Uffenbach.
vorliegendem Exemplar) Mittclschild vier allegori-sche Medaillons mit Devisen (B. an demObern:8ocletate ßauäsnt), das uffenbachische Wappenund Namenszug angebracht sind; unken liest manZ'. 0. ab OM-rbnc/r liauc ^rnicis öibkiotkiscslrrsuam invisentibus tesssrnm esse voluit ipssinvenit. /. ab t/^e»bacb Krater 6crmsnu8äelineavit; I. I). Krauls sculpsit. Dannwieder von ihm sehr mittelmäßig radirthaben wir zwei Ansichten ( die eine mit 1727. da-tiert) das Innere der Uffeiibacherr Bibliothek zuFrankfurt darstellend, gesehen. Uffenbach, der indem Rathe seiner Vaterstadt saß, soll in der Ar-chitektur wohl bewandert gewesen seyn, und dießbeym dem Frankfurter -Brückenbaue sowohl, alsbey seinem eignen Hause gezeigt haben." Nocherfahren wir von einem unserer Freunde: „Erwürde alle seine Kunstschatze an Göttingen geschenkthaben, wenn man es besser verstanden hätte, seinerEhrfurcht entgegen zu kommen". . . . Was wirhinwieder Alles im beßteu Sinnö zu verstehenbitten, da ein Gran unschuldiger Eitelkeit sich garoft mit lebhaftem Gemeinsinn verträgt, so wiehinwieder freilich eine Gelehrten-Anstalt, wie derGeorgia Augusta , nicht auf jede schildkrötne To-backsdose einen hohen Kunstwerth setzen mochte.
* Uffenbach (Philipp), wie man gewöhn-lich glaubt, geb. iboo., aber offenbar weitfrüher. Derselbe war aus einem guten Geschlechtzu Frankfurt am Main . Seinen Lehrer, AdamGrimmer, hatte er bald in der Kunst übertreffen.Neben dem Drückenthurme zu Frankfurt (dessenschon das Lex. erwähnt, und den nachwcrts H.Boos erneuert hat) hatte er auch (1699.) dieneue Orgel bei den Baarfüßern, und (röoZ.) dieRechneistube im Römer sinnreich ausgemalt. Dai^ikannte Hüsgen von ihm, ebenfalls gemalt, denuntern Theil des Römers, mit seinen perspekti-vischen Saulengangen*); ferners schöne, trefflichcolorirte Bildnisse. Von deutschen Gallerien besitzt,unsers Wissens, die einzige KK. zuwien von ihmeinen Englischen Gruß, klein, auf Kupfer gemalt;und einKupferstichkatalog des H.Harraub (Regens-burg 1787.) nennt von ihm ein selbst gestochenesBlatt. Gestochen nach ihm findet sich bei Bran-des verzeichnet: Familien-Concert, wo im Vor-grund ein Wolf und ein Schaaf auf dem Bodenbeisamen liegen, mit der Legende: voor Oollts,von S. Passe, Oueroktav. Endlich bemerkt derbiedere Hüsgen (N. A. S. äs.) daß unserKünstler der Alchymie „und den geistlichen Sinn-bildern" zu sehr angehangen, und viel geschrie-ben, außerdem zu den Zeiten des ^errmilchs (?)sich zu sehr in die bürgerlichen Handel gemischt,welches Alles ihm vielen Verdruß zugezogen, sodaß er endlich wenig mehr aus dem Haus, und(wohl dem Ehrenmanne!) aus der Weltgegangen.
Seit der Redaktion dieses Art. theilt uns einerunserer Kunstfreunde über Philipp folg- mit.
»Seine Kunst, seine Kenntnissein der Mecha-nick und dem Feldmessen waren Ursache, daß mansich seiner häufig in und außerhalb Frankfurt be-diente. Wenn er erst in ib-jc,. starb, so muß erein hohes Alter erlangt haben; da wir ein mysti-sches Blatt (Match. 23.) kennen , was mit seinemMonogramm und i 588 . versehen ist. Dasselbe istzwar steif und hart in gr. 4°. gezeichnet und radirt;giebt bei allem dem aber, eine feste Meisterhandzu erkennen. Ueberhaupt finden sich sowohl in sei-nen eigenen als in den Büchern Anderer hin undwieder Blatter, die einzig sein Monogramm an sichtragen; woher man wohl vermuthen kann, daßer der Nadel selbst mächtig gewesen sey. Dannkennen wir zwei Abhandlungen, die Philipp vffeu-bach (wie er sich gewöhnlich schrieb) heraus ge-geben hat: Bericht und Erklärung zweyerbeigelegten künstlichen Aupferstucken, oder
") Das Nämliche, was sich schon von Lauttnsack gestv.
