Band 
Zweyter Theil [4].
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2081
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V e r b i e st.

mit 1619 datirttn Blatte desselben, daß er ein nochetwas älterer Künstler als Rembrandt war, dessenfrühestes Blatt mit 1628 bezeichnet ist. Dann wer-den dort von ihm sechs Blätter, und zwar alsseine einzigen genannt:

1. Das eben erwähnte: Ein Schäfer am Fußeines Baumes, mit V. 6. (nach Barrsch mit demganzen Namen) bezeichnet.

2. Brustbild einer jungen Frau in mit Pelz ver-brämter Mütze mit drey Federn.

3 . Brustbild eines vornehmen Mannes in miteiner Feder geziertem Turban.

4. Stehender junger Mann, vollkommen mit derGestchtsbildung und Kopfgerüste von Nr. 3 .

Nr. 24 find alle drey mit dem ganzen Namenund 1639 signirt. Nr. 1. ist das breiteste ( 4 " i»" 0 ,Nr. 4. das höchste ( 5 ").

Nur diese viere nennt auch Barrsch (Ost. <lsKeMbE-it p. 13941.), und fle dürften viel-leicht einzig die unzweydeutigen seyn.

Dann aber thut Rost, nach Gersainr, hinzu,oder setzt vielmehr den obigen voran:

5 . Elau verkauft feine Erstgeburt. Gr. Fol. (10"s"i hoch, 7" 7"/ br.). Dies wäre vollends ver-beek's größtes Blatt.

6 . Knieender Mann vor einem Könige auf demThron, hinter ihm eine Frauensperson, die einenJüngling an der Hand hält (den vielleicht derKnieende ihr verschaffen oder verweigern möchte).Gr. 4° *).

Oonf. s/HLker. Dort werden zwey junge ste-hende Männer und zwey weibliche Brustbilder,und von den erstem der eine mit ?. O. der anderemir verschlungenen ?. O V. und 6. signirt ge-nannt: Der eine stehende Mann hätte einen Hir-tenstab in der Hand und einen Hund neben sich;und die eine junge Frau keine Mütze, und nack-ten Hals; dann, nach dem Unsrigen, geistreichvon I. Groensvelt geetzt, eine Folge von 6Landschaften, welche Dörfer und Gegendenbey Haarlem darstellen.Das Monogramm ?.O. (verschlungen)" (sagt einer unserer Freunde)hab' ich selbst auf Blättern von verbeek gefun-den. Wären etwa der Philipp und der P. < 5 .verbeek zwey verschiedene Personen? Als voneinem p. verbeeck geetzt, nennt man noch ir-gendwo einen Mann und eine Frau, die, untereinem Baume sitzend, essen und trinken; eine Fluchtnach Egypten; und ein Bildniß des Rechtsgelehrrten Erasmus Seidel, nach einem Kupfer oder ei-ner Zeichnung des (schlechten) Berliner-Kupferste-chers A. <t. Balle. S. auch unten den Schlußdes Art. verboom.

verbtest (Ferdinand). So hieß der oben un-ter pereria angeführte Jesuit. Jöcher (dritteAufl.) sagt, er sey aus Flandern gebürtig gewe-sen und 16V8 (?) in China gestorben, zum großenBedauern des dortigen Kaisers, der ihn seinermathematischen Kenntnisse wegen hochgehalien, undselbst eine Lobrede auf ihn gefertigt habe. AndernOrts heißt es, gedachter Kaiser habe ihn ,678geadelt, zum Präsidenten des mathematischen Tri-bunals ernannt, >uid, als er gestorben, mit eig-ner Hand einige Charaktere zu seinem Lobe aufsein Grabmal gesetzt.

* verbil ( ). Zu den Worten in diesem

Art. des Lex.: »Santa Maria della Pace " setze:» zu Venedig ." Dann macht einer unserer Freundedie Bemerkung:Die Künstler des Lex. Verbi!,Joh. Gov. verbyl, verspilt, Joh. Vierpol undvurpyl haben in ihren Zunamen und, wie esscheint, Vaterland, eine solche Aehnlichkeit, daß

Verb rüg gen. 2ogi

es sich vermuthen läßt, dieselben ließen sich aufzwey oder drey Personen beschränken."

