Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
4019
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V oet.

eine Kreuzigung (Halbfiguren) schön, mit/^oet. so. er eaec. bezeichnet; nach I. Jordaens die Narrheit welche eine Katze führt; nach N.Poussin eine H. Familie, wo Johannes mit demKinde zu reden scheint; und eine zweyte, woSt. Elisabeth der Madonna den kleinen St. Jo-hann darstellt; nach E- Quellinus das Bildnißdes Malers I. van Kessel; nach P. Tys dasje-nige des Nürnberger - Patriziers I. A. Tuscher;nach C. de Vos die Kartenspieler. Rost IV. go.Kfn. Noch Anderes nennt Gandellini.

* voer (Carl Bosschart), nicht Borchard,wie es im Lex. heißt. Derselbe stammte von einervornehmen Familie zu Jpres. Sein Bruder underster Lehrmeister war Bürgermeister zu Zwoll; derzweyte ein schlechter Künstler, der das Wenigeseines eigenen Wissens nach vor ihm verborgenhielt. Jetzt wählte er die Natur zu seiner beßernFührerin. In seinem Neunzehnten gewann erdie Freundschaft des Grafen von Portland , einesGünstlings Wilhelms III. der ihm ein Jahrgeldgab, vorläufig seine Bilder kaufte, und ihn alleJahre mit sich nach England nahm. Dort hatteer seinen eigenen Garten, den der gedachte Mo-narch selbst bisweilen besuchte, und für ihn dieseltensten Pflanzen aus Indien kommen ließ. SeinWerk von allerley Gattung Insekten und ihrenVerwandlungen ist ausgetuscht und erhielt nocheinen besondern Werth durch seine Erklärungen, nachAnleitung gelehrter Naturforscher und seinen eige-nen Erfindungen. Der in 1702. erfolgte Tod deSKönigs hinderte ihn, nach dem Beyspiele derSybilla Merian , eine eigene Reise nach Surinam zu unternehmen. Auch die Königin Maria aner-bot ihm mit 1800 fl. Jahrgehalt den Titel einesHofmalers, als der Tod dieser Monarchin ihnhinderte, Gebrauch davon zu machen, voer'sHeirarh mit einer Demoiselle van den Berg hatteihn, wir erfahren nicht warum? einsweilen umdie Gunst des Grafen von Portland gebracht, dieer indessen bald wieder, und durch dessen Vor-spräche ein einträgliches Amt zu Dortrecht erhielt,wo er (i7s5.) sein Jnsektenwerk fortsetzte, baldaber (vielleicht über dieser Arbeit welch einUnglück!) erblindete Er war Mitglied der Ma-lergesellschaft im Haag, wo man noch sein Auf-nahmebild (einen fremden Vogel mit Pflanzen)von höchster Wahrheit findet. Andere seiner Ar-beiten stehen in den Schlössern Dieren, koo u. s. f.Andere besaß noch >765. sein Sohn, Arzt zu Dort-recht, und H. van der Berg daselbst ebenfallsausländische Vögel, Pflanzen und Blumen, dieman mit Hondekoeters vergleichen kann. SeinJnsektenwerk wollte er bey Leibesleben nicht vonsich geben. Nach seinem Tode dann kaufte das-selbe, nebst mehr Anderm von ihm in Tusch ge-zeichnet oder in Gouache ausgemalt, H. Snellvon Rotterdam . DeLcaurpL IV. rh86t.

* voet oder vout (Ferdinand). Nach ihmhaben Billy, L. Clouet (diese vorzüglich), dannG. Edelink, I. Hainzelmann, E. Hcckenaucr,Lubin, H. Silvestre, P. Simon, P. van Schup-pen und ein Ungenannter verschiedene Bildnissemeist dunkeler Großen gestochen; Edelink denndoch des Kanzlers Michel le Tellier , und einAnonymus gar des Papstes Clemens lX., so wieAndere, der Kardinäle Nerli und Rospigliosi.

v 0 ga ( ), ein Maler, von dem sich in der

Casselerr Sammlung, nach deren Verzeichniß von1783. S. i 85 . eine auf Holz gemalte H. Familiebefand; (2' 2" hoch, 11" br.)

vsge (Franz de), Maler, geboren zu Gray,im Franchecomte um 1780., arbeitete um 1760.zu Paris . Nach ihm von le Mire gestochen kenntman das Bildniß eines Wundarztes, Daniel,-^vsntcoureur «le I'-^n 1760. x. 469.

Vogel. 4019

voge (de), f. auch oben und künftig De-voge, Devoges, Devosge und Devouge.

