Wateau.
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würdiges Mitglied dar, und wurde erbaun wirk-lich, auf das Bild eines galanten Festes hin(Einschiffung auf die Insel Cythere) 1717. (nach-Werts von Tardieu gestochen) (33 I. alt) zumAkademiker gewählt." „Sein Verdienst" (heißtes dann weiter) „ist übrigens für uns fast sogut als verloren. Man sieht ihn gegenwärtigfür nichts weiter, als für einen Maler der Klein-meister und der Merveilleusen seiner Zeit an, undfindet ihn so lächerlich, als die Zukunft dieheutige sogenannte gute Garrung finden wird.Mit alle dem hat er seine lobwürdige Seite; unddies ist seine Sittenschilderung. In komischerund aufgeweckter Gestalt, mitten unter jugendli-chem Lachen und verliebten Schwänken, giebter Lehren für Geschmack, Zartsinn und Wohlan-stand. Nur bedauert man die Beymischung vonZiererey, welche seine sonst so lebhafte und geistrei-che Toccirung begleitet, und seine sinnreichstenErfindungen verdirbt, welche voll glücklicher Con-trolle, so malerisch im Ganzen und in den Maßen,und immer mit schöner Landschaft staffirt sind.Sein ihn auszeichnender Kunstcharakter dann ist:Seine getreue Darstellung des weiblichen Costumsim Jahrhundert Ludwig XIV -, und der launig-ren, theatralischen Kleidung der Männer ebendieses Zeitpunkts; seine ländlichen Festine, sowieseine Schauspielscenen; geschlankes Ebenmaß sei-ner Figuren, lebhafter, geistvoller Ausdruck; ma,nieririe Zeichnung, leichter Pinsel, und eine aufdas Tuch nur wie hingehauchce oder hingetuschteFarbe. AuS seiner Schule kamen Pater und Lan-cret, und folgten ihm in der Akademie nach."Dann weiter: „wareau's meiste Gemälde kamenius Ausland, und" (sonderbar!) „viele giengenbey der Wasserüberfahrt zu Grunde. Liebhaberim vorigen Jahrhundert kauften solche sehr begie-rig auf. Bey Versteigerungen ansehnlicher Kabi-nette wurden die vorzüglichsten und beßterhalten-sien von 4—9000 Livr. getrieben. So z. B. dieElysäischen Felder ( 12 " hoch, i5" br.) bey derVersteigerung von Gagny auf 65o5 Livr., undEbendasselbe bey derjenigen von Dazincourt auf8ooo. Dann aber der Ball (ck io"hoch, 2^1" br.) bey der ersten dieser Versteigerungen bloßauf sooo Livr., und bey derjenigen von de Noga-ret bloß auf i5oo. Von seinem Aufenthalt inEngland heißt es bey FioriÜo V. 554 : »Er kamnur nach London , um den Königl. Leibarzt deMead wegen seiner Gesundheit Rath zu fragen,und führte für denselbrn zwey Bilder aus." Indeutschen Königl. Gallerten kennt man von ihmzu München : Eine Gartengesellschast 4^ hoch,5 ' i / 6 "< br. Zu Dresden ebenfalls zwey länd-liche Lustparthieen von Herren und Damen, Pen-dants, 2 ' 2" hoch, 2 ' 8 " br. Hauptsächlich aberzu Berlin , wo — die Politik ausgenommen —Alles was Französisch war, und somit auchresu, den großen Geist Friedrichs des Einzigenbehexen konnte, fanden sich von dem Unsrigenüber 20 Bilder zu Sansoucy, Potsdam undChar-lottenburg, wovon besonders die Abreise nach derInsel Cythere, und die Liebe (so wie sie auf derFranzösischen Bühne, und hinwieder auf der Ita-lienischen erscheint) von Oesterreich , schon ausAmtspflicht hochgepriesen werden, noch mehr aberdurch Cochin's schöne Stiche allgemeinen Rufdurch ganz Europa erhielten. In Privatcabjnet-ten fanden sich z. B. von ihm (1809.) in demje-nigen des H. Hof- und Landgerichts-AdvokatenSchmidt zu Viel: Ein Spanier tanzt, und eineSpanierin spielt auf der Laute: „Ganz fürtreff-liche kleine Bilder" (heißt es im dieSfalligen Ka-talog), „von richtiger Zeichnung, brennendemColorit, und die Hände der Spanierin so schön,
