Wohl
6035
/
Wohl ( ). Eine Namenskürzung, deren
sich der unten ff. Kupferstecher A. wohlgemurhbediente.
wobler (Friedrich Heinrich ), erhielt auf derKopenhagner Akademie 17L4 eine Preißmedailleim Zeichnen nach dem Modelle, Weinrvich'sUunste Historie i Dannrark.
— — (JohannChristoph), der altere, geb.zu Magdeburg 1748. «Derselbe lernte die BildeHauerkunst von seinem Vater, kam mit ihm 1769nach Potsdam , und siudirte nachher unter denBrudern Ranz. Von ihm kennt man Kinder-gruppen und Vasen von carrarischem Marmor inEanosouci, nach Meils Zeichnung, die er theilsmit Schneck, theils mit Schneck und Ränz gemein-schaftlich, verfertigt hat. Dann Vieles zu denneuen Gebäuden in Potsdam , und für den Für-sten von Sacken " Mensel II. (1778.). BeyEbendemselben III. (1809.) erscheint er nichtmehr.
— — (MichaelChristoph), der jüngere, desvorigen Bruder, ebenfalls Bildhauer zu Potsdam ,geb. zu Magdeburg 1754. «In 1770 ging er mitden Brudern Ränz nach Rom , und studirte inihrer Gesellschaft nach den Antiken. In der Folgebesuchte er St. Petersburg, Stockholm , und dieKunstakademie zu Kopenhagen . Nachdem er dortalle Preismedaillen erhalten, kam er 178c» wiedernach Potsdam ." Mensel II. (1778.). Auch die-ser erscheint bey Ebendems. III. (1809.) nichtmehr.
— — ( ), der beyden Obigen Vater,
Bildhauer von Magdeburg, arbeitete zu Potsdam Figuren und Gruppen für die Königl. Schloß«,und st. daselbst nach 1770. Mcolai.
woblers ( ), soll 1781 eine große
Karte von der Lübecker Reede geliefert habe».
Wohlert (Hans Friedrich), trug 1766 imZeichnen nach dem Modelle eine Preißmedaille beyder Akademie zu Kopenhagen davon. W e i rrw, ch
Runst-Historie.
wohlfarrh, s. unten wolfarch.
Wohlgemurh (A.), ein mittelmäßiger Kupfer-stecher zu Berlin , der für Buchhändler arbeitete.Blätter von ihm finden sich in den Schriften der
Wohlgemurh.
Berliner - Gesellschaft nakurforschender Freunde.Berlin 8°. nämlich im VII. Band 1787 und imVIII.B. 1789 (hier nach der Zeichnung von C.F.Hornstedt und I. C. Nehrlich); in der Samm-lung der Reisebeschreibungen. Berlin b. Mylius,Band XXXII. ,729. (die Bildnisse zweyer Wil-den); in Eprengel's entdecktem Geheimniß derNatur. Berlin 179Z. 4°. nach des VerfassersZeichnung.
Wohlgemuth (Joh. Caspar), Baucondueteurbey dem Königl. Kammerkollegio zu Anspach 1796.Frankisches-Adreßbuch für 1796.
-- — (Johann Heinrich), Schreib- und
Rechenmeister an einer Schule zu Hamburg , woer 1719 starb. Man hat von ihm: Handgriffeder edlen Schreib-Kunst, bestehend in allerhandcurieusen Schriften und Alphabeten; samt demzweyten Theile, von großen und kleinen TeutschenBuchstaben, Zügen und Fractur - Schriften, ,2 invielerley Jnventiones." Hamburg 1708. Fol. Ao/r.Mol/e-'r Limbria litterata II. p. 1016.
* — — oder Wolgemutt (Michael).
Derselbe stammte aus einer Nürnbergischen Fa-milie *), von der bereits mehrere Glieder alsKünstler fich ausgezeichnet hatten, und malteund schnitt in Holz mit gleicher Meisterschaft.Allein die meisten seiner gemalten Arbeiten sinddurch die Unbill der Zeit zugrundgegangen,so daß die wenigen übrig gebliebenen zu dengrößten und bewundernswürdigsten Seltenheitender alten deutschen Kunst gehören. Unter densel-ben steht das Altarblatt in der Stadtkirche zuSchwabach (eine Kreuzigung) oben an **); eswurde i. I. > 5 o 6 vollendet, und dem Künstlermit 600 fl. (nebst 10 fl. seiner Frauen zum «Lcy-kauf") bezalt, eine Summe, die heut zu Tageeine Summe von ungefehr i 83 o fl. ausmachenwürde ***). Dann sind zu Nürnberg von ihmnoch vorhanden: In der Rathsstube des Stadt-hauses ein jüngstes Gericht; in der Augustiner-Kirche zwey schöne Altarflügel (die Kreuzabneh-mung, und St. LucaS der die H. Jungfrau malt);und in der Kapelle der Mutter Gottes und der —14 Nothhelfer, noch ein anderes ,496 gefertigtesBild -j-); endlich in der Frohnwage daselbstauf zwey Thüren, welche ein Bild von VeitStoß verschließen, die HH. Sebald und Loren;
Von deutschen Gallerien besitzen von ihm, unsersWissens einzig die KK zu Wien ein mit töndatirtes Altargemäld mit doppelten Flügeln (6' hoch,4 ^ br.) in ganzen Figuren von Vierthcil Lebens«
*) Er selber erscheint zuerst in dem Burgerverzeichuiffe des Sebalder -Stadttheils >47Z. Fiorillo'aDeutscht, t. 267.
* 2 ) Verschiedentlich wird dieses Bild nicht bloß die Zierde , sondern auch eine Nahrungsquelle des kleinenStädtchens genannt.
Den lesenswerrhen Accord hierüber, so wie eine ausführliche Beschreibung des Bildes s. in Meuset'»Misc. iv. 475 — 8r- und früher ebenfalls eine Beschreibung in Falkcnstein'» ttkronicon(40 Schwab. 756.) S. 88- In neuern Lagen (> 795 -) ließ ein ungenannter Dritte von den vornehmstenParthieen desselben durch den Professor Naumann zu Ansbach Kopie nehmen.
4 ) Die Beschreib, s. in Zlorillo's Deutschland n. 325 — 26.
44 ) I. c. I. 259. Noch nennt der Nürnberger-Almanach von 1819 als dort noch befindlich von wohlgemuth:In der Galerie des alten Schloß« (wird doch nicht die vorerwähnte Frobnwage seyn?) ei» großes Alrar-geinälde; die vier zu beyden Seiten bemalten Altarflügel stellen Heilige in Lebensgröße und ganzer Statnrdar mit Goldgewändern auf blauem Grund und schwarzer Schattiruug; im Innern sind kleinere Darstellun-gen aus der Geschichte St. Sebastians. Dann besitzen von Partikularen: H. Fcauenholz, und der Haupt-mann von Dcrschau zwey vortreffliche; letztrer die Ausführung zur Kreutzigung; der Buch- und Kunst-händler Campe mehrere, darunter ein Ecce Homo neben einer Kreutzigung von Dürer , von -495, woraussich zeigt, wie weit dieser vorgeschritten war; die Formen sind auch Dürers »och, aber in den letzter»mehr Geist. Die drey Marien, und Joseph von Arimathia , gehören z» w- Beßterhaltenem und Vollen-detstem 1.
I i4