Band 
Zweyter Theil [4].
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2070
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«o-/o Velu oder Velut.

arbeitete er mit demselben in der Vigna des Pap-stes Julius, und leitete die Malcrey der dortigenGrotesken. Lll. ter?. I. 218.

^ velu oder VeIut ( ). Irgendwo heißt

er Maler und Kupferstecher des XVIll. Jahr-hunderts zu Paris , der für den Verlag von P.Marictte gearbeitet habe. Nach ihm hinwiederhaben z. B. Nanteuil das Bildniß Franz Mal-liers, Bischofs von Troyes , und B. Picart das-jenige seines Vaters Stephan gestochen.

velp ( ). Von einem uns sonst unbekann-

ten Künstler oder Dilettante dieses Namens be-fanden sich (1810.) drey große landschaftlicheZeichnungen in dem Kabinet von Daignon-Dr--jonval, dessen Catalvg übrigens von Herkommenund Blüthezeit dieses vely nichts zu meldenweiß.

* venak 0 01, s. vennekol im Lex. und unten.

verlaut (Franz). Einen solchen, uns ganzunbekannten Künstler (denn der nachfolgende ve-nanzio kann es nicht seyn) führt Fiorillo'sDeutschland II. 5i/j, ohne Weiteres, als einenSchüler von Carl van Mander (st. 1606.) auf.

* venanzio (Franz oder Johann, vielleichtauch Johann Anton), anfänglich Schüler vonGuido, dann von Cantarini, und endlich vonGennari, dem er am meisten gleichet. Zwey schöneGemälde von ihm aus der Geschichte von St.Anton sieht man in der Kirche dieses Heiligen zuBologna . Ein drittes, mit St. Onofrius, inder Carmeliter-Kirche zu Pesaro : ^»t. ^V»a»tru5?iüaurlen8l3 i(I88. bezeichnet, führt eine Hand-schrift des Bologneser M. Drerri an, mit derweiter» Notizz, daß dieser Künstler (dessen Blü-thezeit gewöhnlich in 1670. gesetzt wird) in i/»5.88. I. alt gestorben sey. Nach eben dieser Hand-schrift hätte er auch an dem Hofe zu Parma gear-beitet. Allein in den dortigen Kirchen wenigstensfindet sich nichts von ihm. DauLi Lcl. ters. V.

Z22-L3.

venard( ). Nach der Zeichnung einessolchen hat N. Chatcau das Titelblatt zu einemfranzösischen Kabinets-Almanach von 1722. ge-stochen.

veuceslaus, s. wenceslaus unten.

venci (Joh.), ein mittelmäßiger Bildhauer,der etwa um ikoo. zu Padua arbeitete. Da manauf einer seiner Statuen die Worte findet: Aoa-«-^eucr (Rossetli liest wohl irrig dies:und halt es für eine Abkürzung) 8. (culr.) ?.(all.) b. (ernt), so wären wir geneigt Padua fürseinen Geburtsort zu nehmen. Ä-MMo/nr ?it-

turo Vastova. x. 181. öoü.

vend (Hieronymus), ein Juwelier, wurde/ 1689. in der Goldschmiede-Zunft zu Dresden zum

Meister gesprochen, und starb dort 1728. G,auch Michael. Frauenkirche S. 5/i. Wir fü-gen hier die Bemerkung bey, daß, unsern Unter-suchungen zufolge, gegen und um die Mjtte desXV11I. Jahrhunderts, die teutschen Gold - undSilberschmiede, mit weniger Ausnahme, anfingenihr Geschäft ins Fabrikmäßige zu treiben, und esin sich zu vereinzeln; dergestalt, daß dasjenige,was den Goldschmied ehedem wirklich mit vollemRechte zum Künstler weihte, jetzt verloren gieng,indem man das, was Kunst bedurfte, nun nichtselbst mehr verfertigte, sondern es, nach Maßgabedes Gegenstandes, an diesen oder jenen bilden-den Künstler übertrug; weswegen, im Allgemei-nen genommen, die Goldschmiede in unsern Tagenaus der Reihe der Künstler herausgefallen sind.Noch in dem ersten Viertheil des XVIII. Jahr-hunderts stand die Goldschmiedskunst in ihrerBlüthe; fast keine Stadt Deutschlands war ohne

