Tupilew.
Eupilew ( ). So hieß um r 5 o 4 -ein Rus-
sischer Professor derGeschichtsmalerei (wohl selbstausübender Künstler) , Mitglied der Kais. Aka-demie zu St. Petersburg . Oeffentl. rssachr.Wahrscheinlich derselbe, welcher, unter demNamen
Tup »Iew (Iwan), schon um i794. als Aka-demiker, und damals ernannter Professor, beyFiorillo (K. S. 11 . 71.) erscheint.
* Tura oder Turra (Cosmus). Derselbe
war Hofmaler zu Ferrara , zur Zeit des Dorsod'Este und Litus Skrozzi, der ihn in seinen Ver-sen erhob. Sein Styl war trocken und gemein,wie er's in der damaligen vom wahren Pastosenund wahren Großen noch entfernten Zeit zu seynpflegte. Seine Figuren sind auf Mantegna's Arteingepackt (fasci-tte); die Muskeln stark angedeu-tet; die Architektur mit Fleiß gezeichnet; die Bas-reliefs und andere Verzierungen mit einem bisauf Kleinigkeiten möglichst genauen Geschmackausgeführt; was man Alles besonders in jenenMiniaturen bemerkt, die von ihm in den Chor-büchern des Doms und der Carthause zu Fer-rara , als die größte Seltenheit den Fremdenvorgewiesen werden*). In feinen Oelbilderndann, wie ;. B. in dem Christ in der Krippe inder Sakristey der Kathedrale, in der Geschichtevon St. Eustachio im Kloster St. Wilhem, inder Madonna mit den HH. in St. Johann (Al-les zu Ferrara ) erscheint er manigfaltig; in gro-ßen Figuren eben nicht am Beßren, wenn gleichBaruffaldi seinenFrescoarbeiten im PallasteSchi-vanoja großes Lob spendet. Dieselben sind in 12.Wandbilder eines großen Saals abgetheilt, undmachen ein ganzes Gedicht aus, von welchemBorso d'Este der Held ist. In jedem Bilde wirdein Monath des Jahrs dargestellt, und mit sei-nen astronomischen Zeichen und den auf jeden sichbeziehenden Gottheiten sehr gelehrt angedeutet,was wahrscheinlich von dem bekannten Saal inPadua entlehnt seyn mochte. Eben so erscheintin jedem Monath erwähnter Fürst in den Geschäf-ten, die er in solcher Jahrszeik gewöhnlich trieb— auf dem Gerichtstuhl, auf der Jagd, imSchauspiel — Alles mit angenehmer Abwechse-lung, und voll Poesie, (K6. terrr.) V.
226—27. Der Almanach aus Rom 1811. (w.Dez.) setzt die Blükhezeit dieses Künstlers, zu frühe,in 1420. an.
Tura (Johann di) , s. unten Johann d»Turino.
* Turanius, von Fregella, s. Turianusim Lex. und gleich unten, in diesen Zusätzen.
Tucba (Wenzel), ein Steinmetzmeister ausBöhmen , der um 1719. an dem massiven Kirch-lhurm zu Bockau im Sächsischen Erzgebirge ar-beitete. G- Rörner Bockauische Chronik.Schneeberg 1760. L°. S. 164.
Turcari, s. oben Tourcary.
Turcheeri (Zerbino) arbeitete als Bildhaueran dem Dome zu Orviero 160Z. 8tori» äelDuomo cli Orvieto. stom. 1791. p. 35 a.
