Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
4027
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Vogel.

Vogel (Maria Elisabeth), geb. von Bois(de Doos), Gattin eines Doktors der Rechte,geboren zu Hamburg , und noch dort lebend umr8ng. malte in Del und Miniatur. Von ihr be-wunderte man, bey der von der dortigen patrioti«schen Gesellschaft in i8oZ. veranstalteten Ausfielelund von Kunstwerken, KlopstockS Dildniß, einlebensgroßes Knieestück. (Wahrscheinlich mit demnach ihr von Prückner gestochenen an der Spitze»oa Meyers Gedachtnißfeyer 1804. dasselbe).LNensel III. In dem HessenkasselschenSraarekal. 1802. wird fie als Ehrenmitglied derdortigen Kunstakademie aufgeführt.

(Michael), hatte von 1624. bis 3 c>.die Goldschmiedskunst bey Joachim Puttloß zuDresden erlernt. Ein Weiteres über ihn ist uns un-bekannt; in Dresden suchte er übrigens um dasMeisterrecht nicht nach.

(Siegmund), ein von Warschau ge-bürtiger Maler und Schüler der dort ehedem be-stebnden Kunstakademie. Nachdem er das Aus-land bereist hatte, kehrte er in seine Vaterstadtzurück, wo er noch i 8 i 3 . ungefähr 42 Jahr alt,als Professor der Zeichenkunst am Licao lebte. Vor-züglich befliß er sich der Landschaft und der Ar-chitektur. Frey und I. Schumann haben nachseinen Zeichnungen, wie wir berichtet werden,eine Folge (über qo Blatt) Pohlnischer Gegenden(die anderwärts unter dem Titel einer malerischenReise durch Pohlen vorkommen) in qu kl. Fol.in Kupfer gebracht; er selbst soll die Architekturin denselben gestochen haben *). Dann stach auchCarl Aug. Richter zu Dresden nach ihm dieTriumphpforte (mit figurirker und landschaftlicherUmgebung) in qu. Fol., unter der die PohlnifchenTruppen aus dem letzter» Oestreichisch-Französi-schen Kriege zu Warschau einzogen. Die Pforteselbst war nach den Rissen vonJ . Kubiki errichtetworden.

( ), ein königlicher Vauinspektor

zu Berlin in 1809.

( ), ein Schreibemeister, Schüler

des geschickten Bauernfeind (dessen wir künftiggedenken werden), von dem bey Schneider zuNürnberg in unsern Tagen s 5 Bl. Vor-schriften in Fol. und 4°. zu finden waren. Wirglauben, daß hierunter der Vater des abgedach-ten Kupferstechers Georg zu verstehen sey.

( ), Königlich-Sächsischer Zeichen-

meister und Bildhauer, machte in den Dresd­ ner -Beyträgen zur Belehrung und Unter-haltung, Jahrg. 180g. N°. 64. die Entdeckungbekannt, daß der verwitterte schwarze Kalkstein,der sich häufig in Gestalt eines ziemlich klarenPulvers in dem Sächsischen Kalkbruche zu Ra­ benstein vorfinde, in Firniß eine dauerhafte guteschwarze Farbe gäbe, die andern vorzuziehenwäre, weil sie aus Animalien und Vegetabilienbestände. In Weinessig abgerieben, diente sie zuseiner Oelmalerey. Ohne etwas über den Auf-enthaltsort dieses Künstlers bestimmen zu können,wissen wir nur, baß er nicht zu Dresden lebte.

* ( ), s. oben Johann Gottfr.

Ben. Theil, dessen Schüler er war, und eben-falls oben Carl Friedrich Vogel, mit dem erwahrscheinlich Einer und derselbe ist.

* vogelaer (Carl), s. unten und im Ley.voglar.

(Pr.) In des Smallegange:hilsuve Lroo^k van 2eelsn<i. üliädelvurL et

Voglar. 4027

knisterst. 1696. ?c>I. ist die Ansicht einer Kirche(ein aufgearbeitetes schlechtes Blatt in q». Fol.)mit der Ueberschrift: Sr. Lievens Monster vonihm gestochen. Da man auf andern Kupfern die-ses Buches die Jahrszahl > 685 . findet, so könnenvielleicht erstere und bessere Drücke dieses Kupfersin irgend einem Werke damaliger oder noch frü-herer Zeit zu treffen seyn; später wurde es noch-mals benutzt zu: Historlu epigcopstuum koede-rsti kel^ü per H. V. H. I.UAd. Latav.1719. kok.

