Band 
Zweyter Theil [5].
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Wibcke,

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durch Fleiß und Betrachtung andrer Kunstwerkeauf einen Grad gebracht, daß seine Zeichnungüberhaupt vollständig genug ist, besonders in derProportion: und wenn etwa in dem Muskelsystemsich etwas irrriges findet, so ist die Frage, ob ernicht durch das Original selbst verleitet worden?Doch dieses bey Seite gesetzt, so hat er eine be-merkenswürdige Gabe, vorzüglich in dem Koloritund der Praktik des Malers. Sein Pinselstrich istmarkicht und mittelmäßig kühn; die Farbe dickund fett aufgetragen; seine Behandlung fleißigund vollkommen rein; die Farbe ist kräftig, saf-tig, lauter und durchscheinend. In einigen seinerStücke hat er die Schattenfarbe des Fleisches zugrünlich angebracht, und in den Lichtern dessel-ben ein etwas zu lackichtes Roth; welches zu viel ge,malte Manierssic!) und, aufeinen etwas entferntenAbstand, eine etwas melancholische Schwärze odergewisse Unfreundlichkeit verursacht, das von demwahrhaften oder natürlichen Kolorit entfernt ist.Dies mag wohl von seinem eigenen Temperamentherrühren, da dieser Künstler bisweilen nieder-geschlagen oder melancholisch, zu andern Zeitenaber ganz aufgeräumt und heiter sich zeigt. SeineArbeiten sind größtentheils in den Kirchen seinesLandes zerstreut; auch in Privathäusern, weil erfür das Nothwendige arbeiten muß, wobey ebenoft die Arbeit dem Lohne gleich wird. In derPfarrkirche zu Leernroos an der Landstraße naheam Fahren zwischen Reite und Jmst finden sichzwey Altarblätter von seiner Hand, Katharina undder H. Aly'e aus dem Orden der Societät Jesu;welches letztere weit besser als das erstere ist,und nach allem für ein gutes Stück passiren mag.Auch hat er in dem Bencdiktinerkloster MaricnbergVieles gearbeitet. Gegenwärtig ist er in seinenbeßten Jahren, und war jederzeit ein tugendhaf-ter und rechtschaffener Mann, eines stillen Wesens,bescheiden und höflich gegen jedermann; dabeywohlgewachsen und schön. Von sich selbst oderseiner Arbeit hält er weniger, als er wirklich ist,und ist ganz bescheiden darinn. Kurz, wenn erweniger Schwierigkeiten zu überwinden, und bessereGelegenheit, sich in der Kunst, zu bilden, gehabthätte, so würde er sicher ein größrer Künstler seyn.In seinen jüngern Jahren hat er eine reiche Hey-ralh mit einer schönen Person außer seinem Vater-land ausgeschlagen, nur um seine Eltern nicht zuverlassen, und der Kunst obzuliegen. NaK ihremAbsterben verheyrathete er sich vor ungefähr dreyJahren. Er bildete auch mehrere Schüler in sei-nem Orte; unter welchen einer der beßten seynmag Johann Rappeller von Jmst, welcher inPassau etablirt ist." Und gerade so (etwas wun-derlich, doch ungeschminkt) lautet es noch substanz-lich von ihm (180g.) bey Mensel III. w» er, ohneweitem Zusatz, unter den Lebenden erscheint.

* wibcke (Berchtold), s. im Lex. und untenWiebke.

* Wibe (Adam), s. im Lex. und untenwybe.

