Band 
Zweyter Theil [4].
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3025
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Vieira.

einen H. Peregn'n, in Fol. schlecht gestochen. Ob,oder in wie ferne derselbe mit dem nachfolgendenKünstler dieses Geschlechts in einiger Verbindunggestanden, ist uns unbekannt.

Vieira oder vier» de oder di Mathos(Franz), Maler und Kupferetzcr, geb. zu Lissabon 1700. Derselbe studierte die Malerey in seinemVaterland, und ging dann mit dem PortugiesischenGesandten nach Rom , wo er sich iZ Jahre (bis1702. oder 33 .) aufeitthielt, und durch schöneZeichnungen mehrere Preise gewann, und Mitgliedder Akademie von St. Lucas war. Seine Manier,als Maler, näherte sich derjenigen des M. A.Merigi, den er jedoch in der Composition über-traf. Späterhin kehrte er nach Lissabon zurück,wo er für verschiedene Kirchen arbeitete. Zu sei-nen beßten Bildern zahlte man die Geschichte desPhalaris und Perillus, welche A. Ratti*), sowie C- Faucci (1761.) Verwandlung der NympheEgeria, und ein Ungenannter, in Royer's Ver-lage, die entdeckte Schwangerschaft der Callisto,nach ihm in Kupfer gebracht. Von ihm selbst ge-etzt wird irgendwo ein Kopf nach Rembrandt (1720.) und das historirte Portugiesische Wappenmit Verzierungen angeführt, von Murr (Journ.VII. r/j.) setzt seinen Tod in 177b., andere, un-bestimmt, spather, der Catalog des Cabinets Sil-vestre zu Paris hingegen bestimmt, weit früher(1706.) an**). Bei FioriUo IV. 404 und 424(wo er Portugiesischer Kammermaler heißt) wird,im Allgemeinen, von ihm mit großem Lob gespro-chen, und Mehreres über ihn anderwerts verhei-ßen. Von ihm rührten auch die trefflichen Zeich-nungen nach den Bildern des Correggio in St.Paolo zu Parma her, nach welchen das bei Do-doni daselbst (k8oo.) erschienene Prachtwerk, vonRosaspina gestochen wurde***). Lonk. die Re-zension in den Göktinger Anzeigen 1806. S.i 45 i. Nach Rost IV. 264 war der Unsrige mitEiner von denen, welcher jene Schatze zu Parma wieder aufgefunden hatte, und lebte noch dort1796., was uns aber unglaublich scheint; so daßwir geneigter sind zu vermuthen, die oben er-wähnten Zeichnungen seyen die Arbeiten einesgleichnamigen Sohnes von ihm, es müßten dennanders auch Murr's Angabe der Jahrszahl seinerGeburt, und jene eines schon 1720. gefertigtenBlattes von ihm merklich irrig seyn. Dann nenntder Winkler'sche Gantkatalog: Neptun, dereine geflügelte Göttin verfolgt und von Minerva aufgehalten wird, mit der Unterschrift:

'I^nritsno inv. pinx.(ebenfalls 1724.) Fol. und:Die drei Parzen, wo Atropos einer von den Um-stehenden beweinten Person den Lebensfaden ab-schneide, rund, (i 4 " im Durchmesser), mit^rer>a pn^itsnc» Inv. st iec. bezeichnet. Auchvon einer geflügelten Frau, die, unter MinervensSchutze, den Verfolgungen des Neptuns ent-flieht, sagt der Katalog von Paignon-Dijonvalausdrücklich, daß solche von Vieira selbst geetztsey; und endlich ward, als in neuern Tagen nachihm, von Raph. Morghen gestochen, das Bild-niß des Portugiesischen Capuziner-Generals Deo-datus Turchi indem Zürcher-Journal für Eir,terarur und Aunst ( 1806. S. 366 ) angeführt.Der Kopf soll von höchster Schönheit, Gewandund Grund hingegen, wohl von einer andernHand, ziemlich flach seyn. So eben nenntnoch ein andrer Freunde, nach ihm, das Bildniß