Vogelartus (Lavinus).An einem Gemäldein Kensington, das die Ermordung des Lord Darnley darstellt, liefet man den Namen des Ur-hebers, aber so undeutlich, daß verrue, der esin Kupfer gestochen hat, ihn nicht herausbringenkonnte. Indessen glaubt er ben Namen hevinusVogelsrius oder Venetisnus zu finden, und hältden Maler für den Levino, einen Neffen des Por-denone, von dem König Karl I. ein Gemälde be-saß. Dieß ist aber ein Irrthum, weil die Neffendes Pordenone Giulio und Bernardino Licinio ,nicht Levino, hießen. Florillo V. s5c> 5 ».

vogeler (I. C-), ein Dilettame vermuthlich,der sich um 1786. mit Kupferetzen abgab. Vergl.oben Christian Lud. Reinhold.

vogclgesang (Georg), ein Steinmetzmek-ster in Chursachsen.

* vogelzang od. Vogelfang (Johann).Derselbe malte Landschaften und Viehgruppenleicht und gefällig. Aus England reiste er auchnach Schottland und Irland, kehrte aber, weiler dort wenige Aufträge erhielt, bald wieder nachLondon zurück. Fiorillo V. 553 . Ein Künstler,der sich mit einem verschlungenen 6 6. angiebt,hat nach ihm zwey Landschaften (Morgen undAbend) in kl. Fol mittelmäßig geschabt.

vogemonre oder a vogefo Monee(Lothar), so viel wir aus der Breslauer-Samml. Jahrg. i/ix. Mai S. ir»8. und ausandern Quellen entnehmen, ein Ingenieur oderBaumeister aus Lothringen , der, vermittelst Kanä-len, die Donau mit der Oder, der Elbe und derWeichsel vereinigen wollte. Er gab darüber, Wien »700. 8°- : vissert. de utilitate» possibiiitsteer modo conjunctrorns Onnudii cum Oders,VistuI» ct Albr kiuvüs per csnalem nsvi^sbi-lsm. Obwohl ihm 1711. Kaiser Joseph ein be-sonderes Privilegium (dasselbe ist in der Euro­ päischen Fama Theil ii 5 . S. 486. zu lesen)deswegen ertheilte, so blieb doch sein wichtigesUnternehmen unausgeführt, da dieser Kaiser 1711.noch starb. Der Kupferstecher M. P. Pfeiffer hatteden Entwurf des Lothar (ob zu obiger Disserta-tion ?) in Kupfer gebracht.

vogkas (Peter), ein Holländischer Kunstver-leger vermuthlich in der letzten Hälfte des XVlI.Jahrhunderts. Aus seinem Verlage kennen wirBildnisse, z. B. R. Descartes von S. Bosch,Joh. CoccejuS von A. Palamedes gemalt (ohneStecher), F. Bassecourt von P. de Zetter nachH. Meermans gestochen u. s. f.

* voglar oder Vogel, auch vogzelaer(Carl von), Disielblum, auch del Flore ge-nannt. Derselbe malte, nach Lanzi lLd. der?.)II. 271. neben den Blumen auch todte Thiere vor-trefflich. Von ihm besitzt in Deutschland die Ga-lerie zu Dresden : Die Slaffirung des Bildnisseseiner jungen Dame, die mit der einen Hand ei-nen Apfel hält, mir der andern sich an einenApfelbauni stützt, und ringsum von aller Gattung

r,) Anderwärts sind«-» wir über dieses Werk folgende Notizzm:Das erste Heft seiner malerischen Keifedurch da» ehemalige pohlen war in -8»6. bereits erschienen und würd, sebr gerühmr Es entbielt6 Blätter. Ein Jahrgang sollte z Hefte, das Ganze z Jahrg. jeder Jahrgang zu >8 Tbl. pr-. (u- 56 Thl-die Abdr. sv»ur l- teure) enthalten. S. auch oben den Art. Frey, Kupferstecher in Warschau .