*wiberr oder vuiberr (Remigius), wieman glaubt, geb. z„ Paris um 11)07. Rost VII. 104.Nach ihm hatte er immer zu Rom *) gearbeitet,und anderswo werden von ihm genannt, vörderstnach eigner Erfindung gestochen: Die Darstellungim Tempel, die Heilung des Bcsesseneu, und eineLandschaft, wo Nymphen mit einem neugebornenKinde (dem jungen Bacchus?) sich beschäftigen.Dann nach N. Poußin: Abnchmung vom Kreuze

(die nämliche, welche auch St.Gantrel gestochenhat); nach R.Sanzio: Adam undEva, die vonder verbotenen Frucht essen; das Urtheil Salomo's ;die Vorsehung, welche die Welt regiert (kommeplacee sur un ^lobe); Marsyas , von Apolloüberwunden; Hieroglyphen (dieselben, welche auchAudran geliefert) iZBi. Alle dies von i 6 Z 5 — 4 ».datirt. Basan (Lci. 8ec.) und (gandellini nen-nen von ihm im Allgemeinen noch Anderes, nachGuido und Zampieri. Hinwieder soll, nach ihm,

C. Roußelet einen St.Franciscus gestochen haben.

Widert (Robert). So soll ein Maler ausChampagne heißen, nach welchen Chauveau eineAnbetung der Hirten gestochen habe.

Wib ick-(Joseph Graf von). Der Sohn einesStaatsraths zu Warschau , geb. zu Manicki beyPosen in Pohlen 1789, und sein Bruder Lucaseben dort 1787geb., lernten in Dresden von i8»4bis 1807 (wo sie nach Warschau zurückgingen)sowohl die Architektur bey dem HofbaumeisterHölzer, als die freye Handzeichnung anfänglichbey Toscani, dann bey Schubert, und endlichauch die Planzeichnung bey Andern. Auf derDresdner -Ausstellung : 8 o 5 sah man von Lucas:Ansicht und Grundriß eines runden Tempels mitkorinthischen Säulen; 1806 ein fürstliches Lust-gebäude für einen englischen Garten. Dann vonJoseph i 8»5 Grund- und Aufriß einer Villa;

180V ein Gartenwohngebaude. Das, was mannoch von ihnen an historischen Zeichnungen (Kopien) .und Situationskarten hier fand, übergehen wir.

— — (Lucas Graf von), s. den versteh»- !den Artickel.

wic (F.). Nach einem solchen hat Charpen-tier ein Bacchanal und eine Ruhe von der Jagd,in Form von Kinderspielen gestochen.

Wicar( ^ ), ein französischer Künstler, zeich,nete die Blätter zu dem Werke: Pableaux,8tatues etc. lle 1a 6slerie üs klorence etc.welche unter Masqueliers Leitung gestochen, undmit einer Auslegung von Mongez seit 18..,Heftweise in Paris erschienen war. In 180Z sahman davon schon 26 Hefte, wovon jedes zu vierBlättern, aHFr. kostete **). Jrn ^lmunack cieskeaux- Hrts desselben Jahrs wird dieser Künstler:^rca»- a klorence genannt, wahrscheinlich weiler sich damals, des erwähnten Geschäftes wegen,daselbst aufhielt. In l8»-) stach auch nach ihmContardi das Bildniß Pabst Pius VII . M§c.

w i ch (Johann Georg). So hieß um 176:.' einHofjuwelicr zu Baireuth. Tkkc.

wkchelhausen (Engelbert), Doctor undProfessor der Arzneykunde, gab 1798 zu Franks,a. M. (bey Zeslcr) kl. Oct. 9 Bogen: Ideen über diebeßte Anwendung derWachsbildnerey, nebst Nach-richten von den anatomischen Wachspraparaten inFlorenz und deren Verfertigung, für Künstler, Kunst-liebhaber und Anthropologen. Ueberhaupt ist dieseSchrift ganz gegen die erwähnte Kunstgattunggerichtet, und glaubt, daß dieselbe uns (nebst soviel Andern:) der Barbarei in der Kunst zuführe.

Ein Recensent in M e u se i 's lO. M>ec. IX. 70 - 80.möchte jene Gattung (vielleicht billiger?) auf see-lenlose organische Narurobjecre wie Pflanzen und

*) Nach Andern hingegen UNI i6zg wieder zu Paris . Bey Rost.

*») Wir glauben, nunmehr (-s-o.) sev dasselbe vollendet. Ein schön gestochenes Machwerk kleiner, oft schlechtgezeichneter Nachbildungen von Bildern großer Meister.