Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
3009
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V e r t m ü l l e r.

Argus einschläfert, und, nach Standsgebühr, Joals Kuh; badende und ruhende Nymphen in ei-ner angenehmen Landschaft; Landschaft mit Fi-guren und Vieh, (welche alle, wie wir nichtzweifeln nach Verdienst) gerühmt werden.

vecrmüller ( ), ein, vermuthlich

Schwedischer, Bildnißmaler dieses Namens wirdirgendwo angeführt.

vertue (F.). Ein solcher soll nach P. I.Cazes ein Blatt in gr. qu. Fol. (Zephyr und Flora)gestochen haben.

(Georg), Zeichner und Stecher mitder Nadel und dem Grabstichel, so wie in schwar-zer Kunst, auch Gelehrter und Kunstgeschichtfor-scher, von ehrbaren, aber »»begüterten Elterngeb. zu London 1684. und gest. daselbst 1762.Anfangs wurde er bey einem Wappenstecher in dieLehre gethan, lernte von diesem die Anfangs-gründe im Zeichnen und Stechen, besserte sichspäterhin in Beiden,, unter der Leitung von Mich.van der Sucht, und studierte dabei fleißig in derAkademie. Um 1704. begann er, für eigene Rech-nung zu arbeiten, und erwarb sich die Gunst desRitter Kneller's, und durch denselben des LordSommers, der ihm sehr günstig war. In 1718.fing er an, Materialien zu einer Künstler-Biogra-phie zu sammeln, welche nachwerts Horaz Wal­ pole ordnete, die unverdaute Maße als Mannvon Geist bearbeitete, und alsdann ,76264. indrei Quart- oder auch fünf Octavbänden ansLicht stellte*). Neben diesem erwähnten LordSommer fand vertue noch mehrere andere wich-tige Göuner in den Personen Robert Harley's ,Grafen von Oxford , Hennage Grafen von Win-chetsea, und besonders des Prinzen von Wales,für den er eine Kupferstichsammlung anlegte.Daß er einer der ümstgsten Bildnißfertiger war,aber eben mehr Vieles als Gutes lieferte, ist be-kannt. Die Meister, nach denen er gearbeitethat, find: d'Agar, I. Amigoni, M. Dahl, vanDyk, Gibion, Hill, H. Holbein, Honthorst ,Howard, Kerseboom, G. Kneller, P. Lely , Mau-beugius (Mabuse), Miereveld, L. Murrey, F.Occleve, I. Slivier, I. Richardson, A- Rüssel,G. Soest, I. B. Vanloo, T. Vecelli, O- vanBeen, Wolaston, F. Zuccheco. Dann kenntman von ihm sehr Vieles, ohne weiter» Na-men als den seinigen. Die beßte Litteratur sei-ner Arbeiten findet sich bey Walpole, bannnach demselben (flüchtig) bey Rost IX. ,07-,.Weit das Meiste sind Bildnisse berühmter Engli-scher**), auch auswärtiger Personen seinerzeitsowohl als der Vorzeit; darunter mehrere bisio-rirte. Zu den beßken zählt Rofl I. c. dasjenigedes Bischofes von Worchester, W. Loyd, in seinerBibliothek im Lehnstuhle sitzend; dann Sir HughMiddleton's. Ferner einer unserer Freunde: DieKinder Heinrich VII., die Prinzen Arthur undHeinrich, und die Prinzessin Margarekha, nacheinem Bilde von Mabuse, in ,496. gemalt. Wei-ter kennt man von ihm: Die ganze (schlechte)Folge von 5 o Englischen Königen, und die (nichtbessere) von ,2 Englischen Dichtern, von Chau-cer bis Dryden. Hiernächst von Anderm, z. B.Ansicht einiger Römischer Alterthümer bey Woldsin der Provinz Dorf; einen (weitschichtigen) altenGrundriß der Stadt London , nach einem schonunter der Königin Elisabeth gefertigten Holz-schnitte; zwei Plane zu Wiederaufbauung von

Veruzi 0. Z009

London , nach dem großen Brande, so wie solchevon Chr. Wreen vorgeschlagen worden; die in-nere Ansicht der Abteikirche zu Bath, nach derZeichnung seines Bruders Johann. Dann allerleiLitelkupfer; wie z. B. zu den Liebschaften derGötter, nach Titian, und zu Aounas Nachtge-danken, u. s. f. n. f., Alles mit Mehrerm. ver-tue's Bildniß kennt man von L. Chambars, nachRichardson.

vertue (Johann). Obigen Georg'« Bru-der. S. das Wenige von ihm Bekannte,bald am Schlüsse des vorhergehenden Art.

