Band 
Zweyter Theil [4].
Seite
4034
JPEG-Download
 

40Z4 Volmar. Volmeister.

Kunstfalon » 8 o 4 - zu Bern aufgestellt. In iso 5 . Hause zu Stanz, in Unterwalden, also auf demerschien dieser Künstler zum erstenmal auch auf eigentlichen Schauplatze den Tugenden des sel.demjenigen zu Zürich mit einem höher» Gegen- Einsiedlers von Flühe aufzustellen. Was dannstand, einer Madonna mit dem Kinde, die Mut- über diesen löblichen Entschluß Alles gekritteltkertreue rubricirt, wovon es in drm Zkrcherschen und gefaselt worden, wollen wir, um's Beßtenwillen,Journal für Litteratur und Runst S. 17t. verschweigen. Auf dem Zürcherischen Salon vonlautet: »Der Effekt und das Colorit des Ganzen 1811. sah man wieder von dem Unsrigen ein klei-waren sehr lobenswerth, und der Kopf des schla- nes, aber anziehendes Bild in Oel : Den Besuchsenden Kindes (seines eigenen) besonders wohl des Schultheißen Nägeli von Bern , auf demgerathen. Dagegen wurden ziemlich viele Fehler Schloßhofe seines Feindes, des Schulheißen Na»in der Zeichnung bemerkt. Auch fand man den geli, dessen Tochter er freyen wollte. Ausdrucks-Preiß von fl. hov. den der junge Künstler für voll und schön gemalt fand man die Köpfe derein hohes und etwa i- 4 " breites Bild von Hauptpersonen; Composition und Stellungen hin-drey Figuren foderte, ein wenig stark übersetzt." gegen nicht so angemessen, wie in einem Neu-Diese letzter« Rüge zumal erweckte empfindliche jahrsblatte (1806.) von Usteri, welches die näm-Gegenäußerungen im Meuselschen Archive II. liehe Scene zum Gegenstand hatte. In gleichemlu.) 9899. worin eS, neben Anderm etwas Jahr wurde dieser geschickte Mann (Ehre demkomisch heißt: »Raphael starb im 87. I. seines großen Rath des Cantons Freyburg!) von dem-Alters"; sowie auch die (I. c. ioo.) eingerückte selben als Bürger zu Ueberstorf naturalisirt, alsohöfliche Entschuldigung des Salons gegen den zum Cantonsbürger angenommen, und erhielt dasKünstler, warum man diese Muttertreue nicht durch das allgemeine Schweizerische Bürgerrecht,in Zürich behalten könne, lustig genug zu lesen Auf dem Zürcher -Salon 1814- war die einzigeist. In eben diesem Journalstücke S. i 5 Z 54 - *) historische Composition: Des Unsrigen Darstellungwird noch von verschiedenen andern, ungefähr um der im Cappeler« Krieg von Freund und Feinddie nämliche Zeit gefertigten Arbeiten von voll- gemeinschaftlich genossenen Milchsuppe, welchernar gesprochen, wie folgt: »Sein größtes aber nicht allgemeinen Beyfall abgewinnen konnte,zusammenhängendes Werk sind so Composttions, weil der enge Raum keine gelungene Ausführungstücke (jedes ungefähr 16" hoch, und io" breit), eines solchen Gegenstands erlaubte. Tüb. Mor-wo eine Schweizer-Familie aus irgend, einem genbl. 1814. S. 684. In Gesellschaft dann sei-Canton in einer landesüblichen Beschäftigung nes gleich nachfolgenden Bruders Laver fertigteso wie vier größere Schweizer-Landschaften, volmar schon i8oä. in dem Kunstverlage vonin weichen verschiedene Truppen Schweizerischer Albrecht Schmidts sel. Erben zu Augsburg zwenLandleure, jeder in seiner Nationaltracht und sei- kriegerische Scenen: Erzherzog Carl siegt überoer ihm eigenen Beschäftigung dargestellt ist. Alle den General Jourdan bey Ostrach ; und: Gene-sind in Gouache, in einem zierlich großen Cadre ral Massen« überwindet die Russen bey Zürich ,gemalt, vom H. Reichsgraf von Fries in Wien , »Die Höhe dieser Blätter beträgt iZ" und diediesem Kenner und Beförderer der Künste und Breite 16", und dieselben sind aufPränumeration,Wissenschaften bestellt und reichlich bezahlt wor» um einen Louisd'or das Blatt, zuhaben. DieCom»den. Denn anders als auf positive Bestellung Position ist von dem ältern volmar, einem ge»werden sie vom Künstler nicht gemalt, und der schickten, fleißigen, und in Bern seinem dermal!«Preiß eines jeden der gedachten so Blätter ist 6 gen Wohnorte, allgemein geschätzten Künstler,neue Louisd'or, von den 4 größer» Landschaften Der Stich der Umrisse aber, so wie die Colori -aber kostet jede 20 neue Louisd'or **). Einige rung, die beyde gleich vortrefflich find, rührt vondieser Cvsiumes wurden auch auf dem Zürcher - dem jünger» her. Die Figuren des ErzherzogsGallon von 1807. ausgestellt, und darüber I. c. und die ihn umgebenden Offiziere und Gemeinen(Z.) 164. geurtheilt: «Die Attidute (so. Attitüde) so- machen sich ausnehmend gut. In den Gesichts-wohl als die Gruppirung der Figuren, und das zügen des Husaren-Obristen ist der Ausdruck deSschöne Colorit, beydes Beweise eines gebildeten Unwillens über den herbeygekommenen FranzösirGeschmacks und einer seltenen Leichtigkeit in ge- sehen Adjutanten, der dem Erzherzoge eine De«fälliger Darstellung, machen diese Stücke jedem pesche überreicht, wohl gelungen. Die wegge-Kenner schätzbar, und erheben diese Sammlung führten Kriegsgefangenen bilden auf dem zweytenvon Schweizertrachten über alle bisher erschienene Blatt eine sehr interessante Gruppe. Die Be-Sammlungen von Nationaltrachten." An zierst- leuchtung und der Baumschlag sind vortrefflich,cher Gouache-Arbeit allerdings; ob aber auch an Ueberhaupt dürften diese beyden Stücke überallWahrheit? Sein Meisterwerk indeß ist wohl sein mit Beyfall aufgenommen werden." Irgendwodurch den schönen Stich von H. Lips vollends lesen wir auch: Er habe nach zwey seiner Gouarverewigtes 8' hohes, und i 3 ^ breites Bild des Ab- chegemälden zwey Ansichten des Genfersees mit