Vien. zorz

des 1742. verstorbenen Tonkünstlers Joseph AntonCarlos und Seyxas vonDaullö; St. Eligius,von C. Gregor!; die Marter von St. Loren;, vonMatthieu; und endlich ein Blatt, wo, nach zweiandern unleserlichen Worten: das /VH«tsno mvsnto et kec steht. Dasselbe-f) enthalt, wiees scheint, das Sterbebett eines jungen Künstlersoder Kunstfreundes, dabei die Parzen, die Zeit,der Tod, u. a. Allegorisches ; links auf einer Tafelsteht: dornen e-jus. Dasselbe ist nicht

allein sinnreich componirr, sondern auch voll Geist,frei und schön radirt. Gewöhnlich schreibt mandieses Blatt dem Franz selber zu".

viel( ). So heißt in dem Uouvelleslies -Irts III. s 5 ein Französischer Baumeister,der in i8ol. nebst andern seiner Kunstgenoffen denAuftrag erhielt, gewisse Vorrichtungen des B.Cointreau (Erfinders des Pils) zu Verhütung derFeuersbrunsten zu untersuchen. Ob derselbe mitdem oben am Schlüsse des Art. I B- pigalleangeführten vieil, der schon um 1777. blühete,noch Eine Person seyn dürfte, ist uns unbekannt.S. auch den gleich ff. Art.

( ), der altere und jüngere So

heißen im ^lmsnscü 611 Lommerce 6s Paris 1811. ohne Weiteres, zwei damals dort lebendeBaumeister; ohne Zweifel die nämlichen, welcheschon oben, nach dem TVimanacii 6es 6eaux-Hrts , 8 o 3 . in gleicher Cathegorie, unter dem Na-men viellls erscheinen. Wohl sicher ist es einerderselben, welcher in 1808. nebst seinem Kunstge-nüssen Clavereau die Plane zu neuen Hofspiriengab, welche an die Stelle der Säle von Hotel,dieu treten sollten. Und eben so ist Einer von ih-nen wahrscheinlich Derselbe mit dem gleich vor-stehnden Baumeister dieses Namens.

( ). So heißt auch im iUmnnaoü

«lu Lommsrce 6s Paris 1811. ein damals dortlebender Bauten - und Kutschenmaler.

de Saint-Maup, ein Baumei-ster, s. oben Sr. Maup.

s. oben auch die Art. viehl stnd vieil.

Vielh-Varenne, s. oben vieil- odervieilh-varenne.

* Vien (Joseph Maria), der altere, nachEinigen geb. nicht zu Nismes, sondern zu Mont­ pellier ; hingegen scheint sein Geburtsjahr im Lex.unrichtig in 1718. und eben so unrichtig bei Ba-sare in 1710., hingegen besser bei Fiorillo u. a.in 171h. oder 1716. gesetzt zu seyn. Derselbe hattein seiner zarten Jugend eine so schwache Gesund,heik, daß ihn seine Eltern von dem Studium derKünste abzuhalten suchten. Er überwand jedochalle Schwierigkeiten, und wurde in die Schule desRivalz -j-f-) geschickt, von dem er die ersten Anfangs-gründe der Zeichenkunst lernte. Wiewohl er nochnicht nach dem Nackten gezeichnet hatte, so wagteer es dennoch in seinem vier und zwanzigsten Jahrenach Paris zu gehen, und sich um den großen vonder königlichen Akademie ausgesetzten Preis zu be-werben, der ihm auch im Jahr 1742. zuerkanntwurde. Sein Gemälde stellte die Pest der Jsrae-liten unter der Regierung des Königs David dar,und war eine neue, merkwürdige Erscheinung,welche die schönste Morgenröthe für die Französi­ sche Kunst verkündigte, vien unternahm hierauf

s) Dieß Blatt (heißt es irgendwo) war dle Frucht einer Wette des Malers mit dem Stecher, der solchesinnerhalb einer Nacht zu fertigen versprach.

^Dieses Cabmet will (ig-o.) dre» a la Sanguine gefertigte Zeichnungen allegorischen Inhalts vo» ihmbesessen haben; darunter jene (Neptun u. s. f.) welche unten als von ihm selbst geetzt erscheint.

*«») Obm im Art. Rosaspina heißt er, durch Druckfehler, vinira.

4 ) Offenbar das schon oben erwähnte.

44 ) Das Ler. sagt: Carl NatoireS-