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vasari (Andreas). Von einem Maler diesesNamens soll sich Arbeit im Königl. Schlosse zuMadrid befinden.
* — -- (Georg), der altere. Lanzi (L6.tert.) I. 186. rühmt seine Geschirre, Basreliefsu. s. f. von Thon, welche im Geschmacke derAlten geformt, und mit hellen Firnissen überzo-gen waren, dergleichen sich noch in der Gallcrlezu Florenz vorfinden sollen.
* — — — —, der jüngere, Sohnssohndes Obigen, geb. zu Arezzo ihr-r. Sein Vater,Antonio, war zwar nicht Künstler, der aberden Unsrigen, wie er in seiner Selbstbiographiekindlich rühmet, zu allem Guten, und nament-lich auch für die Kunst erzog. Daneben beschäf-tigte er sich (wer sieht es nicht seinen Schriftenan?) mit mancherley Wissenschaften; und irgend-wo lesen wir, daß er schon i« seinem neuntenJahr den Virgil auswendig wußte! — Unterseinen Lehrern im Zeichnen nennt Lanzt (Lchters.) I. 186. auch einen Priors *); dann Benrvenuto Cellini, was aber Fiorillo (l. Zcp.)nicht zugeben will in der Malere» führtenihn Rosso und Primaticcio ***) an. Aber seineeigentliche Schule war Rom , wohin der KardinalHippolykus von Medicis (nachheriger Papst Cle-mens VII. ) ihn führte, und der eigentliche Stifterseines Glückes war, da derselbe ihm die Achtungjener Familie erwarb, welche ihn nachwerts mitEhren und Reichthümern überhäufte. Hier zeich-nete er nach den beßten alten und neuen Mu-stern, und bildete sich einen Styl, der hievonden Beweis ablegt; immerhin aber, wie esscheint, mit entschiedener Vorliebe für M. An-gela. Nachdem er im Malen eine gewisse Stärkeerlangt, legte er sich, (wie damals fast allegroßer» Maler) auch auf die Baukunst, und zwarmit nicht minder bedeutendem Erfolge. Dadurchwurde er bald, nicht bloß in Rom , sonderndurch ganz Italien bekannt, und erhielt mancher-ley Aufträge, ansehnliche Bauten zu leiten, undnachher mit seinem zPinsel in alieweg auszuzieren.Als Maler arbeitete er zuerst besonders in ver-schiedenen Klöstern der Camaldulcnscr, und Oli-vetaner - Mönche; bey diesen letztem zu Rimini die Morgenländischen Weisen, und allerley inFreseo's; eben so in denjenigen zu Bologna undNeapel ; dann in mannigfaltigen Kirchen durchganz Italien, von Rom bis Venedig und Ale-xandrien; zu Rom besonders im Kanzleysaale desVatikans Geschichten aus dem Leben Paul lll.dies auf Befehl des Kardinals Farnefe, der ihmauch den ersten Gedanken zu seinen Biographiengab. Nebst dem durch alle jene Arbeiten erlang-ten Ruf, war es vornehmlich Duonaroki's Freund-schaft, welche ihm Cosinus 1 . Einladung nachFloren; erwarb. Dahin ging er mit Weib undKindern » 555 . wo man ihm sofort die weit-schichtigsten Werke auftrug. Hier nennen wirnur die Fabrica degli Uffizi und den PalazzoVecchio , wovon er die erstere erbaute, und demletzter» durch seine Verbindung mit dem PalazzoPitti eine bessere Form gab, und beyde durch seineneignen sowohl als durch den Pinsel seiner Schuleso ausschmückte, daß er bald in jedem Zimmerirgend eine That der Familienglieder ihrer Be-