Ugolino. Zoiz
Zeitweiser der Sonnen, über die ganzep)elt. Franks. i 5 g 8 . 4 °. Oe husllrgtura circulimeckanici 4°. LetztreS Werk (in deutscherSpräche) erschien zuerst in seinem Selbstverlag1619., dann vermehrt i 65 Z. bei Paul Fürst inNürnberg . Einige Handzeichnungen von ihm fin-den sich in der Sammlung der Göttinger Universi-täts-Bibliotheck".
Uffer siehe oben Ufer.
sUgelini siehe Ugolino im Lex. und unten.
Ugena (D. Manuel Munoz de), ein spani-scher Hofmaler. S. in künftigen Zusätzen Munoz.
* Ugford siehe Hugford im Lex. und in diesenSupplementen.
Uggeri (Dom Angela). So heißt im Al-manach a. kom 1810. S. 278 ganz ohne Weite-res , ein damals dort lebender italienischer Bau-meister.
«UgglOiii, Uggione, Uglone, auchGggione (Marc.) Gggione scheint, von sei-nem Geburtsorte im Mailändjschen, sein richtig-ster Name zu seyn, wie er auch im Nekrolog heißensoll, welches seinen Tod in i 5 Zo. setzt. AuchLanZi (Lci. terr:.) IV. 200 — 201 zählt ihnunter die beßten Mailändischen Maler, und sagtvon ihm: »Derselbe beschäftigte sich nicht nur mitStaffeleigemälden, wie sonst die meisten Schülervon da Vinci, welche meist Weniges aber Gutesfertigten, sondern er war auch ein trefflicher Fres-cante. In der Zeichnung erinnert er an Manteg-na, und sein Colorit war lebhaft. So alla Pacezu Malland, und besonders in seiner Kreuzigungim Refektorium daselbst, einem weitschichtigcn,und wegen der Mannigfaltigkeit und dem Geisteder Figuren wunderschönen Werke. Wenige Lomsbardische Künstler haben seinen Ausdruck, seinekunstreiche Composttion, und so viel Lustigkeit inder Drappirung erreicht. In der menschlichenFigur liebte er das Geschlanke; in den Pferdenerkennt man seinen Meister. Für ein anderes Re-fektorium lieferte er eine Copie von Leonardo's be-rühmtem Abendmal, welches uns für das Ver-derben des Urbildes gewissermaßen schadlos hält".S. andere Urtheile hierüber unten im Art. von daVinci. Auch die Kirchen St. Paolo in Compitound St. Euphemia haben schöne Altarblatter vonihm; aber seine al Fresco's sind pastoser, unddem neuern Style mehr angemessen. "
*Ughi (Gabriel). Jrgenwo sagt man, daßnach ihm eine Dekoration für die Vermählungs-feier der Prinzeßin Christine von Lothringen (1289.zu Florenz ) gestochen sey.
* — — (Ludwig). Er soll auch die StadtNeapel auf 9 große Platten in Kupfer gebrachthaben; so wie einen Grundriß von Venedig ,sammt der Ansicht der dortigen vorzüglichsten Ge-bäude und Plätze in 1729. auf 8 Bl. (anderwertsheißt eS auf 14. Bl. Royalfol.).
* Ugo da Carpi s. Larpi im Lex. und inunsern Supplementen.
* Ug 0 forte. So nannten die Italiener de nDon Heinrich Hugford des Lex. der bey DaUa-way II. 2Z1. seltsam irrig, Mönch von vallom-brosa heißt.
* Ugolino (Andreas) genannt pisano undaus Pisagebürtig. Der: Hlmanacün Uam 1811.
( im Kalender s. 19. Mai) setzt seine Blüthezeitschon in läoo. und bemerkt, daß er sich durch dievorzüglichsten damals bekannten Bronzen, undüberhaupt durch verbesserten Styl ausgezeichnethabe. In dem Art. desselben im Lex. Z. 10 u.ff. l. „Kirche St. Maria del Fiore zu Florenz ,
?n findet.
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