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Bischer.
Apostel und andere Figuren in Basrelief *). ImJahr 1519. brachte er das Grab des heil. Gebildzu Stande, mit Beihülfe seiner fünf Söhne,Peter, Hermann, Hans, Vaul und Ja-cob, die alle mit ihren Weibern und Kindernbey ihrem Vater wohnten, und ihm (hörk's,Deutsche Künstlerfrauen!) bei seinen Arbeiten andie Hand gingen. Die 12 Apostel, i -2 Schuhhoch, welche um das Monument herumstehen,sind, so wie die übrigen Figuren, bis zumReden, charakteristisch dargestellt, und verdie-nen wegen der richtigen Zeichnung und Reinheitdes Gusses die Bewunderung aller Zeiten. Obenüber den Aposteln stehen Kirchenväter und Engel-chen. Unter dem Kasten sind in herrlichen halb-erhobenen Figuren einige Wunderwerke St. Se-balds, auö der Legende, zu sehen. Ganz untensitzen kleine Figuren von Tugenden und Genien;buch hat er sich selbst abgebildet, wie er in seinerGießhükke aussah, vischer arbeitete an diesemMeisterstücke seit i 5 o 6 . Es wiegt 120 Cenknerund 14 Pfund. Er bekam vom Centuer 21 Gul-den, welche nach dem jetzigen Wertherer Dingeetwa loo Rthlr. ausmachen. An dem äußern höl-zernen Sarge ist das dänische und französischeWappen gemahlt, und vorn der heil. Sebald**).Die übrigen merkwürdigen Arbeiten von vischersind: Ein im Rathhaussaale i5go. aufgerichtetesGitter; das schone Basrelief hinter dem Altar inder Aegidienkirche, das den Heiland am Kreuze,und wie er in die Grabküchcr eingewickelt wird,darstellt, und zwei kleine Bronzen in dem ehema-ligen Kabinet des Dr. Gilberadt ***). Das Mo-nument des Bischofs von Augsburg , Christophsvon Stadion, das ebenfalls in der Aegidienkirchesich befindet, ist aber weder von vischer, nochvon seinem Sohne Hermann, der dem Vater imZeichnen und Gießen gleich kam, und sich langein Italien aufgehalten hak. Er (der Vater) wurdeim Jahr i 64 ,o. des Nachts von einem Schlittenüberfahren, da er in Begleitung seines vertrautenFreundes, Wolfgang Tranks, nach Hause ging.Er schrieb sich allemal vischer, und sein Mono-gramm sind zwey Fische. Er war ein vertrauterFreund von Adam Brafr und Sebastian Lin-denast; sie kamen alle Feiertage zusammen, undübten sich in Zeichnungen und Erfindungen.Fiorillo Geschichte der Zeichn- Lünste inDeutschland I. 262—64- Das im Lex. angege-bene Todesjahr (i 5 öo ) von perer dem Vater ist,so wie wir gleich oben gesehen, irrig. Dagegenist die dortige Notitz von seinem Grabmal Fried-rich des Weisen zu Wittenberg auch hier aufzuneh-men. Gestochen nach ihm kennen wir einzig dasGrabmal St. Sebalds von G. Fennitzer. Gouf.Doppelmayr zehnte Kupfert. zu s. historischenNachrichten Nürnbergs.
vischer oder visscher (P.) und I. Har-ris, zwey Buchhändler zu Amsterdam um 1737.;die auf den Kupfern ihrer Vcrlagsbücher, sich alsVerleger aufstechen zu lassen pflegten. So u. a. aufeinem Bildniß des Laur-Backe, von I. C. Phi-lips 1706. in 4. »ach M. Wulfraet gestochen.
Bischer. 309t
vischer oder visscher (Theodor). Die Nie-derländische Schilderbent zu Rom gab ihm denBeynamen Slempop, was mit Trunkenbold syno-nim ist. Den Ruf eines solchen genoß und verdienteer, bis an sein Ende. Geld trug er nie keines inder Tasche, sondern bloß in der Hand, so daß je-dermann wußte, wann er damit versehen war; denngeitzig war er nicht, sondern den ersten Beßten, aufden er stieß, lud er zu sich ins nächste Wirthshausein. Er ging in einem bloßen Unterkleid, und schlugüber dasselbe einen alten Mantel, verschon seinemVater gedient hatte. Man erzählt tausend närri-sches Zeug von ihm. DercaMjvt III. 290—91 Einmeisterhaftes Bild von ihm: Bauerm'chenke in einerLandschaft, wo der Wirth vor der Thüre einerFrau zu Pferde zu trinken reicht (im VorgrundeVieh) besaß (1809.) der Hof- und Landgerichts-Assessor Schmidt zu Kiel.
