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Westalk
Gemälde, Zrichnungen, Kupferstiche tmd Kunst-bücher aus Licht; immerhin demerkenswerth alsBeytrage zum artistischen Theile der Dänischen Litteratur. Akrc.
Westall (R-). Von diesem EUglischen Ma-ler neuester Zeit heißt es bey .fiorillo V^ 8 o 5 —7,„Westall gehört zu den Artisten, die durch An-muth und Reiz zu gefallen suchen. Seine graziöseManier ist in Deutschland nicht unbekannt geblie-ben. Sie ist auf allen unsern Jahrmärkten zu se-hen. Jene bunten englischen Kupferstiche, nied-liche englische Madchengesichter, Kindergruppen-Nymphen u. a. m. vorstellend, sind größtentheilsnach westalls Bildern. Diese Bildchen mit denenglischen National - Physiognomiken, welche derPhantasie jedes Beschauers gerade so viel Raumgestatten, daß jeder die noch fehlenden Züge sei-ner liebsten Bekannten hineinmalen kann, gefallenben Engländern ungemein. Sie verdanken Westalldie Freude, hier eine Schwester als Venus, dortihre Ehehälfte als Diana zu sehen, in jenen Nym-phen viele hübsche Mädchen ihrer Sippschaft zuerkennen, und in diesen Amoretten den freundli-chen Blicken ihrer Kinder zu begegnen. Manbegreift leicht, daß dieser Künstler einen hohenGrad der Popularität erreicht hat, und Eödeweiß keinen populärern englischen Historienmalerzu nennen. Für die Kunst ist unter diesen Um-standen von Westall wenig zu hoffen; denn esdarf jetzt wohl kaum erwartet werden, daß er,wenn ihn auch Apoll in eigner Person zur Wahr-heit und Natur zurückzurufen suchte, diesem zuGefallen seine bunte Manier, und mit ihr seine
Popularität aufgeben würde *). Von seinenWerken uenneu wir nur die beliebtestem Es sindfolgende; Die Versöhnung des Paris und der He-lena; Venus und Bacchus; ein Erndresturm; eineH. Familie; die Anbetung der Hirten, und zweyBauernkinder im Besitz des Lord Berwick. Nichtminder gefällig sind seine Sappho , die dem Amoreinen Hymnus singt; Hesiodus, der die Griechenin den Künsten des Friedens unterrichtet, und dieZeichnungen zu einer Prachtausgabe von Thom-sons Jahrszeiteu. Unter seinen neuesten Erzeug-nissen sollen tzanibal im Elende, eine Bacchantinund die Heloise , welche der Graf von Carlislemit i 5 o Guineen bezahlte, die vorzüglichsten seyn.In der Shakespeare-Gallerie werden von WestallMehrere Stücke gewiesen. Sie sind aus den Schau-spielen Macbeth (Hat. I. 8c. 5 .); Heinrich IV.(Act. III. 8t. I.; Heinrich VIII. (Act. IV. 8c. 2 .)Julius Cäsar (Act. IV, 8c. Z. ); (Cäsar's Geist-erscheint dem Brutus ); und Cymbeline (Act. III.8c. t>. 3. h. 8c. 4.) entnommen. Die Figur derLady Macbeth ist wirklich schön; auch haben dieandern Bilder, ihrer Härten und ihrer manierir-ten Zeichnung ungeachtet, manche Vorzüge, be-sonders von Seite der Beleuchtung. Noch be-merken wir, daß ein Bruder von Westall alsZeichenmeister mit dem Lieutenant Flinders aufdem Jnvestigator auf eine Entdeckungsreise nachNeuholland gegangen ist, und daß man sich vonseinen Arbeiten viel verspricht." Von dem letzt-genannten Bilde aus Shakespeares Cymbelinekennt man ein Blatt (wahrscheinlich in Punktirma-nier) von Th. Gaugain z8ab gefertigt, für denzweyten Band von Boydell's Prachtwerk über er-wähnten Dichter Irgendwo lesen wir noch: „Aufdem Londner-Salon >8i>8 lieferte er eines der an-ziehendsten Bilder desselben- Eine arme Fischer-Frau, die, während eines gräßlichen Sturms, mitangstzerrissencm Herzen auf die Wiederkehr ihres
Westest.
