Band 
Zweyter Theil [4].
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3088
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Zo88 Bischer.

ist. Sein genaues Todesjahr ist unbekannt; meistwird solches in oder um 1670. gesetzt. Seine mitJahrzahl versehene Blatter datire» sich von 1649.bis 16O2. weit die meisten aber von ,049-54.Nach ihm vermuthlich kennt man das Bildniß ei«nes in einem Lehnstuhle sitzenden Mannes von Ploosvan Amstel (1771.) in Kreidemanier gefertigt, undMit: < 7 . /^Lc/re»- fiel. i 65 i. bezeichnet *).

vischer oder visscher (Franz). So hießein, mit den vor- und nachstehenden Niederlän«bischen visschern in keinerley Verbindung sieh,,-der Goldschmied, und Mitglied des Raths zuNürnberg , welcher uns einzig durch sein von ss.I'. 1 ^. (Leonhard) gestochenes Bildniß, und sein aufeinigen Abdrücken desselben angezeigtes Todesjahr(,6ö4.) bekannt ist.

(Georg oder Johann Georg),wahrscheinlich der nämliche, welche anderwärtsauch Fischer geschrieben wird. A. Dürer , undL. Müller (Cranach ) scheinen, nebst der Natur,seine Lehrmeister gewesen zu seyn. Die Galleriezu München hat von ihm die Ehebrecherin in,Evangelio, lebengroße Halbfiguren, mid die Ge«fangennehmung Christi am Oelberge, nach Dur«rers Zeichnung aus Pergament gemalt, und aufHolz aufgezogen. Die Grafen von Fugger unter-stützten am Meisten seine Kunst, indem sie ihmviele Arbeit gaben. Der Königl. Baycrschc Hof«kaminerrath, Baron von Kretz, besitzt (wahrschein«lieh von der Hand des Unsrigen) einen, mit: 6oor-xius sei. et oxc. bezeichneten, großen

geetzten Prospekt der Stadt München , von Nordostaufgenommen. Seine Tochter Susanns, welchesehr schön malte, heurathete den Kaufmann Mapr.Im Lex. hat sie ihren eignen Art. s. v. Fischer.Llpowsky s. v. Fischer und vischer.

(Georg Matthäus), GeographKaiser Leopolds, gebürtig von Wenns im Lyrvl.-Auf Befehl seines Herrn verfertigte er Landkar-ten von Oestreich und gab darauf 1672. zu Wien

V ischer.

eine: Noyograpliia ^ustriso. sol. mit sehr großengestochenen Karten heraus. Homann stachFpäternach denselben das Erzherzogthum Oestreich (insKleine reducirt) in 2 Blättern; s. Hübner'sNugeum xeo^rayh. S. ,4?. -Hanber's Hlst.der Landkarren S. 76. In des E- I. Classa Leuenfels: Uonimentum bistorico-panegzr-ricum principis ab plerdergtein (welches Buchzu Breslau 1680. Fol. erschien) finden wir einige Pro-spekte von Gutenhaag, Neyberg und Lanckowitz,die A. Trost nach einem ^r'nc/re,- ^eo§rapk. fiel.gestochen hat, und welcher letztere sonder Zweifelder Unsrige seyn mag.

* vischer oder visscher (Johann de), desobigen Cornelius Bruder, Stecher mit der Na-del und dem Grabstichel. Rost V. 408. glaubt(wohl gewagt), daß die Landschaften, welcheer nach Berghem gestochen, so wie seine Bambo-chaden nach Ostade , in Rücksicht ihrer kühnenmalerischen Wirkung, die Blatter von Corneliusnoch übertreffen. Durch seine Bildnisse dann habeer gezeigt, daß er den Grabstichel eben so wohlals die Etznadel zu behandeln gewußt. Der ein-zige Vorwnrf, den man ihm machen könne, sey,daß seine Zeichnung nicht immer richtig ist. DaßHecquer (wie das Lex sagt) ein Verzeichniß auchvon Johanns Blättern geliefert habe, ist in soweit unrichtig, daß sich in dem bekannten Ver-zeichnisse der Blätter des Cornelius, von Jo-hann nur solche finden, die man sonst etwa un-richtig dem erster» zuzueignen pflegt. Die beßteLitteratur derselbe-«, dürfte sich wirklich bey RostI. c. 400-4,4 finden. Vörderst etliche Bildnissenach I. de Bane, H. Berkmann, A. va» Dock,I. van Noort, und nach seinem Bruder Corne-lius, von welchen der Catalog von Brandesdiejenigen des Pastors Lhadd. Lautmana nacb d«Bane, und des Vice-Admirals Hülst (ohne andernNamen als des Stechers) schön nennt. Wir thunnoch, als von berühmten Männern, des Admi-rals Ruyters nach Berkmann, und Rubens seines