* Verb 00m (A ). Der Gantkatalog derLans-bergischen Sammlung benennt von ihm einesehr gebirgige baumreiche Landschaft, mit einemhohen Wasserfalle. , Dieselbe zeigte schönen Baum-schlag. und war überhaupt vortrefflich und mitvieler Wärme ausgemalt; Lingelbach hatte die Fi-guren dazu gethan. Anderwerts führt man alsvon ihm selbst geistreich geetzt zwey schöne selteneLandschaften in quer 4° an; und nach ihm eineFolge von 6 Landschaften, von I. Groensvelt«*).verboom lebte um XVll. Jahrhandert. Noch be-merken wir, daß einer unserer Freunde diesen Künst-ler für denselben mit demjenigen hält, welchersowohl oben, als im Lexik, selber s. v. A- vanBoom, hier aber wohl unter seiner richtigemBenennung erscheint.

*verbourg, s. verbürg im Lex. und unten.

*verbruggen (Caspar Peter). Der NameVerbruggen ist in der Holländischen Kunstge-schichte sehr bekannt. Die Akademie zu Antwer­ pen zählt vier ihrer Vorsteher aus diesem Geschlechte.Der Unsrige war vermuthlich ein Sohn perers,der in 16H9 jene Stelle bekleidete, und vielleichtdessen Schüler. Er selbst wurde 1691 ebenfallszum Direktor ernannt. Damals standen die Künst-ler dort unter dem Schutze des Gouverneurs, einesHerzogs von Bayern , in großem Ansehn, und derUnsrige behauptete unter denselben einen vorzügli-chen Rang. Aber nach der Abreise des gedach-ten Mäcenaten, gerieth jener Kunstfior in Ver-fall. verbruggen ging nach dem Haag, wo er,in Gesellschaft von M- Terweüen viel zur Verzie-rung eines neuen Pallastes des H. Fagel arbei-tete, und die- dortige akademische Gesellschaft ihn1708 zu ihrem Mitglied erkieste. In Mußestun-den fertigte Terwesten(sonstGeschichtsmaler)Granin Grau Vasen en Basrelief die dann verbrug-gen mit Früchten und Blumen füllte. Holland wäre voll davon, wenn nicht Fremde eine Mengederselben weggenommen hatten. In vorgerücktemAlter, und da er im Haag nicht mehr genug Be-schäftigung fand, gieng er denn doch wieder nachAntwerpen zurück, und verbrauchte, als ein an-genehmer Gesellschafter und Freund des Vergnü-gens, sein Verdientes eben so schnell, als er esmit wenig Mühe erworben hatte. Sein Talentwar noch dasselbe, aber er arbeitete nur noch zuNacht, und gieng des Tags spazieren, so daßseine letzten Bilder sich mehr durch schimmerndeFarbe, als durch Wahrheit ausnahmen. SeinStyl hatte mehr Aehnlichkeit mit Manövers, alsmit van Huysums. In dem was er für Plafondsund Säle malte, war seine Manier groß, undzumal wußte er seine Blumen wohl zu grupviren.Seine Loccirung war leicht, und zeugte von we-nig Anstrengung. Dann kennt man auch guteStaffeleybilder von ihm. Dergleichen besassen(1754) im Haag die HH. Fagel, Lormier, vanHateren, und der Saal der Akademie. DenExLI V. 122 24. von Männlich dann sagt (wohlnicht »»gegründet) von ihm, daß seine Früchte-und Blumenstücke denn doch die Nachbarschaftder bessern Meister dieser Art nicht vertragen,und zumal durch die Arbeiten eines Ruysch, Min-chon und van Huysum zu bloßen Zerrbildern her-abgesetzt werden. In deutschen Galerien findensich von ihm unsers Wissens einzig in derjenigenzu München ein Blumen - und Früchtekranz,dessen Größe ( 4 ^ n" hoch, 3 < 9" br.) schon et-was Mittelmäßiges dieser Art anzuzeigen scheint;und in derjenigen zu Gchleisheim drey andere,ungefähr gleicher Größe, darunter eines, in des-

'--) Diese beyden Blätter Nr. 5 und 6 schreibt Lartsch dem M. Rodermont zu. Wirklich sey das letzternist >i. k, signirt.

*"-) Dieselben, welche oben (wir glauben eher dort irrig) dem Philipp Verbeck zugeeignet werden.

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