, E. C- le Tournay, S- Vallee, I. C. leVaffeur, Dien . Die Katalogen von KVi»k!er
Troya. ryZz
und Brandes führen ungefähr ein 3 s. der Blatternach unserm Künstler von diesen Stechern, und zwarnicht immer dieselben an; und nennen als schön,aus der Altkestainentischen Geschichte: Das Ur-theil Salamo'ü von Beauvarlet und die Königinvon Saba von Gallimard; Esthers Ohnmacht,ihre Toilette (?)., Mardochqi will vor Haman dieKniee nicht beugen, und Esthers Krönung, alleviere von Beauvarlet, und zumal die drey letz-ter» besonders schön, und in guten Drücken sel-ten ; Mardochai's Triumph, von Parrocel geetzt,ebenfalls selten. Aus dem neuen Testamente ein-zig eine Verkündigung von Hutin, und eine Ge-burt von Deplaxes, welche kfin besonderes Loberhalten. Dann aus der Fabelgeschichte: Venusdie sich an Psyche rächt, von April; Diana imBade, von Bcauvarlets Gattin, die verbrannteCreusa, von Danzel, das Urtheil des Paris , undSalmacis und der Hermaphrodike, beyde vonDaullö; Pan und Syrinx von Henriquez, denRaub der Proserpina, Acteon in einen Hirschverwandelt, und den Triumph der Galakhea,alle dreye von le Vasscur, Von neuerer Geschichte:Die Pest von Marseille , ein großes, sehr schö-nes und sehr seltenes Blatt, von Thomassin.Don Gattungsstücken endlich: Die Toilette zumBall, und Rückkehr vom Ball, beyde von Brau-varlet, und den Feuillantr Prüder Blaise, vonBoucher geetzt. Noch bemerken wir, einerseits:Daß unser de Troy von n. Darstellungen ausdem Lebe» St. Vincents de Paula, welche, nebstihm, von Fr. Andray, B. Ferek, L- Gallyche,und I. Restyut (wo?) in Gemälden aufgestelltsind, dreye gefertigt habe: Wie der Heilige meh-rere Priester zu wöchentlichen geistlichen Unterre-dungen sammelt; wie er dem sterbenden LudwigXlll. Trost ertheilt, und wie Anna von Oestreichihn zu ihrem geistlichen Rathgeber macht, wodann, nach Bonnart's Zeichnung, das erste unddritte von Scotin, das zweyte aber von Herissetgeetzt und von Jeurat mit dem Grabstichel vol-lendet worden, und anderseits, daß mein scl.Vater drey Blatter kannte, welche: Die St. Bac-tholomäns-Nacht mit der Ermordung des Admi,rals von Coligny , von Dcsplaccs — ein Em-blem von der Majorennität Ludwig XV , vonSurugue, und: Heinrich IV. ertheilt Ludwigvom Himmel herab — vergebens! guten Rath,(von G, Thomassin gestochen, und von dem Unsri-gen, für Voltaire's Henriade ( 4 ° k-onstros 728.)gezeichnet darstellen). Einige akademische Handzeich-nungen von ihm, und das Studium des pom Toderstandenen Christus, Alles in weiß und schwar-zer Kreide, besaß 1810. noch der Erbe des Kabi-nets Paignon-Dijonval zu Paris . Lonk. auchüber die Stiche »ach ihm den Katalog eben er,wähnten Kabincts.
* Troy (Johann Baptist de). So erscheintbisweilen der Name des vorstehnden Joh, /ranzirrig auf Blättern nach demselben.
— — (Mariane) , Tochter von /ranz,
soll sich ebenfalls in der Malerei geübt haben.
* — — (Niclaus), s. oben /rqnz de
Troy, gleich im Anfang des Art. desselben.
Troya (Felix), ein Spanischer Maler, Schü-ler von Huerra, geb. zu St, Felipe, nahe beyValenzia. Mo. und gest. lyZr. Derselbe erhieltdurch sein gefälliges Colorit einen gewissen Ruf,den er durch leine nachläßige Zeichnung wohlnicht gewonnen hätte. Da er keine Arbeit ab-
'") Gault de St. (Fermriin IN! ^rois Liedes 6s pslnturs 6e k'ravce p. 220^-21. (not.) bemerkt über ihn:<3n bcn blühendsten Epochen des Neuigkeiten-Commerzes (äu commerce <le curiosne,?) waren einige Bil-der dieses Künstlers gesucht; aber ihr Ruf geriet!. Immer mebx ins Abnehmen. So ipurde z. B. von ihmeine Armida, im Begriffe den Ni'naid zu morden, auf der Versteigerung von I'Empereur br. .y hoch)um >2,2 Fr., späthcrhin aber, auf derjenigen des Prinzen von Conti, bloß um 821. losgeschlagen. ^rit-zen und Zeichnungen von ihm befanden sich in dem Kabiuet des in >809. verstorbenen Franzoiische« Künsteiers I. A. de Sikvestre»
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