Venetus.

geschickte Männer dieses Faches, und fast keinGoldschmied war damals, der nicht zugleich einenbildenden Künstler abgegeben hätte, obwohl derschlechte Geschmack ihrer Zeit seinen bedeutendenEinfluß auf ihre Produktionen verläugnete.

venderducc ( ) von Brügges . Ein

solcher wird in öffentlichen Blättern unter denje-nigen Künstlern genannt, die sich auf dem Gen-ter-Salon id'od. vorzüglich ausgezeichnet hatten.

* vendevmeulen. So findet sich auf Ku-pfern der Name von van der Meulen irrig ge-schrieben.

vendosme (L-). Unter diesem Namen kenntman z. B. die Bildnisse Johann Calvins und desDichters Wilh. Salust de Bartas.

vendramini (Franz). So heißt ein neuererKupferstecher, wahrscheinlich italienischen Ur-sprungs. Neben Anderm lieferte derselbe, nachChcri'ö Zeichnung, eine Vermahlung der tz. Catha-rina mit dem Christuskinde, nach C. Maratti,für das XVII. Heft des Musee Napoleon, wo-von sich das kleine, aber schöne Urbild schon inder alten Königl. Galerie befand. Um »804. lebteer zu London , und gab damals den Tod des Ge-neral Abercombie nach nach R. Porter. Ander-wects nennt man noch von ihm: St. Johann inder Wüste nach Raphael, und (1808 ) ein Bild-niß der jetzigen Kaiserin von Rußland , ElisabethAlexiewna, Maj. und dem Kaiser zugeeignet, nachL. de St. Aubin, in einer Art Punktirmanier aller-liebst gestochen, und irgendwo mit der Bemerkungangezeigt, daß dieser Künstler vielleicht von Eng-land aus nach Rußland eingewandert sey. Da-her zweifeln wir auch nicht, daß es derselbe ven-dramini sey, der sich nach Fiorillo V. 8i5. durcheinige dem Russischen Kaiser gewicdmete Mezzo-tintos (wir glauben von militärischen Gegenstän,den aus den neuern Russischen Feldzügen) in Gunstgesetzt habe.

vendt, s. oben vend.

* venenti (Julius Cäsar ). Ein Kunstlieb-haber, geboren zu Bologna um 1609. Von ibmkennt man verschiedene Blätter, die zwar keingroßes Kunsttalent beweisen, aber doch bey Ken-nern nicht ganz ohne Achtung sind. Nach RostIII. 5Z8. gehören zu den vorzüglichsten: DerSchutzengel; Mithridates, der den Giftbechernimmt; Chlorinda gctödtet, und Tankred darüberin Ohnmacht; und eine Thesis, wo man obendie Stadt Bologna erblickt; alle diese vier Blat-ter nach D. M. Canuti, nach welchem er mit be-sonderer Lust gearbeitet zu haben scheint; danneine H. Familie in einer Landschaft, nach D. Car-racci, und die Mutter Gottes mit der Rose (jetztin der Dresdner -Galerie), nach F. Mazzuoli,früher auch, von D. Tibaldi und später von I.C- Teucher gestochen. Nach Maipe war unserDilettante so eifrig, daß er den ganzen Tag undeinen Theil der Nacht arbeitete. Dort erscheinter auch als Maler in einer leichten und angeneh-men Manier, und als ob er das Etzcn bloß zurErholung getrieben hätte. Dann werden von ihm,neben obigen Blattern, auch Landschaften mitFiguren, nach eigener Erfindung genannt- Da-selbst und bey Rost I. c. wird auch sein Mono-gramm (das mit einem V. verschlungene 0. und6.) angeführt.

* veneri

* venerianus

* venetus

* venerus (Sebastian), s. Sebastian dekpioinbo. Unter jenem Namen nennt ssochin II.91. von ihm in dem Großherzoglichen Landhausebey Florenz , Poggio Jmperiale, zwey ziemlich

s. veneziano im Le»und sogleich unten.