Band 
Zweyter Theil [5].
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West.

einem wilden Hirsch befreit wird, für seine besteArbeit. Er malte sie für den Lord Perth . Einegroße Arbeit, die Se. Majestät unserm Künstlerauftrug, war die Verzierung der Audienzzimmerim Pallast zu Windsor. West verfertigte sechsGemälde, die sich sämmtlich auf die Geschichtedes großen Königs Edward III. beziehen. DieScene des ersten ist bey Cressy, wo Edward nachder Schlacht seinen siegreichen Prinzen umarmt,der dem König von Böhmen das Leben und seinenFederbusch mit dem Wahlspruch: /cü äie» (seitheran dem Wapen des englischen Thronfolgers)genommen hatte. Die Schlacht bey Nevil's Croßmacht den Gegenstand des zweyten Stücks. Wäh-rend daß Edward Calais belagerte, siegte seineGemahlin Philipps über den König David vonSchottland , der eine Diversion hatte machen wol-len, und nahm ihn selbst gefangen. Man siehtdie Königin auf einem Zelter, umringt von Ba-ronen und Bischöfen, die man an ihren Fahnenund Helmen erkennt; und in der Ferne den schot-tischen König, der sich an Sir John Copeland«rgiebt. Im dritten Bilde legt Philipp« für denEustache de St. Pierre und die sechs beherztenBürger von Calais nach der Uebergabe des Ortsbey ihrem Gemahl eine Fürbitte ein. Das vierteStück verewigt die Einsetzung des Ordens vomHosenbande. Edward mit seinen Rittern kniet amAltar, wo der Bischof von Winchester das Hoch-amt halt. Seitwärts ruht das Auge auf derknienden Königin und einer Gruppe von jungenDamen aus den edelsten Geschlechtern. Unterden Zuschauern erblickt man den schottischen Kö-nig David, einen Marschall von Frankreich nebstandern vornehmen französischen Gefangenen, undEdward's jüngere Kinder. Den glorreichen Au-genblick, wo nach der Schlacht bey Poiticrs derKönig Johann von Frankreich mit seinem Sohnegefangen in das Zelt des schwarzen Prinzen ge-führt wird, hat West in seinem fünften Gemäldegeschildert. Das sechste, in der Mitte des Or-denszimmers, ist der Sieg des Schutzheiligen vonEngland, St. Georg, über den Drachen; eineScene, die hier ein neues Interesse gewinnt,indem eine schöne weibliche Figur im Vorgrundedurch die Dazwischenkunft des Helden von demUngeheuer errettet wird. Außer diesen Arbeitensprach man noch von eiuem Vorhaben des Königs,das Grabmahl des Kardinals Wolsey von dem-selben Meister verzieren zu lassen *). Im Jahr1799 lieferte West zur Schaustellung der Akademiemehrere Cartons für Glasscheidengemälde zu derCollegiat-Kirche in Windsor, zu der prächtigengothischen Abtei, die der reiche Drckford in Foot-hill mit ungeheuern Kosten erbauen ließ, und zueinem Fenster in der St. Paulskirche zu Birming-ham , dessen wir bereits gedacht haben. Jarvisoder seine Schüler, die überhaupt die bedeutend-sten Kirchen in England mit ihren Produktenschmücken, haben es ausgeführt. Auch ist darüberein interessantes Werk erschienen, welches, nebstdem von le vieil, eine bedeutende Lücke in derGeschichte der Kunst ausfüllt, und die Glas-malerey artistisch und chemisch aus den beßtenQuellen erläutert. Der Verfasser heißt JohnAibley; und wenn er auch fälschlich das Jahribvo als die Epoche annimmt, worin jene Kunst

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auf den Gipfel der Vollkommenheit gebracht wor-den ist, indem den Deutschen das Verdienst ge-bührt, sie weit früher meisterhaft ausgeübt zuhaben, fo giebt er dafür Rezepte über »die beß-ten und dauerhaftesten Farben und das Einbrennenderselben, und ist in Allem sehr gründlich **).Wir zweifeln, daß ein Mann von Wests Geistund Talent sich, wie man sagt, der geheimenVorschriften der venezianischen Schule oder desTizianischen Colorits (TÜcra» bedient.

