Band 
Zweyter Theil [4].
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2052
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2052 Vecellio.

tzen sollte ^). Von Mythologischem holenwir, über das schon Erwähnte, nach: Eine Ve-nus Anadyomene, einst im Palais Royal unterder Rubrik: Venus in der Muschel bekannt, ge-stochen von A. de St. Anbin; eine andere, wel-cher Amor den Spiegel vorhält, sowohl von Vor-stermann, als nachwärts von Prenner gesto-chen **); eine dritte (die weltberühmte) in derTribune zu Florenz , von L. Verkruys (i4" hoch,22 " br.) in neuern Tagen von R. Strange (zier-lich), und noch später von Lh. Pirol!, von diesemmit leichtem Grabstichel gestochen; eine vierte vonP. Soutmann, kennen wir, welche, bekleidet, we-nigstens minder häßlich erscheinen würde***);eine fünfte und sechste, von Amor geliebkost,find von N. Boldrini, die eine in gelb Helldun-kel, in Holz geschnitten (selten); eine siebente,ganz nackte, die sich noch irgendwo in Venedig befinden mag, hat le Febre gestochen; eine achte,ihr Bett mit Trophäen umgeben, und wiederAmor an ihrem Kopfkissen, aus dem Kabinet vonReynold's, hat Cheesmann schön in punktirterDistermanier geliefert; eine neunte, welche Cupidodie Augen verbindet, mittlerweile noch ein zwey-ter größerer Amor sich an ihre Schulter lehnt,und zwey Nymphen der Diana ihr Waffen brin-gen, Alles mit der Unterschrift des ewig wahrenWortes: On-M« (und zumal die Liebe selbst) vin-cit Hmor, von einem Ungenannten, in F. vanden Wyngaerde's Verlage; eine zehnte, ganznackte, schlafende (wohl wieder in England) ha-ben die Gebrüder Facius (so" breit, 18 " hoch)schön gestochen. Hieher gehört noch zwölftens,das etwas unverständliche Bild aus der ehemali-gen Galerie Pembrock, wo eine junge Dame einegroße Vase, und ein junger Herr^) ihr eineEchaale entgegen hält; ihr gegenüber Venus mitCupido, der ein Bündel Pfeile auf der Schulterwägt, von H. Dankers. Eine Danae (ebenfallsirgendwo in England) haben wieder die GebrüderFacius, als Pendant obiger Venus, und dannein Ungenannter mit sehr zartem Grabstichel ge-liefert. Das Urbild selbst unterscheidet sich vor-theilhaft vor andern Darstellungen der Danae da-durch, daß hier, sehr sinnig, Amor davonsticht. Einen Jupiter und Europa (wahrscheinlichBilder zu Venedig ) haben le Febre und M- Mi-telli (dieser in kleinerm Format) gestochen. Dianadie einen Pfeil auf den verwandelten Aktcon ab-schießt, und Ebendieselbe, die ihren Hund lieb-kost, haben Vorstermann jünger, und Lisebetius,nach Bildern aus der Brüßler-Galerie, dannVenus, die sich im Spiegel beschaut, Männ'l(gut geschabt) aus derjenigen zu Wien gelie-fert-jd; einen Amor, als Pfeil-Schleifer,Dartsch, und einen Hirten mit dem Flageolet inder Hand, bey einer fast nackten Nymphe, Life-betius'fi-f-fi); einen nackten Hirt, der eine Schä-ferin auf der Flöte spielen lehrt, le Febre , undnach diesem G- Saiter; den auf Jupiters Adlergeraubten Ganymed (meisterhaft) G. Audran,

Vecellio.

