Westphalen.
Künstlers hart und trocken; dagegen spricht Flo-rillo (Deutschland I. 4 o 5 .) wenigstens von diesen,als von Meisterstücken *). — Auch die Galeriedes H. Hof- und Landgerichts-Advokaten Schmidtzu L>el besaß von ihm (1809) die drey Grazien,und zwey geharnischte Krieger, was der Katalogdieser Galerie als „sehr schön" benennt. DieLitteratur seiner Blatter, s. v. Aldegrever findetfich am ausführlichsten bey Barrsch VIII. 36 shjs 449 . wo deren 289 aufgezählt werden, dar-unter üi biblische, is aus der Profanhistorie,29 mythologische, 78 Allegorie - und Phantasie-Gegenstände, 9 Bildnisse, und 100 Vignetten,Verzierungen von Goldschmiedsarbeiten u. drgl.Eine Auswahl derselben führt Rost 1 .178—83. auf.Darunter bemerkt man die Bildnisse des Königesder Wiedertäufer, Johanns von Leiden, und desSchwärmers Bernhard Knipperdollings; dann dieEnthauptung des Sohns von Titus Manlius ,unter einer Art Guillotine, und des noch sonder-barerem Beyspiels väterlicher Justitz, des krankenGrafen von Archambeau, der einen seiner Enkel er-würgt, damit er nicht — ausarte **). Nach Barrschwäre denn doch sein jüngstes datirtesDlatt von > 555 .nicht 58 . oder gar 62. wie es auch oben in diesenZusätzen heißt. Marterte besaß sein ganzes Werkmit allen Copien (Z80 Bl.) welche nach seinemTode um den Spottpreis von 179 Livr. verkauftwurden. Look. Orct. 8. V.
westphalen (Andreas Christoph), ein Mäu,rermeister zu Hamburg 1806. Mrc.
— — (Arnold von, oder aus), ein vortreff-licher Banküustler, der das berühmte steinerneSchloß zu Meissen erbaute, welcher Bau von 147«bis lj 83 anhielt. Sächsische« Curiosirären-Cahmer Jahrg. i/ 38 . S. 186. Vor uns liegendehandschriftliche Annal. d. Städtchens Frauen-stein, sagen dagegen, daß gedachter Bau 1471beendet worden sey. Aus Michael Böbm'sGeschichte Herzogs Albert von Sachsen er-fahren wir ferner, daß er auch die Brücke zu Meis sen erbaute, welche Drücke in allen alten Schriftenals ein Meisterstück in ihrer Art genannt wird.Dieselbe wurde jedoch nachgehcnds im Kriege zer-stört , und besteht längst nicht mehr. Unter dem ver-derbten Namen Drnald erscheint er ferner in einemBriefe von 1471, den des Churfürst Ernst von Sach sen Odermarschall, Hugold von Schlcinitz, aus sei-nemSchloßeKriebenstein an den Rath der Stadt Mit-weida im Meißnischen erließ, und worin es heißt:>,Jhm sey angelangt, daß die Kirchväterzu Mitweidavorhätten und wohlgemeint waren, den Chor in derPfarrkirche wölben zu lassen, so sie einen fügli-chcn Mann dazu haben könnten, der solch Ge-wölbe vhne Pfeiler verfertigen, und das Gottes-haus damit bewähren könnte. Nun hätte er jetzoden Meister Donald, seines gnädigen Herrn (d. h.gedachten Churfürsten) Werkmeister zum Krieben-steine bey sich, der der tauglichste und behendsteWerkmeister auf Steinwerk und Mauern zu ma-chen sey, den er je erkannt habe, so daß er nichtallein in der Kunst und Arbeit, sondern auch indem Rathe tauglich sey. Demnach wäre sein Rath"u. s f. Hermann Mirrveidisches Denk-mal. Chemnitz 1698. 8°. S. 39.
Westphalen. 5069
westphalen ober Westphal (Carl Da-niel) , ein Maler zu Altona i 8 o 5 . Er wird derjüngere genannt, im Gegensatze mit dem(aber damals schon verstorbenen) dortigen MaleeJob. Georg Westphal . Älr 0 naer - Adreß-buch auf i 8 v 5 .
— — (Daniel Heinrich), ein Maler zu Ham ,bürg 1806. Hamburg isches Adreßbuch auf 1806.
— — eigentlich westphal (Friedrich), einNotenstecher zu Berlin , wo er 1809 eine Noten,druckerey anlegte. Mrc.
— - (Gregor), war ,595 Münzmeister desFürsten von Pommern- Hirsch deutsch. Münz ,archiv III. 48-
— — (H-), «in geringer Kupferstecher zuHamburg , der von den Buchhändlern beschäftigtwurde. Arbeit von ihm findet sich in: GründlicheVorstellung der vorzeiten aus dem Heidenthum indie Kirche eingeführten Gebräuche und Ceremonien.Aus dem Franz, des Muffard. Leip ig und Zell1696 8° ; E G- Happelius iie-Istiones l-urionNu. s. f. Hamburg 1707 — 1709 4°; Kurzer undgründlicher Entwurf der fünfzehnjährigen Cam-pagnen Carl XII . Lunden in Schonen 1716 8°.;(das jämmerliche Bildniß Carl XII ); B. Men-zer's neu verbesserte Hritlis Pneumatik. Hamb.1709 4 ". u. s. f. Dann das Bildniß des Pet.Lainbeccius, Fol.; Karten u. s. f. S- auch dengleich folg. Art.
— — — Nach einem, gleichen Namens,
hat I. Falk das Bildniß eines Professors HärtungWichelmanns gestochen. S- auch den vorherge-henden Art. Ob jener Stecher und dieser Maleroder Zeichner wohl Einer und Derselbe seyn dürfte?Und ist zu bemerken, daß erwähntes Bildnißdes Pros. tzartungs, gleich oben, einem l). West,pfeh! zugeschrieben wird.
— — oder westpfal (Joh. Georg), einMaler, s. oben Carl Daniel westphalen.
— — — — (Michael), wird in des G-Thiele: Der Domkirche in Gustrowhoojährriges Alter. Rostock 1726 4 °. S. 162. als einGlockengiesser 1617 genannt.
— — — — (Michael Friedrich), ein Bern-steinarbeiter zu Danzig um 1809. Er pflegte mitseinen Arbeiten die Märkte Teuschlands zu bezie-hen.
— — — — (P.). Nach einem solchenMaler (vielleicht mit dem obigen D. westpfehlEine Person) hat I. C. G. Fritsch ein BildnißKaiser Joseph ll- geliefert.
— — — eigentlich Westphal ( ),
erscheint um 1771 als Münzmeister zu Schwabach .Mrc.
— — — — f. auch oben westpfehl undwestphahl.
») Auch Sartscb spricht mit großer Achtung von dem Unsrigen, vou dem Glänze der Farben seiner Bilder»und von der Genauheit und Zartheit seines Grabstichels; einzig dürften die allzusielen gebrochenen Faltenseiner Gewänder zu rügen seyn.
««-) So lautet wirklich die Jnnschrift. Natürlicher meldet indessen die Geschichte: s»r Strafe wegen»»keuscher Angriffe auf mehrere Frauenspersonen.
**«) Ausführlicher über diesen Künstler werden unsre künftigen Zusätze handeln.