Mannes wartet." Von ihm eigenhändig wild ra-dirt kennt man eine Landschaft mit entblättertenBäumen. Auch /öfter (in Ärchenholz. Annal.XIX. 145.) sagt von dem Unsrigen: „An klassischerCorrektheit des Geschmacks und harmonischer Wir-kung ist weftall der Einzige in seiner Art. JeneBauernkinder, die er für Lord Berwick gezeichnet,und hernach in Oel gemalt hatte, gefielen unge-mein durch einfachen Reiz, der das Auge bezau -berte, und in dem Herzen, des Beobachters daSsanfteste Mitgefühl rege machte. Nicht minder schönwaren seine (schon genannten Zeichnungen einer Sa-ppho, die dem Amor einen Hymnus singt, des Hesio-dus, der die Griechen in den Künsten des Friedens unsterichtet, und eines Herbststurms der von großemAusdrucke war."
Westberger(van)- ein Kupferstecher, s.oben Js. Waesbergen,
* Westein st Werkstein im Lex. und unten.
* Westen (A. Ter.) So rubrizirt Gandel-lini den altern AugustiN Terrvesten.
— — (Leopold), Kurpfalzbayerscher Inge-nieur-Major bey dem Bambergischen, ehemalsFürstbischöflichen, Artillerie-Corps, und Professor(3. h. Direktor) der von ihm gestifteten Inge-nieur - und Ieichnungs - Akademie zu Bamberg ,geboren daselbst i/ 5 o und ebendaselbst gest. 1804-schätzenswerkh auch als selbstausübender Künst-ler. Mit einem freyen Geschmacke zeichnete ergothische Ruinen, und malte auch in Oel Na-turereignisse, Schneestücke, Stürme, Ungewitter,u. s. f. Ein Ltwas seltsam verfaßter Nekrologvon ihm(Meusel's Arch. I. (4.) 20Z—4.) lau-tet, wie folgt: „Enthusiasmus für die Kunstdurchglühte ihn, und ein rastloser Eifer fesselteihn an Arbeiten mancher Art. So außerordentlichsein Fleiß war, so fruchtbar war er an Erfin-dungen. Die Erzeugnisse des erstem sind zweyKabinette, die auch der kälteste Beobachter mitVergnügen betrachtet. Das erste besteht ausZeichnungen, und enthält hundert Stücke. Siealle sind eigene Erfindungen, mit der Feder ge-zeichnet, und stellen gothische Ruinen vor. Fastunnachahmlich ist der Laubschlag, und die Lufttäuschend ausgedrückt. Das Ganze ist mit ma-lerischer Haltung ausgerüstet, und thut sehr starkeWirkung. Die Feinheit der Züge wechselt mitder Starke eines französischen Stuckes ab. Vor-züglich romantisch find die angebrachten Ansich-ten , und die Vorgründe nehmen sich frappantaus Sie bestehen meistens auS Pflanzen. ZumVortheil des Ganzen gereicht, daß die inländi-schen nach der Natur, und die ausländischen nachden beßten Abbildungen in botanischen Werken,gezeichnet sind. Das andere Kabinet besteht auseiner Reihe von Oelgemäldcn, einzig in ihrerArt. Sie stellen die Natur in ihren verschiede-nen Situationen und Perioden vor, z. B. beyeinem nächtlichen Brande, nach nur kärglich ge-fallenem Schnee; im Sturme, nach einem schwü-len Sommertag; im Spätherbst, wenn die SonneWasser zieht; wenn sich von fern ein Gewitterzusammenzieht; wenn der Blitz Gebäude zerschmet-tert; wenn der Vollmond aufgeht u. s. f. Dieverschiedenen Ereignisse und Erscheinungen derNatur treu durch den Pinsel darzustellen, war derGegenstand, den Westen in seinen Gemälden be-arbeitete, die er deswegen Meteore nannte. Daer die Landschastsmalerey in seiner Jugend regel-
hh) S. Göde, am a. O. S. 1,9—12°. Lady Macbeth, nach erhaltenem Briefe, daß ihr Gemahl zum Thronvon Caweor ernannt sey, und was die Heren geweissaget haben. Sie sieht; lhearermäßig, voll hohenSinns, und ergrimmt über die schwächere Ehrsucht des Gemahls.
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