Werft
Paris *). Aus Düsseldorf nennt Oescanipsaus dem Alten Testamente: Adam und Eva ausdem Paradies gejagt, den schon genannten TodAdels, Sara stellt Abraham die Hagar vor, Sarawird verjagt; aus dem Neuen Testamente:Eine (wohl die schon genannte) Verkündigung,eine Geburt, eine Heimsuchung, eine Darstellungim Tempel, Christus unter den Lehrern; dannChristus im Oelgarten, eine Geißelung, eine Dor-nenkrönung, ein Ecce Homo, eine Kreuztragung,eine Kreuzigung, eine Abnahme vom Kreuz, eineGrablegung, eine Auferstehung, eine Himmelfahrt,eine Ausgießung des Geistes **); die Himmelfahrtder H. Jungfrau; eine Magdalena (in der Wüste)lebensgroß, eine andere Magdalena (wahrscheinlichdie obgenannte); von Weltlichem: Jenes Dianen-bad mit Calisto; ein Mädchen das einen Vogel-bauer hält, und einen Vogel den andre Kinderfangen wollen; ein Kinderspiel bey einer altenlachenden Frau (dies von Kerzenlicht beleuchtet);endlich von Bildnissen diejenigen des KurfürstenJoseph Wilhelm und der Kurfürst!» Anna MarieLouise, und das allegorische Bild, woraufdies Fürstenpaar und van der TVerff selbererscheinen. Ein und zwanzig von den obgenanmten Bildern nennt noch die Specification des ehr-lichen Rarsch. und giebt übrigens jenen aus demLeben Christi 5 ^ Höhe und 2^ Breite; der lebens-großen Magdalena (einer Seltenheit von dem Un-srigen) i? 7" Höhe, ss 6" Br. und nennt nochüberdies zwey andre Bilder: St. Anna, welche dieH> Jungfrau lesen lehrt 4 ' 7" hoch, 4 ^ br. undeine Krönung Maria mit dem Bildniß des Groß-fürsten Don Gaston von Toscana ***). — DieGalerie zu Wien , welche auf Kunstjuwelen sol-cher Art immerhin eben wenig zu halten schien,besitze von dem Unsrigen auch nicht Lines. Mün chen hat ihrer neune, aber (mit Ausnahme derDiana und Calisto, welche der Künstler einst fürseiner Frau gemalt) nicht etwa, wie man denkenmöchte, jene, oder von jenen, die einst zuDüsseldorf standen °f), sondern ganz andere;nämlich folgende: Zwey H. Familien; die eine,wo Maria ein Buch in der Hand hält, Johannesdem Kind ein Vogelnest bringt, und St. Josephim Schatten schlaft; die andere, wo das Kindauf der Mutter Mantel liegt, und der Vater ihmeinen Zweig mit Kirschen reicht. Dann eine büßendeMagdalena, in ihrer Höhle auf der Erde liegend,
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berührt nachdenkend einen Todtenkopf. Hkernächst,neben dem schon genannten Bilde der Calisto,eben diesen Gegenstand noch einmal, Grau inGrau; den Tempel der Schönen Künste, eben so.Jünglinge und Mädchen belustigen sich an einemVogel in einem Körbchen, einer halt eine Katzeim Arm; andre zeichnen und beobachten Kunst-werke ; auf einem Fußgestell steht ein marmornerHerkules, der das Laster niederschlägt (Wie dasAlles im Kopfe des Künstlers zusammenfliegenmochte!). Knaben-Serenade vor dem Fenstereiner alten Frau, welche die Scene mit einemLicht in der Hand beleuchtet, und der das Ständ-chen nicht zu mißfallen scheint. Endlich: Bild-niß eines Malers, von zwey Genien an einemObeliske bevestigk. — Dresden hat nur zweyerEine Verkündigung des Engels an die H. Jungfrau(2^ 7" hoch, 1^ br.), und Venus und Amor,
