Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
1998
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ig93 Vanloo.

Auf der Versteigerung von Ludw. Mich. Vanloo

für 720 L.

- - Prinzen Conti - 5 or -

« - Abby de Juvigny - 406 -

- - Boileau's - 36 o -

Alles dieses mit der Schlußbemerkung:Aus

obiger Notiz ersieht man den fürdauernden Vor-zug, den die Französischen Liebhaber des X VIll.Jahrh, den Werken von Carl Vanloo vor allenandern Künstlern ihrer Nation gaben. Und jetztgelten seine Werke so wenig mehr."

Auch von seinen Handzeichnungen werden beyd'Andt'v-ZZardon mehrere angeführt, so wie sichsolche 1765. in den Händen Französischer Dilet-tanten befanden *).

Endlich soll er selbst einige Studien nach Wat-teau, sechs akademische Figuren nach eigenerZeichnung, eine Madonna nach H. Carracci , undDiana und Endymion, ohne weiter» Namen alsden seinigen, gcetzt haben. Das Platt nach Car­ racci muß sebr selten seyn, da sich nach d'Aildrö-Bardon dasselbe in Frankreich einzig im Cabi-net Marictte befand; und jenen akademischen Fi-guren legt er (nach Gebühr) die beliebten Epi-theten: brüt pittoresgue und noch gar: simsbleirre^ulsritö tullles bey. Auch in dem Werke:Porubesux etc. ües liomrnes illustres lle latirancle Uretagrie sollen sich zwey Blätter vonihm (wohl aber eher nach ihm) finden.

Gearbeitet dann nach unserm Künstler haben,bald alle zeitgenvssige Französische Stecher vonBedeutung; als: I. K. Anselin, I. Avril; I.Balcchou, I. P. le Bas, F. Dasan, N. D. Deauvais, I. Beauvarlct, de Bellay, Binet, L.Bonnet und ein Anonymus in desselben Verlage,A. Bregnon; S. Carmona , L. Cars, Caylus,Charpentier , Chcreau der jüngere, C. N. Cochin,«in I. F. C.; F. A. David, I. Daullö, Des,marteau, alter, L. Desplaces, C. und P. Dre-vet, C. Duchange, C.u.N.Dupuis, Durnisseau;F. l'Empereur, B. l'Epicie, P. C. L. Evesque,L. Exhaw; I. Fabcr, St. Fessard, I. Finlayrson, I- I. Flipart, C. Ia Fosse, I. C. Fran-yois, I. I. Frezza; R-Kaillard, Gilberg; F.E. Hemery, B. >L. Henriquez, F. Horkemclö;N. de Larnicssin, C. A. Liktret, I. B. de Lor-raine, Males, R. E. Marliö vermählte l'Epiciö,

L. A- Martinet vermahlte Duvuis, C. von Me-cheln, S> C. Migcr, P. P. Moles; I. I. Pas-quier, St. Paul, Peroneau, L. des Places,Ponce, Porporati; F. S. Ravenet, Anonymusin I. E. Ridingcrs Verlage, A. L. Romanct,

M. A. Rousselet, ein I. R. ; I. Simon, R.Strange; N. Tardieu, S- Thomassin, Th. Trottter; Darin, F. und N- Vonez; Wagner, I.Watson, Wille, C. I. Wüst, (Sa. über 70.Künstler) und wohl mehrere andere. Von denBlattern dieser Künstler nennt Maeeler beson-ders: Die oben erwähnten Vermahlung der H.Jungfrau, von C. Dnpuis, und Encas und An-chiseö von N. Dnpuis; die Auferstehung vonCarmona, das Rcceptionsbild Apollo und Mar-siaö von Migcr, die auch oben angeführte Spa-nische Conversation von Beauvarlct, und denSilenstriumph von l'Empereur. Dann heißt derWinklersche Gantkatalog, als vorzüglichAbra-ham und Agar von Dupuis; St. Genevieve von

Vanloo.

