Band 
Zweyter Theil [5].
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Westermayr.

gender, die alle entweder nach der Natur odernach eigner Erfindung gefertigt sind. Jn Oel: DerBrand der Vorstadt von Hanau (in der Nacht amSo. Oktober i8iZ.) nebst der Flucht der Franzosen (enthält auf 5 r>o Figuren; ungefähr br. 2' hoch).Der Pendant dazu.- Der Brand von Hanau , imVordergründe französische Batterien und das fran-zösische Lager. Zwey kleine Stücke mit partiel-le» Gefechten bey dieser Gelegenheit. Napoleon laßt den Präfekt und die Rathe der Stadt zu sichjn das Lager kommen. Skizze, Schiller kurzvor seinem Tode; dies in Pastell und schwarzerKreide. In Miniatur: Eine schlafende Nymphe;ein Johannes in der Wüste, dies nach Raphaeln.s. f. In Aquarell : Die Einweihung des Schieß-hauses zu Weimar , mit dem Aufzuge des Rathes,der Bürger, Schützen und Gilden (über Zoo Fi-guren); Zeichnungen aus Wielands Oberon; diegroße Eiche im Wilhelmsbad , dies mit Kreide aus-geführt u s. f. In Tusche: Psyche, die denschlafenden Amor betrachtet; mehrere Landschaf-ten; die Aufgabe der Weimar 'schen Kunstfreunde,von 1808, die durch das Wasser geängstigt«Menschheit (blauer Tusch, der Vorgrund Sepie:;einige Landschaften mit Tusch und schwarzer Kreide.In Sepie: Götz von Berlichingen , von der Gat-tin aufgefordert seine Lebensbeschreibung zu been-den, nach Göthe's Schauspiel; mehrere großeLandschaften nach der Natur. Mit der Feder(Contour) eine Aufgabe der Weimar 'schen Kunst-freunde : Ulysses in der Höhle des Polyphem u. s. f.In Kreide: Der Traum, oder die Erscheinungaus Göthe's Egmond, ein sehr großes Blatt;eine schlafende Nymphe mit Amoretten leicht kolorrirt. Ueberdl'cs eine große Anzahl Copien in Oel ,Wasser, Sepie u. s. f. nach den Meisterstückenverschiedener Gallerten, und vieles andre mehr; dar-unter: Elemente der Zeichenkunst, zum Gebrauchder Zeichenschule in Hanau , von den ersten Linienan, bis zur Eintheilung der Verhältnisse des gan-zen menschlichen Körpers, in i 5 . Blattern. Letz-teres war Eonead geneigt in Kupfer zu siechen,und mit dazu gehörigen Erklärungen herauszu-geben.

Was seine gestochenen und radirten Blätter(in i 8 r 5 , alles zusammen gerechnet, etwa gegentzoo an der Zahl) anbelangt, so sind sehr vielederselben nach seiner eignen Zeichnung. DannBildnisse nach: Boettner (Landgraf Wilhelm I V.von Hessen , 1794 gr. 4°.); Garteret (des ehma-ligcnGroßherzogs von Frankfurt , gr. 4°.); Guth-bier; Franz Hals (dessen Bildniß radirt); Jage-mann; Lips (Wieland kl.8o); Lotter; C. Specht(Kastrier); Friedr. Tischbein (Herder, den Hofr.Böttcher) u. s. f. Jn den geographischen Ephe-meriden von Zach und Bertuch finden sich nochüber 60 kleine zart und fein punktirte Bildnisse,die er meist nach andern Blättern kopirt hatte.Dann Historie, Landschaft und anderes nach:della Bella; August Engel; dem Engländer Gore;I. P. Hackert (eine neapolitanische Landschaft inAquatinta, Pr. 16 Gr.); Franz Hals (der Lauten-schläger, radirt); Ang. Kaufmann; HofbildhauecKlarier (Rode's Grabmal zu Weimar , Aquatinta);F. Kobel (Sommernacht mit Mondschein, Aquat.Pr. 2 Thlr.); Lips (12 BI. 8°. zu GuthsmuthsGymnastik); Mettenleiter (20 Bl. 8" zu der Ge-schichte der Teutschen für die Jugend. Leipz. Cru-stus); Mieris (Junge, der Seifenblasen macht,punktirt); Raphael (das artige Titelkupfer zu Ber-tuchs Naturgeschichte, gr. 4°., Adam und Eva,die Figuren punktirt, die Landschaft Aquatinta);Rembrand (6 Bl. Köpfe in 4 °. radiert); G Reni (eine Madonna, Linienmanier); P. Roos; Roux;

W esterwayr.