* vogeeler, s. Voglar, unten und imLexikon.

Vogel (Adam), ein Bildhauer in Zierrathenzu Wien 1785. Hof- und Sraars - Schema-tismus in Ü)ien auf -786. 8°.

(Balthasar), ein Kupferstecher, der in1712. zu einer Uebersctzung der Chirurgie desPet. Dionis, sowohl dessen Bildniß, als ande-res zum Werke selbst radirte- Wir haben diezweyte Auflage dieser Uebersetzung Augsburg 1734.8°. vor uns, und nach solcher war seine Arbeitnichts mehr als schlechtes Machwerk.

* (Bernhard), der jüngste Sohn einesWechsel-Sensals. Nach Rost II- 5 o. wäre er zuNürnberg gestorben. Den Grabstichel wußte erweniger gut zu behandeln, als die Arbeit inSchwarzkunst. Er gab sich auch mit der Bildniß-Malerey ab. So hat z. B. sein unten folgenderSohn Johann Christoph nach ihm das Bild-niß des Nürnberger - Gotkesgelehrten Mor. H.Lochner geschabt. Die zahlreichste Litteratur seinerArbeit findet sich wohl in einem Verzeichnisse mei-nes sei. Vaters. Die Meister, nach welchen erBildnisse, weit den großem Theil in Schwarz-kunst (von 1709. bis in sein Todesjahr) gelieferthat, sind: C. L- Agricola, I. G. Bergmüller,G. Blendinger, I. A. Dceithauvt, R. Carriera,G. Eichler (4 ), Fiedler, I. P. Furich, H. Hau(2.), J.J-Hanck, E.C. Heist, I. L.Hirschmann( 5 .),I. G. Hopfer, Kleinert, G- A. Koch, I. Ku-petzky (62.), F. Lippold (s.), A. Loescher, G.des Marees ( 5 .), A.Pesne, I. D. Preißler (6.)Savoye(2.), Schroeter, F. Stampart, P. Stroesbel, P. E. Thomonn (2.), I. C. Zierl ( 3 .), undan die 3 o sind ohne andernNamen, als den (einigen;zusammen über >40 größkeniheils freylich dunkelerdeutscher Männer und Frauen. Dann aber dochauch einige fürstliche Personen; wie z. B. KaiserJoseph I. mit dem Szepter in der Hand (großesBlatt mit dem Grabstichel, ohne andern Namenals den seinigen); Kaiser Carl VI. nach Heiß;Czaar Peter I.; die beyden Erzherzoginen vonOest-reich, Maria Amalia (nachherige Gemalin KaiserCarl VII.) und Maria Joseph« (späterhin Köni-gin von Pohlen), den Prinz Eugen von Savo-jen, den gelehrten Grafen von Bunan; diese fünfletztgenannten alle nach Kupctzky. Besonders abereine Menge wackerer deutscher Kunstgenossen: Ja-kobs von Sandrart und dessen Gattin, R- Chri-stina Eimart, nach Hirschmann (gestochen); dannwieder nach Kupetzky geschabt: Diesen selbst unddessen Sohn; G. Blendinger, I. G. Dinglinger ,S. Donnauer in Moskau , C- Weigel, C. DorschE- C. Heiß, I. Kenkel, letztem ohne andern Na-men als den seinigen. Rost l- 0. zeigt ein zwan-zig der beßten (gestochenen und geschahenen) an.Don den erstem z. B. den berühmten HallischenTheologen A.,H. Frank, ohne Namen des Ma-lers; den Nürnberger - Senator I. M. Weisernach Hirschmann u. s. f. Von den geschabenendie mehrern der oberwähnten Künstlerbildnisse,darunter auch sein eigenes, nach der Zeichnungseines Sohns, I. Christophs. Neben denBildnissen finden sich noch in jenem Verzeichniß:Ein Salvator Mundi ; eine Mutter Maria, Ma­ ria Magdalena , ein St. Bartholomäus, ein jü-discher Lehrer, ein Philosoph, ein adelicher Hn-gar ohne Namen; dann ein Paar (schöne) Blät-ter im Flammandischen Geschmacke: Mann imNeglige, der Taback schmaucht, und ein andererim Pelze, der Kaffee trinkt: Alle diese ebenfallsnach Kupetzky, der (nicht ohne Grund) unsersVogels non plus Ultra war. Seine nach I.Richter gestochenen 10. Ansichten von berühmtenPlätzen und Bauten von Venedig haben 7" indie Höhe, und s" in die Breite. Der Cata-