St. Paul geschabt, und eben dasselbe von Bale-chou gestochen, beyde sehr schön, letzteres äußerstselten und des Künstlers letzte glänzende Arbeit;dann sieben Blätter jenes schon genannten LebensSt. Gregors, von sieben verschiedenen Stechern;Hcrminia und der Hirte (aus Lurin) nach Lasso,von Porporati, sehr schön; die Munterkeit vonLevesque; dann die ebenfalls schon obengenannteSpanische Lektüre von Beauvarlct; den Heu-rathsvertrag von R. Elis. Marlie l'Epicier (diedrey letztgenannten sehr schön) und das Conzertdes Großsultans von Liktret, Der Katalog vonBrandes endlich spricht sein Urtheil belle überweit mehrere aus, und heißt, »eben einigenschon genannten, vollends rres-belle: EineBärenjagd **). Von Bildnissen ist seine Madrmoiselle Clairon, von Cars und Beauvarlctgemeinschaftlich gestochen, nicht ohne Grund einberühmtes Blatt ***). Im Kleinen findet sichnach ihm im im vierten Hefte von Ligny's tki-stcüre cle ^jesus Ckrlst eine Flucht nach Egyp-ten, und im Fünf und zwanzigsten seine inehrge-nannte Verlobung der H. Jungfrau, letztere vonPonce.

vanloo (Claudius), dritter Sohn JohannBaptist'«, Schüler seines Vaters (unter dessenArt. er im Lex. erscheint), von dem uns aber nichtsweiter bekannt ist, als daß er bloß 17. I. alt z»London gestorben sey, nachdem er schon mancheProben seiner Kunst abgelegt hatte. FiorilloIII. Z2Z.

(Franz), welcher im Lex. unter demArt. seines Vaters, Joh. Baptist'«, erscheint;desselben vierter (3. b., wir glauben irrig, zweyter)Sohn und Schüler. Neben dem dort Enthalte-nen wissen wir nichts von ihm zu melden.

( ). Einen andern jüngern /ranz

dieses Geschlechts, geb. i/ 5 o. nennt unsers Wis-sens der einzige Katalog von Paignon-Dijon-val, in dessen Sammlung sich (1810.) sechs Zeich-nungen von demselben, in verschiedenen Manie-ren befanden; darunter des Marsias Wettstreitmit Apollo, und seine Strafe. Ungefähr, wasvon Franz dem altern, gilt von

* (Hypolitus), Johann Baptist'«jüngstem (fünftem) Sohne, welcher im Lex. eben,falls ganz kurz am Schlüsse des Art. seines Va-ters erscheint. Seinetwegen sprach derselbe, aufdem Todbett:Ich sterbe mit dem einzigen Be-dauern, daß ich diesen Sohn nicht unterrichtenkonnte; die andern haben meiner nicht mehr von-nöthen." Indessen genossen beyde des traurigenTrostes, daß der Knabe, wirklich noch minder-jährig, dem Vater sehr bald im Tode folgte.

* (Jakob), des folgenden Johann'«

Sohn (welcher im Lex. im ersten Art. der Künst-ler dieses Geschlechts erscheint) bildete sich zu ei-nem braven Bildnißmaler, lebte eine Zeitlang zuAmsterdam , und gicng endlich nach Paris , woer das Bürgercechk, und i66ä. eine Stelle in derAkademie erhielt. Eine seiner beßten Arbeiten istein Bildniß des ältern Michael Corneille, im Ge-schmacke Vandyks gemalt. Er st. 56 . I. alt 1670.(s. ü. 1668.) Von ihm

i 65 o. gemalt, und nach ihm, in neuern Tagen,von Porporati gestochen, nennt der Katalog vonPaignon-Dijonval: le Coucker, Frau in gan-zer Statur (wahrscheinlich nackt) von Hink-n.

") 2 » demn'nzi'gen Kabinetpaikmon-Dljonvak (1810. noch) über -!o. Dar»"t"' Juno, die den Acoliis ins ei-ner Höhle besucht; Medea, 'd>e den Iason verläßt, nachdem l>» -'»»> leine Linder gelobtet; die schöne aka-demische Figur eines an den Baum gehefteten Marsyas ; das Uebrige ebenfalls aller Gattung Studien vonganzen Figuren, dann Köpfen u. s. f. in mannigs-lkigen Manieren, doch meist in schwarzer, rother undweißer Kreide.

Diese, so wie eine Strauffenjagd, in 1756. gemalt, und in der Königl. Französ. sogenannten Galeriedes pckirs 'Lparremeilts befindlich.

er»») Bey LVinklcr und Brandes find die sämtlichen Vanloo's «. v- H zu suchen. Eine reiche Litteraturder Blätter »ach dem Unsrigen f. auch im Katalog von Paignon-Dijonvat.