Band 
Zweyter Theil [4].
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Aooo Verner.

in seinen: ?gz-sg§es et Nsdlesux <Ze Oenre I.27. Z7. 42. 47 - 57- II. 78. 81. III. 7. beschreibtund beurtheilt achte derselben, und giebt davonganz artige kleine Nachbildungen; wobei bemerktzu werden verdient: Daß die Französische Raub-lust sich an den Früchten der auswärtigen Kunst-schulen nicht begnügte, sondern selbst einheimischeProdukte, wie z. B. eben auch einen mit Wasser-fall rubrizierten vernet, aus dem Kabinet desH. Prinzen Erbstatthalters von Holland wegzu-kapvern keinen Anstand nahm, welches Bild Lan-ds» freylich eine Arbeit aus des Künstlers beßter Zeitnennt. In Deutschland besitzt von ihm dieGallerie zu München und Schie-sberm n. Bil-der, die mehrern klein , die übrigen von mittlererGröße. Bey von Männlich heißt es, nebenAnderm:Alles wurde von unserm Künstler, anOrt und Stelle, mit knechtischer Treue auf dasPapier gebracht, und, während der Arbeit, diegewählte Stelle, zu eben der Stunde, noch oftbesucht, und aufs neue beobachtet, um Einheitund Wahrheit in seine Bilder zu bringen; dahersind auch (meint Männlich) diejenigen, welcheer in Italien auf diese Art verfertigte, seinen letz-ter,, in Frankreich gemalten Werken weit vorzu-ziehen; er malte diese nach seinen Zeichnungenund aus Nacherinnerung auf eine zwar vortreflicheArt, jene aber haben das reine Gepräge derWahrheit, welches eine größere Fertigkeit nicht zuersetzen vermag". Auch sagte verner selbst:Meine Zeichnungen scheinen mir vor der großen

V e r n e t.

Natur kalt, ohne Geschmack und Geist; ichlasse mich aber dadurch nicht irre machen,und bleibe der Natur getreu; denn wen»ich diese genaue Nachahmungen einige Zeit hernachin meinem Portefeuille wieder finde, dann rufensie die Natur ganz und unverändert in meine Seelezurück; ich sehe sie, wie in dem Augenblick, da ichvor ihr stand; sie sind Fundgruben, Quellen, auswelchen ich schöpfen kann, da indessen meine mitGeschmack nach den Regeln , mit leichter angeneh-mer Behandlung verfertigte Zeichnungen nicht mehrund nicht weniger als artige Zeichnungen für michsind, in welchen ich weit mehr mich selbst, meineArt und Fertigkeit, als die große herrliche Naturfinde und erkenne*)''. Auch Dresden hat vonihm zwar nur eines, aber ein sehr großes (8< 6"hohes, 6'breites) Bild, das den Brand einerStadt an einem Flusse mit den fliehenden Einwoh-nern darstellt**). Handzeichnungen von ihm be-saß, neben Anderm (18,0. noch) das KabinetPaignon-Dlionval zu Paris sechse, daruntereine Marine, und zwey schöne Landschaften. Eineandere (Fischer an einem hüglichten Gestade, inschwarzer Kreide und ausaeknscht) um gleiche ZeitEbendaselbst das Cabinet S)>lvestre. Dieses letztrewar vollends so glücklich, auch zwey Originalbil-der von verner auszuweisen welche derselbe fürden Besitzer einst in Italien gemalt hatte. RofiVIII. ,54 nennt von unserm Künstlers kleine selbstgeetzte Blättchen, wohl Spiele seiner Jugend, vondenen es jedoch dort heißt, daß solche in seinem

tiefes Studium der Handgriffe beym Seewesen, schöne Lüfte, zierliche Gebäudcmaßen, groß gewühlteLandschaftslagen, gut gezeichnete und geistreich forcierte Figuren, natürliche und wahre Stellungen undAusdruck, lustiges (aerien ) Colorit, streng gelehrte Ausführung". Sonderbar ist denn eine dortige Be-merkung: «vernet habe die Landschaft bloß gemalt, um heftig bewegtes Wasser in Waldströmen nndWasserfallen anzubringen". Dann werden zwey Gedichte des Barons St. Julien, zu des Künstlers Ehrenauf einen von ihm (-748) gemalten Brand, und auf einen im Salon (1750) ausgestellten Sturm ange-führt. Das Wichtigste indessen ist das beygefügte Verzeichniß des Preises seiner Werke auf mehrern seitseinem Tode erfolgten Versteigerungen, mit der beigefügten Bemerkung: In noch neuern Lagen seyensolche immer wohlfeiler losgeschlagen worden, würden aber unmerklich wieder steigen, und zuletzt (wirzweifeln!) nicht mehr zu kaufen seyn. Hier mittlerweile das erwähnte Verzeichniß:

1. Die Ladenden (durch Balechou's Stich bekannt) 24" hoch, 30" breit.

Versteigerung von Hericourt . . . . . 3531 Livr.

Herzog Choiseul .... 595«

Prinz Conti.5'°o

2. See-Aussicht, mir einem Fischer, und zwey Matrosen welche Feuer

Versteigerung von Live de Jully ...., » » Prinz Conti . . . .

» » » Julienne . . . . .

3. Morgen und Mittag, jedes n" hoch, 16" breit.

Versteigerung von Villette . . . . .

» Borstet . . . . .

» » -, Lrouard.

machen; -8" hoch, V breit.500 »

753 »

420

1200

4000 «3000

4. Ansicht der Stadt Avignon, von der Rhone -Seite3" hoch, 4' 7" breit.

Versteigerung von Peillhon.4000

» « Bviffer ..... 4199 «

L- Zwey Bilder, darunter ein Sturm; jedes 2- 8" hoch, 4' 3" breit.

Versteigerung von Menars.6621

6 . Zwey Bilder, in 1748. zu Rom gemalt: Ein Seehafen und ein Schiffbruch, jedes 2' hoch, 3' breit.

Versteigernng von Peillhon. 3 L -4 ,,

7. Erste und zweyte Ansicht du Levant; -1" hoch, -6 breit.

Versteigerung von Boisset ..... 1400

8. Ein Seehafen, mit Figureu, Architektur und Landschaft, in 1750.

zu Rom gemalt, und von Danlle unter der Rubrick:

Oiikerelis ü'ull korc cle mer gestochen; 2 ^ 6"

hoch, 3' breit.

Versteigerung von Paillhvn ..... 1853 »

» Julienne.39-3 -

kam nach England.

Auf einer neuen Versteigerung des Cabinets des H. Helsleuter von Amsterdam s ig-,,- zu Paris ) wurdeeine Anficht von Tivoli des Unsrigen wieder für Fr. 5001 losgeschlagen, welches die oben gewagte Vermuthungin etwas zu bestätigen scheint.

Woher diese Stelle geschöpft sey, wird nicht gemeldet.

Äy) So eben erfahren wir aus Mensel'» N- Mus. no. daß dieses bedeutende Bild Jahre lang zu Dresden und Berlin vergebens zu Kauf ausgebvte», und endlich 1792. aus dem Span'schen Verlasse (?) von demEngländer Clarke für 300 Rthlr. erstanden wurde, das Bild in der Dresdner -Gallerie aber eine guteKopie des H. Prvfeßor Schenau, in gleicher Größe mit dem Originale sey; was indessen von Ikehningersorgfältig verschwiegen wird. Allein, auch in der Kunstgeschichte ist Nichts so klein gesponnen, u. s. w.