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wohner zu verewigen wußte ^); seiner Staffeley-bilder , seiner Anordnung von Festivitäten u. s. f.u. f. nicht zu gedenken, was man Alles in seinerSelbstbiographie, die er bis » 55 ?. fortsetzte, undin der Vollendung derselben durch eine andereHand, bis an seinen 15 / 4 - erfolgten Tod nach-lesen kann. Lanzi I. c. 187 — 88. Nun folgtbey diesem Schriftsteller die Kuustcharakteristikunsers Giorgio substanzlich also: »Kennte mannichts von ihm, als einige seiner schon erwähn-ten Arbeiten im Palazzo Vecchio , seine unbe-fleckte Empfängniß in St. Apostolo zu Florenz (welche Borghini für sein Beßtes halt), seineEnthauptung St. Johanns in desselben Kirchezu Rom , das Gastmahl bey Ahasverus bey denBenediktinern zu Arezzo , und so viele seiner Bild-nisse, welche Borrari nicht ansteht Giorgjonischzu nennen, so würde sein Preis weit größer beyder unbefangenen Nachwelt seyn; allein er wolltezu Vieles fertigen, und zog die Geschwindigkeitder Vollendung vor 4 ^)- Daher, ob er gleichein guter Zeichner war, sind seine Figuren nichtalle correkt; und eben so sein Kolorit matt, weiler sich schlechter Farben bediente, die er danebennicht mit genügsamem Jmpasto auftrug. Sosein St. Sigisniund in St. Lorenzo, den jedochder Großherzog Cosinus so sehr bewunderte, undder jetzt so gut als erloschen ist; daher er dennauch in seinen Schriften den Künstlern allerleyAbkürzungen, wenigstens für's Praktische em-pfahl, was aber bekanntlich zu manchen Abwe-gen , und besonders zum Manierismus führte.Dessen nicht zu gedenken, baß er so viele dererhaltenen Auftrage gutcntheils durch seine Schü-ler ausführen ließ. Den schon genannten be-rühmten Saal der Canzellerie zu Rom vollendeteer in 100. Tagen , und wandte gegen verschiedeneCritiken des Werkes ei», derKardinal habe ihm dieseEile geboten. Allein Lanzi meint, vasari hättesich leichter gegen seinen Gönner mit der Unmög-lichkeit , das Verlangte zu leisten, als jetzt beyder Nachwelt mit noch so viel schönen Wortenentschuldigen können. Auch seine ganze Schulewurde durch sein Beyspiel verdorben; und Bal-dinucci wirft ihm wohl nicht ohne Grund vor,daß an dem (zugleich matten und) harten Styl,der sich von da an zu Florenz bildete, vornehm-lich Er die Schuld trage", l. c. 18g— gc>. Nocherzählt dann Lanzi l. c. igi. u. ff. ungemeinlesenswerth den Ursprung, Fortgang, und Vollen-dung von Giorgio'« berühmter Kunstgeschichte;wer ihm dazu gerathen, wer dabey behelfen ge-wesen; was für gute und schlechte Dienste manihm dabey geleistet habe. Die erste Ausgabe er,schien i 55 o. in zwey Theilen, noch ohne Bild-nisse; die zweyte 1268. dann mit solchen, undhauptsächlich mit namhaften Verbesserungen, zuwelchen er sich sogar eigene Reisen nicht dauernließ, die aber ebenfalls seinem Zwecke nicht im-mer entsprachen; daher seine öftere Entschuldi-gung: Er »habe geleistet, was er gekonnt, nichtwas er gern hätte leisten mögen. Dann giebtLanzi unsers vasari's schriftstellerscher Arbeit,mit vielem Scharfsinn wirklich alle die Ehre,welche ihm gebührt, und rettet solche gegen soviele unverdiente Vorwürfe seiner Landsleute undFremder. Ein hauptsächliches Verdienst dieses
") Wahrscheinlich einer der viele« IN der Kunstgeschichte vorkommenden Beynamen, dessen Grundlage wir nichtzu entsichern vermögen.
Wohl behauptet Lellini in s. Selbstbiographie (p. 1-9) daß er vasari.(den er vaffelat nennt) vielEures erwiesen, aber von demselben mit Undank belohnt worden.
Dieser dürfte etwa der priore seyn.
4 ) Seine al Fresco'S an der Kuppel im Dome zu Floren» fand Morgenstern (l. 270) verbliecheu. Als
eines seiner Meisterstücke nennt Ebenderselbe (>. 2. 528.) das Bildniß Giuliano's be Medici in der Gale-rie; »nd von des Künstlers eigenem,,im Saal der dortigen Malerbildnisse (!. c. 56 y.) sagt er: »Derwackere G. Vasari , Halbfigur mit Händen, steht vor einem Tische ernst und stattlich da."
44 ) Einige seiner Freunde, zumal au» der berühmte Amiibale Laro (l.etk«r. xinor. II. 2.) warnten ihn pv»dieser Verirrung von der Bahn ächter Kunst.