«-) Einer unserer Freunde giebt uns über unsern Künstler folgende mit allerley Bemerkungen begleitete Notiz-ren: »Im Dresdner Kupferstich -Kabinet traf ich ein gut radirtes Brustbild in einem sonderbaren Costümeund mit der Unterschrift: scl viviim llellricavir ei krcic sgug korli. btlcolaus Visclico

Lxt-udic ein kleines Blatt; dann ein anderes solches Brustbild unterzeichnet: c?o^e/--u§ cke2<I vivurn c!e>i«e->vir. S»»nn,-s cke Vjssci><->' keoir tnrli. -sa k^rolinge k-chcullir in kl. 4 W kaditt t

-beyde nahm man dort für Bildnisseches Cornelius selbst an. Anderivärts heißt es von seinem 1649. ei-genhändig gefertigtem Bildniß, daß man zwey Abdrücke davon besitze, und der seltenere derjenige ist, woer einen Grabstichel in der Hand trägt. Da man auf mehreren der von ihm gefertigten Bildnisse von 1649.(z-B. Franz Valdcsius, Peter Scriver den nachgehends I. Houbracken in kl. 4,0 kopirte Magdalcn«Moons u. s. w.) und von 1650. (z. B. Churfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg) findet, daß er siezu Harlem unter der Direktion und für den Verlag seines Lehrers Peter Soutmann stach; dagegen abernoch von >65,0. an (z- B- die Evangelisten »ach eigener Zeichnung und für eignen Verlag in 4W zu Harlem gestochen) anfing für sich zu arbeiten, so mag er zu dieser Zeit seinen Lehrer verlassen und sich einen eignenVerlag etablirt haben. Aus diesem Grunde dünkt mir es auch, als ob Kost, wenn er sein Geburtsjahrum ,6io. ansetzt, solches vielleicht ein 15 Jahr zu weit hinaus darirte; indem er dergestalt erst im vier-zlgsten Jahre aufgehört hatte, schnlermäßig unter der Direktion eines andern zu arbeiten, und er üb-rhaupteiner von denen Künstlern zu seyn scheint, die frühzeitig znr Meisterschaft gelangten. Bey dem Ankaufeseiner Blätter mnß man die Schönheit der Abdrücke wohl in Betracht ziehen. So kostet z. B. der Lever-mann mit den fünf Kindern in den ersten Drück.,, 50 fl., in bloßem gutem Druck ungefähr das Drittheilund im geringern Druck eine Klcinigieir. Die Bildnisse eines Michael Sparenbeek van Kraneuburgh undeines Engeltje Pieters Kortleve werden irgendwo als sehr selten genannt; so wie auch das des DicbtersWendel von deu Liebhabern aufgesucht wird. Das letztere hat man mit vielen Abänderungen. In demKunstnachlasse von Friedr. Ottens (verauktionirt Amsterdam ,728-) fanden sich drey von ihm gesto-chene Platten; nämlich die mit dem Bildniß des Vondel, die blinzende Pfannenkuchenbäckerin, und deStruykrcvers. Nach seiner Zeichnung hat Joh. Visscher einiges gestochen; z. V. einen Mohr mit Pfeil undWogen; dänn P. Aveline das Bild der Narrheit, N. Dupuis den Maler Phil. Wonvermann, beyde letztöre-1 I'.iris clier Ituguier erc. Nach dem Catalog des Kabincts von I. A de Silvester zu Paris besaßdasselbe von dem Unsrigen eine sehr schöne Handzeichnung in Silberstift auf Pergament, welche die stebndeHalbfigur einer Dame darstellt, die einen Brief und eine Krone auf einem Altar verbrennt; im Hin-tergrund ein Garten; und um dieselbe Zeit Ebendaselbst das Kabinet Paignon-Dijonval vollends an die20 meist in schwarzer Kreide; bis auf eine liegende Katze, und einen xmndskcpf, lauter Bildnisse unge-uannter Personen. Auch über visscher's Blätter ist dieser letztere Catalog nachzusebn, der davon an dir90 Nro., darunter aber auch einige von seinen Drüdero Johann und Uambert enthält. Unter den (ei-nigen dort angeführten nennen wir eines, wo Männer, Weiber und Kinder Neuzahrszeschenke bcte'n, wel-ches mit: c.'. i-iveutvf ke er «x<7. bezeichnet ist; und dann ein anderes: ,Eneas , der seinen Vater

aus dem Brande von Troja rettet, mit der Unterschrist: >nv. L. L. r. (dieß also wahr-

scheinlich nach seiner Erfindung von einem Anonymus mit obiger Chiffer gestochen. Endlich zeigt einCatalog der Handzeichnungen im Königl. Französischau Kabinette von einem Cornek. viffchcr Uoi-ni-e «l-Vorostts tloris. Vers i(!6c>. (also gewiß nicht von Cornek. dem Aektern, sondern von dem Unsrigen) dreyWildnisse, in derselben Manier, wie die vorerwähnten im Kabinet Paignon-Dijonval an.