* — — s. auch Fischer im Lex, sowohl alsin gegenwärtigen und künftigen Zusätze».
* vischiar ( ). Von einem solchen uns
ganz unbekannten Stecher führt einer unsererFreunde ein Bildniß des Kardinals Rasponi nachGauli an. Wir denken aber eher, daß einer dervisscher darunter verstanden sey. S. Gauli obenin diesen Zusätzen.
Visconti (Alexander). Von einem solchenkennt man: lnfiicnzione äeZIi msäa^lie anrü-cke äsl 8!§n. siietro Vital!. 5 Vol. 4 - Rom .i 8 o 5 . S. auch unten den Art. Obil. Aurelius.In wie weit derselbe mit diesem letzter», und demgleich ff. Ennius lQuirinus Visconti in Der-wandschaftö-Verbindungen stehe, ist uns unbe-kannt.
— — — (Ennius Quirinus), des nachfol-genden Job. Baprista's Sohn, geb. zu Rom um 1 x 53 . „In der Studirstube seines Vaters "(sagt sein Nekrolog von Raoul Rocherrech))„lernte er aus alten Inschriften lesen, und derUmgang mit antiken Denkmälern waren sei» Kin-derspiel; noch nicht zwölf Jahre alt , legte ervor einer Versammlung von Kardinälen die er-sten Proben seiner Talente und dabey eines wunrderwürdigen Gedächtnisses ab". Seine Jugendfiel in die glückliche Zeit, wo Italien eines langenFriedens genoß, und die Schriften der Winkel-manne, Lanzi, Milizia, Fea, Guatani, undmehrerer anderer vorzüglicher Geister, für die äch-te Kunde alter und neuer Kunst ganz neue Bahnenöffneten. Von ihm, und ein Paar ander» seinerschon erwähnten, in gleicher Wissenschaft sehr be-wanderten Landsleuthe, heißt es in der Schrift:Winkeimann u. s. Jahrhundert (S. 35 :).):»Die Bahn einer bessern Erkenntniß der alten Kunst,welche winkelinann gebrochen, betraten nachdiesem, im letzten Vierkheil des X VIII. Jahrhun-derts, Fea, Guatani und Visconti. Dieselbenhaben, ruhigerforschend, und von spätern Ent-deckungen unterstützt, Manches berichtigt, man-ches alte Monument besser ausgelegt, und verdie-
s) Beschreibung der berühmten Domkirche zu Magdeburg , >639. 4- §- -z-, wo auch dieß Grabmahl abgebildetist. Es besteht aus einem offenen , ungefähr 5 Fuß hohe», metallenen Sarge, an dessen Seiten sich die zwölfApostel IN erhobener Arbeit befinden. An der Seite zum Haupte steht der heilige Moritz, als Patron derDomkirche, und zu dessen Füßen der heilige Stephanus, als Patron der bischöflichen Kirche zu Halberstadt .Auf diesem Sarge liegt der Crzbischof in Lebensgröße in seinem Ornat. In der Rechten hält er einen langenStab, der oben mit einem Kreuze versehen ist ; in der Linken den Erzbischofsstab. Au den Füßen liegt einLöwe, welcher das Sächsische Wappen hält. In den vier Ecken ruhen auf kleinen Postamenten die Sinnbilderder vier Evangelisten. Fiorillo l. c. II. I7Z—74.
* 2 ) Unten an diesem Monument liefet man: „Peter vischer , Bürger in Nürnberg , machte dieses Werk mitseinen Söhnen, ward vollbracht im Jahr 15,9. Ist allein Gott dem Allmächtigen zu Lob, und St. Sebald dem Himmelsfürsten zu Ehren, mit Hülf andächtiger Lenk von den Almosen bezahlt". S. v. Murr's Be-schreibung von Nürnberg . S. 6z ff., wo auch die sämmtlichen Abbildungen des Monuments angeführt wer-den. <le civilal. Igoiimi). p. 64. 6»<mdravt's deutsche Akad. Th. Ik- 2 B. 2 Cap.
-!-»s) v. Murr's Journal B- II. S. 6g ff.
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