Schalk (der Eierkuchen); Schenau (Amor, ovali Schuh hoch, Schuh br.); diese Platte warnoch nicht durchaus beendet, als sie ihm 1808 ent-rissen wurde; Wilhelm Tischbein u. s. f.-

Ohne Namen der Zeichner: Das Grabmal derFamilie Plautia und das der Cäcilia Metella(beyde Aquatinta und jedes Pr. i Rthlr. 8 Gr.)und das des Kön. Lheoborich bey Raoenna r Aquatinta Pr. 16 Gr.) Dann nach eigner Zeichnung :Der Wasserfall bep Salurn Aquatinta, 1814 been-digt, Diele Blatter zu verichiedenen Werken,als 4 » 5 o zu Loders anatomischen Tafeln; einigehundert zu dem bey dem Weimar'schen Industrie-Comptoir erschienenen Bilderbuche aus der Natur-geschichte, sowohl nach eignen als fremden Zeich-nungen u. s. f. Endlich ist auch mehreces nachEonrad gestochen worden. So 220 Zeich-nungen zu Leonhard's und Kopps Einleitung zurMineralogie, Frankfurt a. M. 1812i8ih. DerSturm der Bayern auf Hanau (ein Contour mitder Feder), den I. Loren; Rugendas in qu. Fol.ätzte und kolorirte, durch eigenmächtige Wegnahm«und Hinzuthat aber dem historischen Werthe scha-dete; Bildnisse u. s. f. *).

Westermapr (Daniel Jakob), Sohn desnachfolgenden Ioh. Andreas, geboren zu Augs­ burg 1704, wurde frühzeitig von seinem Vaterals Gold- und Silberschmied in die Lehre genom-men, legte sich dabey auf das Zeichnen (wozu erstets eine besondere Neigung hatte, auch schonals Knabe ziemlich korrekt darin zu nennen war)und später in der Akademie seiner Vaterstadt aufdas Poussiren (vorzüglich in Wachs, worin erganz herrlich arbeitete); Uebungen, die ihm zurVervollkommnung in seiner Kunst eben so nöthigals nützlich waren. Nach ausgestandener Lehrzeitbegab er sich in Condition bey Gulmann, der inAugsburg zu den beßten Gold- und Eilberarbei-tern gehörte, und wo er sich zu einem der geschick-testen Künstler im Treiben und Ciseliren ausbil-dete. Eines der Hauptwerke, die er damals fer-tigte, war ein von ihm gezeichneter (zum Theil aucherfundener) getriebener und ciselirter Weihkessel,von solch einer Größe, baß einige Menschen be-quem darin zu arbeiten vermochten. Dieses treff-liche Werk, was er schön mit biblischen Historienund Figuren verzierte, kam nach Rom in eineKirche. Jn 1766 gieng der Unsere nach Straß­ burg , wo er geraume Zeit in dem Butlner'schenSilberladen als Ciseleur bedienstet war, und un-ternahm darauf einen Durchflug durch Oberitarlien. Immer aber blieb sein Augenmerk aufdas Zeichnen und Poussiren gerichtet; so wie erauch allerhand Patronen in Bley verfertigte, vonwelchen letzter» sein Sohn der Kupferstecher undMaler Eonrad W. noch Verschiedenes aus denMetamorphosen Ovidö (dann ein Modell in Bleyzu obgedachtem Weihkessel u. a. m.) besitzt. Jn1769 oder 1760 verschrieben ihn die Goldschmiedezu Hanau dorchin, »m für sie das Treiben und Ci-seliren zu besorgen. Hanau war damals der Ort,wo man sich vorzugsweise mit der Verfertigunggoldener Dosen befaßte; und westermayr'n ver-traute man die schwersten und wichtigsten solcherArbeiten nunmehr an, um so mehr da er sich inkurzer Zeit eine ausnehmende Fertigkeit im Gra-viern erwarb. Nachdem er 1762 sich verheirakhethatte, hielt er selbst einen Laden als Goldschmied.Sehr thätig bewies er sich bey Errichtung d.tzanauer-Zeichenakademie 1772. Doch, so ein wackerer, aus-gezeichneter Künstler seines Faches der Unsere auchwar, so wenig hatte er Sinn für den Handel;und da seit 1782 überhaupt der Vertrieb der Gold-schmiedarbeit sank, so wurde er Brodt-und Ar-

") Kaum dürfen wir abermals über die Weitschrchtigkeit dieses Art. unsere Leser um Verzeihung hitten, dssolcher denn doch so viel Anziehendes hat, was sie anderwärts vergebens suchen würde».