Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
3017
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Viani.

sieht man in St. Spirito zu Bergamo einen<st. Anton, der einen Ketzer durch ein Wun<der bekehrt, ein treffliches Werk, das von Rotariund Tiepolo höchlich bewundert wurde; zu Bo-logna in der dortigen Servitenkirche einen Chri-stus der vom Kreuze steigt, um dem EinsiedlerSt- Laziosi ein verwundetes Bein zu heilen, was,nach Cochin H. i6d. in großem Charakter gezeich-net, in einer breiten Manier gemalt, aber mono-ton in der Färbung seyn soll; dann ebendaselbst einenDogen unter dem Porticus; im Hause Rotta ei-nen Jupiter und eine Ceres, was zu seinem Vor-züglichsten gehöre, und Anderes für Privatperso-nen, für welche er überhaupt mehr als für Kir-chen malte. In Deutschland besitzt von ihm,unsers Wissens, einzig die Galerie zu Dresdei»eine liegende Venus mit zwey Amorinen, kleinauf Kupfer gemalt. Dieselbe hat C. G. Schulz(i 78?.) nach Seydelmanns Zeichnung für den drittenBand des Dresdner -Galeriewerks *) gestochen. Auchkennt man nach ihm ein altes Blakt in Helldun-kel mit zwey Stöcken: St. Elias in einer Grotte,das in den ersten Drücken mit: ^utomokece bezeichnet ist. Xll. p. 8r. Dann

soll er (GandeUlni zufolge) selbst Verschiedenesnach den Carracci , wie z. B. nach Ludwig einenEt. Francisc, der das Kind aus den Händen derH. Jungfrau empfängt, und St. ChristophsRuhe, nachdem er das Kind über den Fluß ge-tragen (dieses nach eigner Erfindung) geetzthaben.

* viani (Johann). Lanzi (L<l. tsrs.) V.i83. setzt seine Geburt in l036. und seinen Todin 1700. Fiorillo n.li/z?. setzt diesen letztem, wahr-scheinlich richtiger in 1709. an. Daß er nichtbloß Schüler, sondern auch Gehülfe von Fla-minius Torre gewesen, ist bloße Vermuthung.Derselbe war ein gelehrter Künstler, der in seinerSchule keinem seiner Zeitgenossen weichen durfte,und bis in sein Alter unermüdet nach dem Nack-ten studirte. Damit verband er schöne Formen,Stellungen und Bewegungen, leichte Drappirungund ein pastöses Colorit; überall erblickt manbey ihm die Wahrheit der Natur, und eine Gra-zie die er von seinem Meister und von Guido lernte.Von ihm sieht man z. B. im Spithale de Bnon-fratelli zu Bologna das zarte Bild des zumHimmel entrückten St. Johann di Dio, und imschon genannten Porticus der Servilen daselbstneben Andcrm eine Lnnelte mit St. Philipp Be-nizzi, ebenfalls von zwey Engeln zum Himmelgetragen, und der in seinem Antlitz und Flugeden Charakter der Seligkeit (?) sehr schön dar-stellt; ein Werk, worin er sich selbst übertraf,und das sich mit einem zur Seite stehenden Bildvon Cignani sehr gut messen darf. Auch hielt er,wetteifernd mit letzterm, eine eigene Schule.Lanzi und ^iorrllo I. c. Gestochen nach ihmkennen wir einzig feinen oberwähnken St. Johannbi Dio, von L. Matthioli; und jene Lunctte mitSt. Philipp Benizzi (a. n. St. Benedikt) vonAbbe St. Non geetzt. Von seinen eigenen Etz-arbeiten dann: Eine Magdalena in der Grotte,nach eigener Erfindung; und ein kleines Blatt-chen: Sitzende Minerva, die einen Schild halt,mit der Aufschrift I2bertas ehenfalls mit: D.

luv. bezeichnet, wird wohl nicht minderseine Arbeit seyn. Hiernächst nach Andern: EineDornenkrönung nach H. Carracci ; die Bilder anden Kaminen des Pallastes Magnani, gleichfallsnach den Carracci : eine Hochzeit von Cana, nachCaliari, und eine Madonna della Rosa, nachParmesan.

viardl ( ). Ein solcher wird irgendwo

Stecher an dem Prachtwerkc: Oescription äsk'L^pte genannt.

