Lo 89 Verhelft.
Heinse übersetzt, s. a. M. Hubers HandbuchII, 267. Er lebte noch wenigstens 1810. L,-porvsky. Mehrercs von der Arbeit dieses ge-schickten und ämsigen Künstlers, welcher indessenmeist für den Buchhandel beschäftigt war, s. beyMensel l. ll. und III., und bey Rost II.1. c. sein Beßtes verzeichnet. Diese»! letzter»zufolge hielt er sich, nach zu Augspurg geendigtenLehrjahren, etliche Monate zu Sturcgart auf,und gieng dann um 1766. von Mannheim nachParis , um sich unter Wille zu vervollkommnen.Nach seiner Rückkehr trug er durch seinen Eiferund Thätigkeit viel dazu bey, die Kunst in ge-dachtem Augsburg emporzubringen. Seine klei-nen Bildnisse sind mit einem festen und feinen(doch etwas steifen) Grabstichel gearbeitet. Denrichtigsten Begriff von seinem Styl geben wohldiejenigen, ^ welche sich als Titelblätter vor denmehren. Banden von Mosers Patriotischem Ar-chive befinden, und das kräftige Friedrich II. inpunktirter Manier vor dem I. B. des Pantheonder Deutschen. Noch nennt Rost I. c. namentlichals schöne Blätter jene 5 . (wahrlich unbedeutende)welche sich vor Heinse's Uebersetzung von Lasso'sbefreytem Jerusalem befinden; und Meusel III.als ein Blatt von edler Erfindung, eine schonoben von Llpsrvsky (etwas unverständlich) er-wähnte Allegorie auf die häusliche NiederlassungMaximilian Josephs, Pfalzgrafen bey Rhein undseiner Gemahlin Auguste Wilhelmine, zu Mann heim , nach der Zeichnung von Laugenhöffel(Pr. 3 . si.) Lcinf. La§an
Ast. sec. Hier wird von ihm auch ein Gattungs-siück nach Tecburg: Kind, das einem Hund dieFlöhe abliefet, genannt. Noch bemerken wir,dast ausführliche Beschreibungen und Beurthei-lungen einzelner der obigen u. a. Blatter unsersKünstlers, bald zum Lob, bald zum Tadel dersel-ben mit nngemeiner Breite verfaßt, im Men-sel sehe/» Museum I. 18. VII. 5 i. XII, 5 ) 5 .55 i> 56 <>. XIII. 199. XV. i 65 . XVIII. 47H. zulesen sind; wo es z. B. von dem Bildnisse desH. Churfürsten von Trier heißt: »Höher habenRyland und Bartolozzi ihre Manier nicht getrie-ben, als H. verhelft dies Blatt zur Bewunde-rung aller Kenner gestochen hat." »Unter seinebessern Arbeiten" (bemerkt uns dann einer unse-rer Freunde) »gehört das Bildniß der Churfürstinvon Sachsen , Amalie Augusta (1768.) nach H.C. Brand gestochen. Der Kopf ist fein, wie Mi-niatur, punktirt." Nach einer unserer Handschrif-ten (aber wohl irrig) arbeitete v. auch als Bild-hauer und Wachspoffirer mit Ruhm zu Paris ;und wird er hier wohl mit seinem Bruder Aloysverwechselt. Wahrscheinlich ist auch von demIlnsrigen die Rede, wenn es in von Murr'sJournal II. 255 - 65 . heißt: Daß er (1776.) ge-sinnet sey, nach einem der Akademie zu Mann heim zugehörigen „halb erhobenen'' (?) Gemäldevon Fratrel ein Blatt zu stechen, das sich auf dieverschiedenen Stiftungen beziehe, mit welchenCarl Theodor das Reich der Künste und Wissen-schaften verherrlicht habe.