Es ist wahrscheinlich boshafte Spötterey seinerFeinde, deren er viele hat, und die auf ihn Jagdmachen. Zu leugnen ist es übrigens nicht, daßviele Künstler der neuen Schule, welche im Besitz derTizianischen Farben zu seyn wähnen, rechte bunt-scheckige Dinge hervorbringen, die Augen durchlauter Farbenpracht und Herrlichkeit verblenden,und den Spöttern reichen Stoss darbieten. Zudiesen gehört vorzüglich der, jeoe Modethorheitkräftig geißelnde John Williams, dessen zweywitzige Pamphlet» gelesen zu werden verdienen***).Eben so «»gegründet halten wir den Vorwurf,daß West, während er Präsident war, nur seineAnhänger bey der Königlichen Akademie befördert,und alle Aufseherstellen und Comireen nur mir sei-nen Freunden, ohne auf ihr wahres Verdienst zi-schen, besetzt habe. Freylich war er kein Freunddes rauhen Barry; auch fügte ihm die Oppositiondurch die ewige Kritteley seiner Gemälde so vielHerzeleid zu, daß er sich i 8 c >5 von der KöniglichenAkademie gänzlich zurückzog, seine Präsidenien-stelle am sten December desselben Jahrs nieder-legte, und seit »8.,6 eine Privatausstellung seinerGemälde veranstaltete, bey welcher seine Eitel-keit und sein Beutel sich recht wohl befinden.Unter seinen letzten Arbeiten, die er zur Schau-stellung der Akademie lieferte, war eine Vorstel-lung der Sündfluth ein wahres Meisterstück. Dieganze Natur ist hier durch eine graue Nebeiwolkeumkleidet. Im Hintergründe scheint die unförm-liche Arche dunkel hervor. Alles ist Wasserfläche.Eine ertrunkene Familie, die sich bey der allge-meinen Fluch auf einen starken Baum zu rettensuchte, treibt verschlungen in die Zweige dessel-ben auf der Oberfläche, und drey furchtbar großeSchlangen, welche auf diesem Baume gleichfallsSchutz suchten, hangen in einander und in dieZweige und menschlichen Glieder verschlungen vonden hervorragenden Aesten herab. Die Leichnameder Menschen sind schon schwarzgrau gefärbt, unddas Wasser hat die Haut gänzlich ausgefüllt, wiedies bey Ertrunkenen der Fall ist. Zur Seite flat-tert die weiße Taube, und tiefer hinten steht manden Raben in schnellem Fluge. Die übrigen Dar-stellungen der biblischen Geschichten, eine Aufer-stehung Christi, die Derjagung Adams aus demParadiese u. s. w sollen gänzlich verfehlt seyn. ImJahr 1802 verfertigte West mehrere Scenen ausdem Metamorphosen des Ovid, einen Belisariusmit dem Knaben, und eine Vorstellung der Pad-dingtoner Reisebarken, die aus Uxbridge wiederin London ankommen und mit lustige» Passagierenangefüllt sind. Zur Ausstellung im Jahr ,8.,Z lie-ferte er aber nur ein einziges Bild, eine» Liebes-gott, der auf einem Rosenbcrte schlaft. DiesCabinetstückchen war üppig kolocirt, und fandvielen Beyfall f). Es übertraf bey weitem sein

») S. Förster, am a. O. S. 48 --5--.

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ring ot llie turllsce »llä lbe secrer» Uierrmo tielcmgioß. igoi. 4. Mit zwey Kupfertafeln.

ÄSN) S. ^ roueb-slolis ko lbs prerellt 1797, und ^ cillicsl 6ui<le kc>

tue s.ieseac Litiitiiliou, lobn William», vulgo 1797. Vergl.

1 ?. III. x. 147.

f) „Diese Ausstellung hatte übrigens den Unsrigen in einen sehr unangenehmen Handel verwickelt. Manbeschuldigte ihn nämlich eines eigenmächtigen Eingriffs durch Uebersendung eines (eignen oder fremden?)