der sich mit einer Taube unterhalt (noch kleiner) f-f).Sanssoucj» will (wir fürchten mit Unrecht) nichtminder als 2v von Adrians Bildern besitzen,„wovon" (heißt es bey Oesterreich ) »die schön-sten, ob sie gleichwohl alle schön sind: Simsonund Delila; eine H. Familie, sehr kostbar wegender Größe; Maria, Jesus und Johannes; eineMagdalena, ganze Figur, und eine andere, Halb-figur (diese aus dem Cabinet Winkler zu Leipzig );Cimon und Pera, und eine Diana (diese aus derSammlung des Herrn C. PH.Cälar in Berlin -ff-f).Salzrhalum wollte «inst ebenfalls nicht minderals 7. Bilder von dem Unsrigen haben: Adam undEva; er sitzt auf einem Stein, sie steht vor ihm,die Hände auf die Brust gelegt; er umfaßt sie;im Hintergrund ein Fruchtdaum, der Adams hal-ben Leib beschattet. — Die reuende Magdal.na.Dido auf einem seidenen Bette, mir über denKopf zusammengeschlagenen Händen, Schild, Helmund Degen (des gcflüchteten Eneas!) neben ihr;durch die Thüre erblickt man ein Schiff im See. —Bacchus als schlafendes Kind, und Herkules, derin der Wiege die Schlange drückt — Dann desKünstlers eigenes Bildniß in großer Peruke, deran einem marmornen Tische mit einem Mann imFederhut Schach spielt **); und dasjenige einesObristen von Hacken, im Harnisch. Oom-mersfelden wollte dreye haben: Knieende Magda-lena in der Wüste, drey spielende Knaben, und:Verliebter Scherz (?), mit vier kleinen -Figuren vonNymphen, in der Ferne Veetumnus und Flora.—
2) Lands» eben so, und giebt es v. T- -6. Die Benennung des Gegenstands sey willkübrlich. An dem-selben (das uns übrigens eines der geringern im Museum zu seyn scheint) rühmr er hingegen die geheim-njßvvlle Beleuchtung; die Landschaft ganz im Schatten, und die Figuren selbst meist im Halbschatten.Den schönen Paris (wird gerügt) sehe man fast nur vom Rücken. Mit bessern: Geschmack sey Oenonegezeichnet; doch könne van der werf sich nicht zum Ideal, „noch" (heißt es an einem and'rn Ort)„überhaupt zu der Reinheit der Zeichnung der Italienische» und — Französischen Schule erheben".
»") Sind dies etwa die 15. Bilder aus dem Leben Jesu , welche der Churfürst eines Tags bey ihm bestellthatte, wovon jedes 2 1/^ Höhe, und 2«" Breite hielt; einer Madonna und St. Joseph, die dem KindeKirschen darbieten, und einer andern H Familie nicht zu gedenken.
Noch verdient, Spaßes wegen, der kauderwelsche stredou de la Sretonnkere 1776 nachgelesen zu wer-den, der unter Adrians Bildern zu Düsseldorf der Verkündigung, der Heimsuchung (worinn der Kopfputzder H.Jungfrau ein wenig Schweitzerisch sey), dann dem Ecce Homo, der Grablegung, und der lebens-großen Magdalena den Vorzug giebt, die er, auf ausdrückliches Ersuchen des Kurfürsten, in diesem ihmsonst ungewohnten Maaße gemalt, und sich dadurch den Tadel seiner Neider zugezogen habe-
f) Wo nun diese hingekvmmea, und wohin die, welche eine Weile in Paris standen, zurückgekehrt seyen»wer sagt uns dass
ff) So Lehninger. Ein neueres Verzeichniß von -301 nennt noch ein Urtheil des Paris , und das Bildnißdes Künstlers mit seinen Söhnen.
f-jft) Sonderbar! Eine frühere, französische, Beschreibung von Sanssoncy, ebenfalls von Oesterreich , nenntnur viere von diesen Bildern: Samson u. Delila, die H. Familie (2< 7^ hoch , >' ,»"br.) eine der Mag»dalenen, Cimon undPera; und dann ein fünftes, das oben nicht erscheint: Frau mit einem Buch in derHand, welche lächelnd auf zwey spielende Kinder sieht.
*) Von diesem letzter» heißt es doch denn, ganz aufrichtig bloß: nach van der werf-r,n) z< Z« hx. „>< hoch, auf Leinwand.