* Turchl (Alexander), st., nach Einigen, inr 65 o., 70. Jahr alt. Wieder andere letzen seineGeburt zu Verona in 1600. und seinen Tod in1670, an. passen will wissen, daß derselbe denBeynamen Orberro erhielt, nicht weil er, alsKnabe, seinem Vater, oder vollends, um sicheinen Nolhpfenning zu erwerben, einem andern
Turchi. 1959
Blinden zum Wegweiser gedient, sondern weiler selbst etwas Myops war, was man an sei-nem linken Aug will entdeckt haben, wie Bran-dolese bemerkt, der seinen Kopf nach einem Ur-bilds stechen ließ, das ein H. Vianelli besitzt.Sein erster Lehrer Brusasorci entdeckte aus sichernSpuren seine ausnehmenden Talente, und brachteihn in Kurzem so weit, daß er bald eher einNebenbuhler als ein Schüler seines Meisters zunennen war. Alsdann ging er nach Venedig un-ter Carl Caliari, und späterhin nach Rom , woer sich einen ganz eigenen Styl bildete, der vielKraft, aber noch mehr Anmuth hatte. Hier nahmer seinen festen Sitz*), wo man ihn mit Sacchiund Berretkini in der Kirche della Concezione u.a. w. wetteifernd antrifft. Sein Meistes aberbesitzt Verona an öffentlichen und Privatstellen.Schon die einzige Familie Ghirardini (nicht Ghe-rardi, wie das Lex. sagt) , deren Gönnerschaftund Unterstützung er selbst noch in Rom genoß,hat Schatze von ihm, welche mehrere Gallertenzieren könnten, und wo man seine Fortschritte zuimmer mehrerer Correktheit und Schönheit be-merken kann. Einige haben ihn mit H. Carracci verglichen; was aber viel zu weit geht. Wohlbemerkt man in seinem Sissera im Hanse Colonnaund anderwerts eine Nachahmung von Hannibals Zeichnung; was ihm aber nicht immer gelang, sowie überhaupt sein Nacktes, worinn jener sichden Alten näherte, nicht das Verdienst seines Be-kleideten hat. Etwas zu weit hinunter setzt ihn frey-lich z. B- passeri, wenn derselbe, aus Deranrlaßung seines Bildes bey den Kamaldulensern inRom , ihm den rechten (perletto) mulerschen Ge-schmack absprechen will; und eben so pascoli,der Leben des Gimignain) schlechtweg sagt, daßder Uusrige in Rom eines gewissen Rufs genossenhabe. Aber anziehend ist er sicher überall. Ueber-haupt schien er nach einer Mischung verschiedenerSchulen zu strebe»; dann aber that er eine ge-wisse Originalität hinzu, die sich besonders inseinen edel» Gesichtsbilbungcn und in dem Lebenund der Mürbigkeit seiner Carnationen aussprichr.In Wahl und Ansspenbung der Farben war erein Meister, und hatte ein Röthliches (rossox'nols) das seinen Bildern eine Frischheit giebt,woran man ihn bald überall erkennen kann; auchheißt es, daß er diesfalls gewisse Gehcimnißebesessen habe, die bey manchem seiner NachfolgerNeid erweckten. Wirklich zog er, über die Wahl,Reinigung und Handrhierung der Farben die Ehermisten zu Rath. Wie wenigen Künstlern vonheut zu Lage ist eine so nöthige Sorge auch nurzu Sinne gestiegen! In St Stephans zu Ve-rona malte Turchi die Leidensgeschichte der 4 ».Märtyrer; ein Werk, das im Farbenimpast undin den Verkürzungen viel von der LombardischenSchule, in Zeichnung und Ausdrucke von derRömischen, und im Colorite von der Florentini-schen hak. Dasselbe gehört zu den überdach testen,vollendetsten »nd zugleich fröhlichsten seiner Arbei-ten, mit einer Auswahl von Köpfe», die anGuido erinnern, und mit großer Kunst der Zu-sammensetzung , welche einen so verwickelten Ge-genstand so wohl zu ordnen, zu entwickeln, unddie Theile so wunderschön abzustuffen wußte.Uebrigens war er keiner von den Künstlern, wel-che nach Hauken Figuren betteln gingen, um ihrTuch auszufüllen, sondern vielmehr schien er sichbey einer kleinen Zahl besser zu gefallen. So hatseine Pieta in der Miserikordienkirche zu Verona (deren auch das Lex. gedenkt) nur dreye: DenLeichnam, die H. Jungfrau und St. Nikodemus,aber so gut gezeichnet, componirt, gestellt undkolorit, daß Einige es für sein Beßres, undüberhaupt für eines der vorzüglichsten Bilder dje-
'-) Diejenigen im Dome wurden ,471. dorthin geschenkt, und man zog sie noch den sonst so berühmten in demDome zu Sieiia vor.
-) Und — eine schöne Frau, die ihm, so wie spätherhin seine Töchter, bey seinen Bildern oft r» Modeltendienen mußte».