2m winklerischen Gantkatalog wird das Urk

schrieben.

Vier nie.

viatl's ( ). Von einem uns sonst ganz

unbekannten Kupferstecher dieses Naniens wirdirgendwo das Bildniß seines Geschlechtsverwand-ten, Bartbol. viatis, nach einem i^uns eben so un-bekannten) Gertner (g. b. Gerkher) angeführt.

vkaror, ein Domherr zu Toul . Derselbegab: Oe artistcisli perspectiva iöv5. ?ol. mitHolzschnitten, die von dem damaligen Geschmackin derBaukunst, dem Hausrathe u.s.f. zeugen. AndereAusgaben erschienen: Dull. 1521.; und teutsch:von der Runst-Derspectiva -bog. Fol.ley sagt von diesem Buche, dessen Auflagen allesehr selten sind, es enthalte mehr Figuren alsWorte. S. Scheibel's mathematische-cherkennrniß VIII. 169. X.

* v ic (Andreas). So kürzt sich auf Gemäl-den zuweilen der Name des unten folgenden An-dreas vicentins oder vincenrino ab.

vicar ( ). So heißt in der Schrift:

Winkelniann u. s. Jahrhundert S. 3§3. einFranzösischer Künstler, Schüler von David, dersich in dem letzten Viertheil des XVIII. Jahr-hunderts zu Rom befand, und unter diejenigenseiner Nation gehörte, welche in schwarzer Kreidesehr kräftig für die Kupferstecher u. f. f. arbeite-ten, aber den Driginalbildern weniger treu blie-ben , als einige teutsche und italienische Künstler,die um die nämliche Zeit ähnliche Zeichnungenfertigten. Späterhin erscheint (ohne Zweifel dernämliche) vicar als Maler, den die Französische Regierung nach Italien sandte, um zu seinem,die Schließung des neuen Konkordats vorstellen-den Gemälde, die dazu nöthigen Bildnisse nachdem Leben zu malen. Dasselbe ward r8o5. (zehnFuß lang und achte hoch) wirklich beendigt. Ken-ner fanden, daß die Personen in der Compositionschlecht zusammenhängen, und die meisten Por-traits unähnlich wären. Desto größer soll aberdie dabey angebrachte Farbenkunst, besonders ander so wahren Behandlung der Gewänder seyn;»so daß" (heißt es in den Jral. M'scell III.I. 3§.)eine gewisse Klasse von Kunstfreundennichts Vortrefflicheres finden wird als das weiss«heitere Untergewand des Pabstes." Nicht unwahr-scheinlich blieb unser Künstler von da an in Ita-lien , oder kehrte dahin zurück. In 1804. lebteer zu Neapel , und ebendaselbst finden wir ihnnoch «8ii. als Maler und Direktor der dortigenKönigl. Malerakademie. Nach seiner Zeichnunghat Anton Ricci das Bildniß des Königes Muratgestochen. Tübkng. Morgenbl. 1810. l.

vicedom s. unten virzthum.

vicellus s. sogleich vWells.

vreelli (Hector). Nach einem solchen hatJoh. Gennet zu: ^»to« /znstomirr INAS-

niorum et scientiarum. Venek. >6i5. ä" dasBildniß des Autors set. P)., mit allegorischer Ein-fassung gut in 40. gestochen. Ein kleines Blattmit der Anbetung der Hirten, in dem oben einZettel: 6Ic»ria in etc. ist nur bezeichnet: //ecto»'/^rce//r in v. Noch heißt es irgendwo, daß Ken-net auch nach ihm das Titelkupfer zu: Priomkoglorios« ä'nornini illurtri äi VeneLia »629. in4° geliefert habe.

* vr'cente (Bartholomäus), geboren zu Sa-ragossa , nach ^«orrllo IV. 308. ib/jn. Derselbesoll sieben Jahre lang ununterbrochen die Meister-stücke des Eskorial kopirt, und sich die Venezia-nische Schule vorzüglich zum Muster gewählt ha-ben. Dann ließ er sich in seiner Vaterstadt nie-der, und fertigte für Liebhaber zahlreiche Staffe-leigcmälde. Von seinem Oeffentlichen soll ein all'Fresco bey den AugustinoS Descalzos daselbstdas Schönste seyn. Dann bewunderte man von

d irrig dem Cremvneser Anton Maria viani znge-