(Wilhelm) So heißt bey DallarvapI. 65 ein alter Englischer Baumeister (Freymäu-rer), der in, 5 o 6 . gemeinschaftlich mit JohannHylmer das Gewölb des Chores der Capelle St.Georgs zu Gloucester für 700 Pf. Sterl. (bis, 5 o 8 . zu fertigen) unternommen hatte. ^LMo/e'5Hist. 6srter» p. 126. Aa/ZaEr/ I. 65 not. 2.

vertu« Labille (Adelaide des), zuerst ver-mählte Guiard, dann, in zweyter Ehe, Gattindes berühmten neuern Französischen Geschichts-malers, Franz Andreas Vincent, welche ingegenwärtigen Zusätzen schon in dem Artikel desletztem sowohl, als s. v. Guiard und Guyarderscheint. Hier bemerken wir noch, daß solchevon ,78,-9, auf den Salons verschiedene Bild-nisse im Pastel ausgestellt habe; wie z. B. für ihreAufnahme in die Akademie, des Bildhauers Pajou ;dann des zu Rom gestorbenen Suvee, und desDirectors der unentgeldlichen Zeichenschule zu Pa­ ris , Bacheliers; des Professors der Naturlehre,Charles, und des Astronomen und Mechanikers,Janvier, letztre beide mit Beiwerken ihrer Wissen-schaft. tie Xt.

Verveer (A.) Nach einem Künstler diesesNamens soll S. Savry ein Seegefecht in gr.Folio, und Disscher um ,668. ein Bildniß desBürgermeisters Cornel. de Witt gestochen haben.

(C.) Von einem solchen nennt einHolländischer Gantkatog von ,77z. die getuschteZeichnung der Ansicht einer Stadt bey einem Flusse.

*-(Heinrich Hubert.) Von ihm befand

sich (,8ic>. noch) im Kabinet von paignon-Dijonval zu Paris eine Meeresstille, in ansge-tuschter Federzeichnung. Dort heißt er Verve«.

(N.) Von einem solchen nennt derkurz vorerwähnte Holländische Gantkatalog eben-falls eine getuschte Zeichnung mit der Ansichteines mit Kähnen bedeckten Stadtgrabens***).

*vervoort (Michel), der Vater. In Z.3 dieses Artikels des Lex. lies statt Landele Can-dale.

veru « (Justus). Nach einem (wie mein sel.Vater glaubt) wohl erdichteten Künstler diesesNamens kennt man ein Bildniß des erlauchtenFreyheit, Märtyrers Algernon's Sidney in Hell-dunkel, mit ). L. ). (wohl Jackson) unter-zeichnet.

^veruzie» (Franz), von welchem vasarispricht. Lanzi ( L<l. tor?.) III. 57. not. s. glaubt,daß es ein verdorbener, aus dem VernetianischenDialecte nämlich in den Römischen übergetragenerName von verluzo oder verluccio sey. Von

8) Dallaway n. 174 rühmt, neben Anderm, von walpole's Bearbeitung des vertue'schen Werkes, daßersterer sehr viele apokryphische Notitzen von alten Englischen Künstlern, welche vertue'« übereifrigerPatriotismus aufführen wollte, sehr aufrichtig bestritten habe.

88) Besonders der Dichter (Oonk. den Catalog von Brandes); neben Andern S. Buttlers nach Soest , mit der

Unterschrift: Oslicluz oxcusso populum suspeullere IILS0.

In wie ferne die vier Künstler dieses Geschlechts wirklich lauter verschiedene Personen seve», ist uns un-bekannt.

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