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AZinkklmanu.
Winkelmann.
gehört; selten entgeht ihm auf lange Zeit etwasdes wirklich Brauchbaren, das Ueberflüsstge hin-gegen verschmäht er und allen Citaten-Prunk, dender Unbelesene so leicht aus den rückwärts durch-musterten Bücher» (wie Cacus die gestohlenen Rin-der in seine Höhle schleppte) zur Blendung blöderAuge» zusammenführt. Seine Maxime, nichtzwey Worte zu gebrauchen , wo sich mit Ei-nem ausreichen ließe, diente ihm auch in dieserHinsicht zur Richtschnur und giebt allen seinenSchriften ein schönes Maaß und eine würdigeEinfalt, die wenige Arbeiten der Neuern haben.Allerdings fodern die Gesetze geschichtlicher Unter-suchungen, so wie die philologische Kritik, dieBasis derselben, eine seltene Mischung von Geistes-Kalte und kleinlicher unruhiger Sorge um hundertan sich geringfügige Dinge, mit einem alles be-seelenden, das Einzelne verschlingenden Feuer undeiner Gabe der Divination, die dem Ungeweihtenein Aergerniß ist. Unserm W., man muß esgestehew, fehlte jenes gemeinere Talent, oder eskam vielmehr bey dem Mangel vollständiger Vor-bereitung zu seiner Kunstgeschichte nicht recht zurThätigkeit, indem er bald nach seinem Eintritt inItalien sich in dem Meere von Schönheit verlor,das den verwandten Sinn, ohne irgend einenBlick auf die Geschichte, ganz hinzunehmen ver-mag. Jetzt fing er an, den Gelehrten, dessenKenntnisse bloße Notizen sind, als Schriftgelehr-ten zu verachten, und sich nicht einmal um diehistorischen Hülfsmittel zu bekümmern, die dasAusland darbot. Man hat hierin einen undcut-schen Stolz erkannt, und man kann ihn deßhalbnicht eben loben. Aber sehr verzeihlich erscheintdiese Denkart bey einem Manne, der viele mitHülfsmitteln besser ausgerüstete Archäologen, theilsunter Kleinigkeiten und Schutt, in Diptychen undSandsteinen wühlen sah, theils solche, die sichgern zu Forschungen über die ediern Denkmälererhoben hatten, von dem Anschauen derselbenausgeschlossen, ihres Zwecks verfehlen, und sichin das Philosophieren über Gegenstände, die mannicht genug kannte, zurückziehen. Indem w-dieses sich nur selten zu Schulden kommen ließ,und dafür, durch das unausgesetzte Studiumaller großen Schriftsteller unter den Alten, auchden vollen Geist derselben in sein eigenes Wesenaufnahm, gelang es ihm, sich zu dem zu erhe-ben, was die Blume aller geschichtlichen For,schung ist, zu den großen und allgemeinen An-sichten des Ganzen und zu der tiefsinnig aufge-faßten Unterscheidung der Fortgange in der Kunstund der verschiedenen Style, worüber ihm nurdürftige Wahrnehmungen anderer Beobachter vor-
gegangen waren. Auch ist es der Erwähnungwerth, daß er niemals den auf alte Sprachenverwandten Fleiß selbst aufgab, während er fremdeBeyträge gleichgültig entbehrte; daß er noch inRom , wo kaum der Ort dazu war, vollständigeWortregister über die griechischen Tragiker anlegte;daß er ausdrücklich einer Sammlung Oonjecta-nea in Lraecornm snett. et monumenta, alsvon ihm angefangen, gedenkt. Allein dann miß-kannre er offenbar seinen Beruf, wenn er vonZeit zu Zeit den Vorsatz faßte, an die philologisch-kritische Bearbeitung eines Griechen zu gehen.Einmal hatte er dazu den Plalon im Sinn.Gewiß mochte er den Weltweisen, der ihn früherzu dem Jdealischen in allen seinen Studien begei-stert hatte, anders lesen, als so viele Magister,die — das Attische und gemeine Griechisch beyihm zu unterscheiden wissen. Gleichwohl scheintes nicht, als ob ein Commentar von A). überdenselben, in philologischer Hinsicht beyder Na-men würdig genug hätte ausfallen können. Glück-licher Weise hatte der Unsrige denn doch, je lan-ger er die Alten genauer ergründete, sein ganzesAugenmerk auf dasjenige gerichtet, was aufKunst und Künstler mehr oder weniger bezüglichist; er hatte selbst hierin lange nicht alles erschöpft,wozu ein weit gemächlicheres Sammeln und Prü-fen nöthig war; aber er hatte etwas aus denAlten gewonnen, was die Philologen von derGilde gewöhnlich zuletzt oder gar nicht lernen,weil es sich nicht aus, sondern an ihnen lernenläßt — ihre Seele. Mit dieser schrieb er Alles,vornehmlich die Geschichte der Kunst, und dieserGeist zeigte sich auch in den Unvollkommenheitendes Werks; die meisten Fehler sind, möchteman sagen, von der Art, wie sie gerade einGrieche vor der alexandrinischen Periode, d. i.vor der Ausartung des griechischen Genius hättebegehen können, und an deren Verbesserung sichdie nachherigen Grammatiker in den Museen müssigüben mochten. Indessen wer sollte nicht wünschen,daß den N). Schriften ein Gleiches von Sprach-gelehrten und Geschichtforschern widerführe, daßsich sogar mehrere verbänden, jede Abweichungvon der strengsten Wahrheit ohne Leidenschaft an-zuzeigen, wenn w. bald etwas anderes aus Stel-len der Alten entwickelt, als sie enthalten, baldsonst den Sachen etwas zu viel oder zu wenig zuthun scheint. Auch verdiente beygetragen zu wer-den, was sich aus der Münzkunde, der er denwenigsten Fleiß widmete, zuweilen zur Widerle-gung, öfter vielleicht zur Bestätigung seiner Ideen«giebt."
Da aus einem Aersehen des Setzers, und Uebersehen des Correktors, indem gegenwärtigen Hefte nach S. ^099. bis und mit S. 6099. eilte höchst seltsamefehlerhafte Paginirung entstanden ist, so bemerken wir, daß solche übrigens dieHerren Buchbinder keineswegs irre führet! kann, da nämlich die 32 Bogen diesesHeftes, also vom K. des dreyzehnten Alphabetes an bis S. des vier-zehnten (mit Ausnahme Z. 15., welcher Z. 13. signirt seyn sollte) ganzrichtig auf einander folgen.