V y t e n w a e l.
Rost setze seine Geburt in 1610. an, und führedann doch selbst (V. ZgH. No. 19—22.) von ihmschon 1610. geetzte Blätter auf *). Wahrscheinlichvon seinem oben genannten selbsigeetzten Bildnisseheißt es dann: Es trage in den ersten Drücken dieAdreße: joanncs vsv. exc. Spater habe PeterSchenk dieselbe ausgelöscht, und seine dafür gesetzt.Um 16H0. soll er noch im Haag gearbeitet haben.Wohl seyen seine Blätter artig, aber eben nicht,wie Rost sage, „reizend" radirt. In guten Ab»drücken seyen sie selten, in schlechtem gemein.So werde auch irgendwo (wahrscheinlich irrig)gesagt, er habe eine Folge von 66 Landschaften,mit biblischen Figuren stafflet, geetzt, welche seinvorerwähntes Bildniß an der Spitze trage."
*vprei,rvael od. Mrenwael (Joachim),^iorillo (Deutschland II. 432 .) setzt sein Geburts-jahr in i 466 . , das Todesjahr aber, gleich demLep. in 160-j. Derselbe war mütterlicherseitsSohnssohn emes ziemlich guten Malers Joa-chims van Schupck. Bey Beer, einem mittel-mäßigen Künstler, lernte er zwey Jahrelang dasOelmalen, und ging dann nach Italien . Seinendortigen Aufenthalt und seine Rückkehr ins Va-terland erzählt das Lex. Das Lob sowohl alsden Tadel über ihn spricht schon das Lex. nachDescamps l. 242 — 43 . aus. Dieser fügt nochhinzu: „Seine sich immer gleichen Köpfe'sind inSpranger's, bisweilen iu Bloemaert's Geschmacke,und die Finger in Gestalt von Hacken gezwungen.Bey einem italienischen Liebhaber zu Antwerpen sah man von ihm: Loth mit seinen Töchtern(rS br. k? hoch), was für eines seiner beßtenBilder galt; das Nackte ist darin gut gemalt, dieComvosition groß, und von beßerm, als seinemgewöhnlichen, Geschmack in der Zeichnung, vanMander führt von ihm ein kleines Götterfestauf Kupfer an, das der Churfürst in der Pfalz besitzen soll, und gedenkt noch mit Lob eines an-dern: Venus und Mars; ein Gegenstand, dener mehrmals wiederholt haben soll. Jenes Göt-terfest (Hochzeit der Thetis), auf Kupfer gemalt(bloß 6" hoch und 8" br.) ist wohl das nämliche,welches jetzt die Gallerie zu München besitzt.Auch Wien hat zwey kleine Bilder von ihm: EineAnbetung der Hirten, und ein — Dianenbad,mit Ackaons Verwandlung. Unter den berühmtenGlasfenstern zu Gouda befinden sich einige, nach derZeichnung des Unsrigen von Adrian de Vrye zwischeni 4 .»i. u. 96.ausgeführt. Gestochen nach jhm nenntder Catalog von Brandes eine Folge von 14Bl. mit dem Titel: 1bronus)nstit!so. Hoo est«le ciptimo juclice tractatus electissimus gui-dusgue cxemplis zulliciariis mri incisis illu-strscns, von G. Swanenburch i 6 o 4 —6. schöngestochen und selten. Eines dieser Blätter stellt,wie es sich versteht, das Urtheil Salomons, unddas letzte Blatt (auch besonders abgedruckt) das
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jüngste Gericht (bet laeste ooräeel) bor, undder Catalog von Winkler nennt eine Kreuztra-gung von eben diesem Meister.
Vyrenrvael (Paul). Wir kennen vier kleinelänglichrunde radirte Blätter. Sie sind: Apoll,der die Daphne verfolgt; Daphne , die sich in ei-nen Lorbeerbaum verwandelt; Apoll , der dieSchlange tödtet; und ein in einer Landschaftschlafendes Kind, neben ihm ein Todtenkopf undeine Sanduhr, in der Luft ein von einem Unge-heuer gehaltener Schild mit: Omnia Tempushsbent 8 UUM. Lctztres ist bezeichnet: Bau/nsDltraisect) tec. i 4 /c>., )<rarmesIstekrmclc excu.
vptb 0 eck (Heinrich). Nach ihm hat P. Per-rek einige Blätter gestochen, auf denen der Unsregeschrieben ist: /f. AT/wucL inv. Sie sind: EineAnbetung der H. drey Könige, 1491. in gr. 4°.und Christus der im Tempel lehrt; dann eine alle-gorische Figur mit der Unterschrift: Kex e§osumma etc. 4°.; eine Flucht nach Egypten.
Uz (Georg), Ingenieur-Lieutenant und Bau-Inspektor zu Nürnberg , geboren daselbst 1742.erscheint zuerst bey Mensel I. (1778 ), dann nochEbendas. ll. (178g.), hingegen Ebendas. III.(1809.) nicht mehr. Schon in 1778. kannte manvon ihm, neben schönen Grund - und Aufrissen,besonders auch eine Landkarte von Pohlen, nachden (damals) neuesten Veränderungen, und (178g )auch Erd - und Himmelskugeln. Eine andere un-serer Notizzen giebt seinen Tod ausdrücklich in1786. zu Nürnberg an, und datirt seine Kartevon Pohlen und Litthauen (auf 16 Bogen, undverkleinert auf 4 Bogen) von 177Z. (Pr. 1 Thlr.8 Gr.), und eine zweyte von Ungarn, Pohlen,Rußland und der Türkey, welche in 1789. erschie-nen sey. S. zJopitsch Fortsetzung von ÜVlll'sNürnberger-Lex. In 1792. als Kaiser Franz II. zu Nürnberg anwesend war, gab wohl kein ande-rer G. F. Uz als Er, die Idee zu einer Beleuch-tung dieser Stadt, welche auch, nach seiner Zeich-nung , von A. Annert in Regal-Querfol. gesto-chen worden. — Aus den beyden letzterwähntenDaten von 1789. und 1791. erhellet nun, daßsein oben angegebnes Todesjahr 1786. irrig seynmuß, und vielleicht 96. heißen soll.
Utzschneider ( ). Im Tüb. Mor-
genbl. 1810. S. 476- liest man, unter dem Dar.Paris vom 9. Mai: „Die nach Wedgwood's Artcolorirten irrdenen Geschirre der HH. Fabry undUtzschneider zu Sarguemines, haben wegen ihrerFestigkeit und Dauer (der Maße, ober des Colo-riks?) öffentliches Lob erhalten:"
Vollendet, auf Redaktion, 12. Okt. 1816. DieRevision (doch noch nicht die letzte) vollendet, 22.Iul. 1817. Druckfertig im Januar 1818.
-) Solche Pfuscherey verdiente immerhin diese Rüge; allein, wenn wir dem genauen Dartsch glauben sollen,so wäre es vielmehr ein Irrthum, oder vielleicht gar ein Druckfehler bey Rost, wie es dort so viele giebt,daß sich Blätter von V> mit 1610. datirt, findey sollten.