schieds des Eremiten Niclaus von Flühe von sei- den Umgebungen der Stadt Lausanne auS bisda-

ner Familie, in 10. lebensgroßen Figuren, wel- hin unbekannten, glücklich gewählten Standpunk-ches zuerst auf dem Bernerschen Kunstsalon von ten in colorirten Blättern (28" breit, 19" hoch)1810. erschien, und dort den verdienten ersten gegeben, deren jedes einen Louisd'or kostete.Preiß erhielt; dann auch auf demjenigen des fol- volmar (Xaver), Bruder des vorher-ehn-denden Jahrs zu Zürich , wo sie den gedoppelt den, Kupferstecher zu Augsburg , geboren daselbst,schönen Gedanken erweckte, vermittelst einer durch S. den obigen Art. Bey Mensel III. (1800 )die ganze Schweiz gesammelten Unterschrift einer- erscheint er noch unter den Lebenden,seits die Künstler Volmar und Lips würdig zu s. oben auch vollmar.belohnen, und anderseits dann das Urbild als volmeister (Georg), Königl. Dänischer

Gemeineydßgenößisches Geschenk auf dem Rath- Hofzimmermeister in 1789.

*) Aus der Libl. - K. u. V. Rünste I. (->.) - 89 9 <>- entlehnt. Man mußte um diese Zeit fast alleKunstnachrichten aus der Schweiz in Deutschland aufs Wenigste doppelt lesen. Wer eigentlich großmüthigdie Zeche beialte, ist uns unbekannt.

«») Dann aber heißt es von denselben, auf dem Sallon zu Bern lgoz. aufgestellten Bildern (Zürcher-Iour-nal für Litteratur und Runst S. 4z. und zwar, wie wir glauben, aus der Feder des nämlichen Kunst-nchterS): ^Jn das Wohlgefallen an dem edeln Styl der Zeichnung, -er kecken Manier und sinnvollenHandlung stimmte Jedermann ein; nur hatte man hie und da etwas mehr Geschmack im Einzelnen gewünscht.Dann fand ich hier noch eine größere Arbeit von demselben Verfasser, das Erntefest, die mir aber nichtganz den Beyfall, den die kleinern Stücke fanden, zu verdienen schien. Die Ursache mag Lm Colorit lie-gen, das bey reichen Composirionen en Gouache, wo starke Schatten vorkommen müßen, meist unedel undschmutzig wrrd, und kein reines Helldunkel, keine gefällige Wirkung des Lichts mehr gestattet.