nach einem Plafond zu Venedig *), und densel-ben Gegenstand aus der Galerie Colonna D. Cu-nego für die Sammlung von Hamilton; Rogerin den Lüften auf dem Hypogryph, der den Dra-che» bekämpft und Angelika befreyt, ungemeinschön von Cork ; Tantals Strafe, von I. Carag-lio; Prometheus, an den Caucasus geschmiedet,wieder von Cork meisterhaft, dann in kleinermFormate, ebenfalls gut von M. Rota; die Cy-klopen an Vulkans Eße, abermals von Cork ,oder von seinem Schüler Soye, mit der Unter-schrift: Lx arcket^po ?alatü Urixiensis; einenBacchischen Tanz aus der Galerie zu Florenz gabC- Mogalli. Von Allegorien u. s. f. nennen wirfolgende: Die seltsame Farce einer Prozession vonacht Patriarchen, unter welchen z. B^. Moses die Gesetzestafeln an einem Spieß trägt, undDavid die Violine spielt; dann die Religion undden Frieden, welche die Ketzerey zu Bodenschlagen, von Jul. Fontana; ein (schönes) allego-risches Blatt auf den Tod. wo Phönix in denLüften sich verbrennt; unten eine Menge Amorinemit Leichengeräthen, und eine Staffeley mit einemBilde, wo Amor und Hymen sich (wie selten!)umarmen, von dem schon genannten Podest»(>54o.) Guido Rheni zugeeignet; und von Eben-demselben ein anderes, wo zur Rechten vier Per-sonen Musik machen, zur Linken aber der Todseine Netze ausspannt, und darin Personen vonallen Standen und beyden Geschlechtern auffängt.Von Landschaften endlich nennt der LVinklerscheKatalog über dreyßig, theils gestochen, theils inHolz geschnitten, letztere, wie Viele glauben, vonTizian selber, schön und selten; eine von I. B.Coriolan; andere gestochen und geetzt, vonD.Bar-riera, Q. Bocl, H. van der Borcht, V. le Febre (die meisten), L. van Uden, u. a. Den Schlußmacht ein schönes Blatt, ebenfalls in Holz, viel-leicht von Coriolan, das den Anbeginn der Sünd-fluth darstellt, wo Alles nach den Höhen eilt.

Hier noch Einiges als Nachlese zu obiger Littera-tur der Blätter nach Tizian . Dörderst bey Füßli lll.S. 3o 66 . findet sich ein ungemein lehrreichesVerzeichniß von 5/ dergleichen, nach seinem Sinnevorzüglich guter Stiche, wo zugleich die Urbilder,mit der diesem Kunstrichter eigenen Deutlichkeitbeschrieben, und mit dem ihm eben so eigenenScharfsinne beurtheilt werden. Die, bisher vonuns nicht angeführten, sind folgende: David,der nach Goliaths Fall Gott lobpreiset, theils inder Sammlung von le Febre, besonders aber ma-lerisch geetzt von I. M. Mitelli. Dann von

H. Familien eine von I. Matham, eine anderevon C- Audran, besonders aber eine dritte von

I. Marin, der (heißt es bey Füßli III. Z 8 ) indiesem Blatt, mit der ihm eigenen geetzten Punk-tirmanier Alles geleistet, was in wahrer Darstel-lung der Carnation und der Wirkung des Hell-dunkels von einem Stecher nur verlangt werdenkann (wenn er, möchten Wir hinzusetzen, das

n) Man kennt zwey dergleichen Blatter, beyde von unbekannten Meistern.

"v) Nach dem Winklerschen Katalog, war es ein Bild aus der wiener-Gallerie, das aber von den dies-fälligen Verzeichnissen nicht genannt wird. Dagegen wollen Spanien , Schleisheim und pommers-felden dergleichen haben. Nach einer Note bey der Sienenser-Ausgabe von Vasari war dieses berühmteBild für den Herzog von Urbinv gemalt, und stellte eine Beyschläferin desselben dar.

§üßli m. 64, hingegen meint, Soutmann, der selbst auch Maler war, habe in diesem Blatt ein fei-neres Gefühl für die Wirkung des Helldunkels und mehr wahre Darstellung des Fleisches, als hingegen Strangein seiner Venus aus der Rotunda gezeigt, dagegen dann die Richtigkeit in der Zeichnung weniger beobach-tet; aber freylich in guten Drücken sey solches selten zu finden.

ch) Ull Seigaeur änglois heißt es im winklerschen Katalog. Wie Tizian , zu seiner Zeit einen solchen zubezeichnen wußte, möchten wir doch nach Augenschein kennen.

j-f) In der gegenwärtige» Wiener -Gallerie finden sich alle diese Bilder nicht; wenigstens bey von Mechelu. a. nichr verzeichnet.

sff) Wovon ersteres sich in der Wiener-Gallerie finden sollte, und das zweyte in der Brüßler-Gallerie stand,beyde aber in den Verzeichnissen der jetzigen Bilder zu Wien ebenfalls nicht erscheinen.

*) In dem Saal, in welchem die ehemals der Republik zuständigen antiken Kunstwerke aufgestellt waren.