wie Franz Mieris." Dann noch ein drittes:Schauspielergesellschaft. Die beßte Litteratur dernach unserm Künstler gestochenen Blätter giebtwohl der Gantkatalog von Brandes (der solcherHerrlichkeiten großer Liebhaber seyn mochte) in andie 320 N°. Dann ein Verzeichniß meines sel.Vaters in s 3 r, und der Winklersche Gantkataslog in 140. — Von ihm selbst gezeichnet undgeetzt, und von Lhomaffin, dem Sohn, Cochin,Desplaces und Jeurat mit dem Grabstichel vol-lendet, nennt Rost VIII. 47, einzig 12 Bl. nor-dische (soll vielleicht modische beißen) Figuren,welche sehr selten sind; (s. b. 20 kleine Bl. ebenmodischer Figuren). Dann ein Blatt: Marschvon Rekruten, die zur Armee abgehn *). Diezum Theil sehr berühmten Meister hiernächst, wel-che nach dem unsrigen gearbeitet, und den durchihn so mächtig genährten Kunst-Kleinigkeitsgeistdurch alle Welt verbreitet haben, sind: F. Alia-met, d'Argensville, N- de l'Armessin, I. undM. (». K. B.) Aubert, B. I. und L- Audran, F.und P. Aveline — Bailleul der altere, C. Ba«quoi, B. Baron, I. P. le Bas, Ch. Beurlier,W. Blake, I. B. du Bos, C. du Bosc (». ü.du Bost), F. Boucher, Brillon, Brion —A. Cordon, L- Cars, C. (Caylus), P. Che-del, C. N. Cochin, L. Crespy l>. K. Crepy,Sohn) — Demarteau der ältere, L- Desplaces,
M. I. R. Dübos, Duflos, P. Dupin, C. und
N. Dupuis — B- l'Epicier — I. de Favannes,
M. und St. Feßard, G. Filloeuil — Guyot —le Hardi de Famart, Hequet, Huquier — L. Ja-cob, S. Janinet, E. Jeurat, F. Joullain, I. deJulienne, M. Keitt (a.ü. Keyl), Kirkal, G. Kondet —Lindemann, I. E. und I. M. Liotard , ein 5 . L. I>. —I. Moyreau, van der Myn, ein ?.^l. — Petit,A. Pond, I. Pye — N. Ransonekte, Ravcnet,M. I. Renard du Bos, Johanna I. F. Richter,de Rochefort, T- Ryley — G. Scotin, D. S.Setlezky, Simonneau älter, L. Surugue — N.Tardieu, H. S. Thomassm, P. C. Tremouille,— N. Verkoste, F. Vivares, der Ritter von Bal-lon — I. Wagner, C. L. Wüst (S- 70 Stecher).Unter ihren Blattern finden fich von Bildnissennur 6 . Des Künstlers eigenes von Crepy (nochjung, fast Kind), dann ein älteres von Boucher;dann Ebenderselbe in einer Landschaft, mit derPalette in der Hand, neben ihm sein Freund Tar-dieu sitzend, und auf dem Violoncell spielend,von Tardieu; des Künstlers Vater, mit Hosen —auf dem Kopf (?), wir glauben wieder von Bou-cher; der dreyßigjährige Rubens, in Zeichnungs-manier von Demarteau (schön); der Ludwigsreu-ter Anton de la Roque, von Lepicie; Rebel,Compositeur der Königl. Kammer, von Moy-reau, und (auch bisher gehörig), Ludwig XIV. ,der dem Herzog von Burgund , als Kind, denKordon bleu umlegt (ein angenehmes BlaM vonLarmeffin. Dann von Geschichtlichem einzig eineH. Familie (aus dem Kabinet des — Grafen vonBrühl !), von du Bos und von Wüst (dieses wohlCopie), eine Diana im Bad und ein Europenraub,beyde von B. Audran. Alle übrigen — meist ga-lante — Costümestücke, mit der originellen Be-sonderheit, daß solche häufig, wahrscheinlich umauch bey den Gelehrten (in Klöstern!) Eingangzu finden, neben den Französischen, noch — Latei-nische Aufschriften tragen; wie z. B. In Surpnge.Occr-xmt kisrlsguin jsloux.
se/oter/ I^ehon «I'smour. ttoe»«e»tk«m,
u. s. f. Alle diese Unsauberkeiten im Detail auf-zuzählen, wäre wohl unverzeihlich. Als schöneBlätter bezeichnet der nüchterne Katalog vonWinkler: Die tanzenden Harlekin, Pierrot undScapin von Surugue; tks Lntkers und llatklnA
c-) Andre reden von 8 Oktavblättern (mit dem Titel): rlgur«, Llqäe«, von wateau gezeichnet und geetzt,»nd von Lhomaffin, dem Sohne, vollendet- Eben so bezeichnet mein sel- Vater den oben genannten Re-krutenmarsch, und der Katalog von Draudes spricht von einem Blatte: Houp« von dem llnsri-
, gen geetzt, und von Simoneau vollendet. Gandelllni endlich spricht überhaupt von Allerley durch ihnGeetztcm, das ihm nachwärts als Studium bey seinen Gemälden dienen konnte, und worin man, ob esgleich nicht vollendet sey, immerhin Geist erblicke.