* verhelft (Jgnatins, a. I>. Jgnatius Wil-helm und Placidus), ältester und zweykaltesterSöhne von Egidllm dem ältern. Beyde folg-ten ihres Vaters Kunst. Von Jgnanus (geb.zu München ,726. h. 272g. zu Augsburg )kennt man die Kanzel in der protestantische» Kirchezum H. Kreuz, und den hohen Altar in der ka tholischen Kirche gleiche» Namens zu Augsburg ,auch ein Epitaphium in der Prälaturkirche daselbst;dann «tzte er auch in Kupfer; und fertigte endlich,nebst seinem Bruder, Mehreres für die dortigeJesuiterkirche, und schöne Modelle für die Gold-und Cilberarbeiker. Meusel III. enthält ihn(,809.) »och unter den Lebenden. Nach v. Ster-ken und Eipowvky hingegen starb er schon ,792.als Mitglied des Rathes zu Augsburg und Ver-ordneter des Kunst - Gewerb - und tzandwcrks-
V e r h 0 v e n.
geeichtes daselbst, auch mit dem Titel eines Fürst-lich- Kemptischen tzofbildhauers. — s)lac,dusdann, geb. 1727. im Kloster Etkal (s. k. zu Augs burg ) trug den Titel eines Fürstl, AugsburgischenHofbildhaucrs. Von ihm kannte man, nebst dem,was er, wie oben gemeldt, gemeinschaftlich mitseinem Bruder gefertigt hatte, das Grabmal St.Ulrichs in der Kirche dieses Namens zu Augsburg .Späterhin begab er sich mit seiner Familie nachRußland , wo seine Kunstarbeikcn Beyfall fanden,und er (nach /(äpowsky) bereits 1778. gestorbenist. Nach Meusel II. lebte er noch dort um1789.
verhelft (I. T.), ein Kupferstecher, vondem wir aus dem Verlage des Jos. Carmine zuAugsburg einige schlecht geetzke und kolorirteTrachten auS dem Würrembergi'schen in ken-nen. Er mag in der letzten Hälfte des XVIII.Jahrhunderts gearbeitet haben, und vielleicht deSvorstehnden Ignar. v> Sohn gewesen seyn.
* — — s. auch im Lex. und oben die Art.Verelst.
* verhexen (Franz Peter), anfänglich Bild-hauer, späterhin Maler. Derselbe war einesKutschers Sohn, der den Fvurgeon vom Haagnach Amsterdam führte, und das allgemeine Zu-trauen des Handelsstandes dieser beyden großenStädte besaß. Die Bildhauerkunst rauscbte derUnsrige an die Malerkunst erst i» seinem Vierzig-sten, und befremdete sich nicht, als anfänglichJederman darüber erstaunt war. Oekca,»p§ III.355 .
— — (Jacob). So nennt man einenKupferstecher, der Verschiedenes für den Verlagdes Jacob Granthoine gestochen habe. Als: Je-sus, Heiland der Welt, zweymal (Halbfigur undetwas über Brustbild); Maria, zweymal taufgleiche Weise); die H. Theresia; die is. Sibyllenin Halbfiguren, auf 6 Blätt.
* — — (Matthias), des Obigen Fr. pererejüngster Sohn, welcher im Lex. unter dem Art. seinesVaters erscheint, lebte noch im Haag 1760.DeLcaM/ik l. c.
* Verbs eck (Jacob), welcher im Lex. unterdem Art. seines Vaters perer v. erscheint. Nachihm soll M. Pool das Titelblatt zu einem Italie-nischen Thesaurus gestochen haben.
Verhoeve» (Abraham). Vor uns liegt eineSchrift in fol,: Niederländischer Kriegs-Journal,was von der Fastenmesse l 5 c« 5 . bis auf die Herbst-messe desselben Jahrs geht, und sonder Zweifel: 6 o 5 oder i 5 o 5 . in Holland gedruckt wurde.Es findet sich hier ein Grundriß der Stadt undGegend von Berg am Rhein , sammt dem dorti-gen Lager von i 6 o 5 .; man liest darauf, ohneweiters, daß die Zeichnung dazu von Lannbrecht Cornellis, Ingenieur in Diensten der Ge-ncralstaaren, gefertigt wurde. Das andere Blatt(beyde in qu. fol. radirt) enthält den Versuch desPrinzen Moritz von Nassau den FleminischenDamm einzunehmen, und ist, ohne Weiters, be-zeichnet : ft^r/roevennk Hntwerp. exc.
— — (Johann), ein Maler von Mecheln ,fertigte ein Altarblatt, das den H. Hiacynthusvorstellt, für die dasige Jakobinerkirche, in G.Metzus Geschmacke. Vova^s 6s
Verhoven (Alexander).l So nennt der Ca<talog von paiclnon - Dijonval einen uns sonnganz unbekannten Holländischen Künstler, welcherein kleines Bildniß der Jnfanjin Jsabella >mNonnenhabit, nach Rubens (wahrscheinlich bloßeEopie nach einem Blakte des Pontius) gestochenhabe.