Band 
Zweyter Theil [5].
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große, weiche Mannigfaltiges aus der Geschichtedes H. Hieronymus darstellen *); dann dieje-nige zu München ebenfalls den Flügel eines Altar-biattes in zwey Abtheilungen, welche die Kreuz-tragung und die Auferstehung darstellen s 2^10" hoch,8 " br. ^ und endlich diejenige zu Schleis»dein, eine Geburt und eine Auferstehung, jedes5, 11" hoch, 3 ' 6 " br. ganze Figuren auf Gol-grund gemalt; im Vorgrunde des erstern dermännliche Donator, im andern die weibliche Schen-kerin, mit dem sonderbaren Umstände, daß diesebeyden Figuren um zwey Dritcheile kleiner alsdie übrigen sind; dann noch ein Brustbild vonEk. Hieronymus, der sein Crucifix küßt, und inder Hand einen Stein halt. Noch eine kostbareNotiz haben wir einem unserer bewährtesten Kunst-freunde zu danken um so viel kostbarer, dasolche von der ältesten uns bekannten Arbeit vonLOoblcteuiurh Kunde giebt. Dieselbe ist aus einemwohl Wenigen bekannten Buche, SchmidtsZwrckauer-Chroni'ck 1626. TH. 1 . S. HZ. entlehnt.Dieser zufolge befinden sich nämlich von ihm indem Chöre der Kirche U. L. Frauen zu Zwickau Gemälde auf Thüren, die dreymal können gewech-selt und auf und zugemacht werden. Erstens fin-det man die Passion in verschiedenen Akten:istgar schön perspektivisch gemalt." Zweytens dieVerkündigung Maria, die Geburt, die Anbetungder H. drey Könige, und drey Marienbilder; derdritte und inwendigste Theil, welcher nur a» Fest-tagen aufgemacht wird, ist der schönste und ent-halt neun vorkreflich ausgehauene weibliche Heilige.Unter diesen Bildern findet man auch noch, in einerkleinen Tafel, Christus mit den zwölf Aposteln,eben so, nur nicht so groß, geschnitzt und mitGolde verziert. Hinter dem Altare hangt eine Ta-fel mit einer Inschrift. Eine eigentliche Kunst-charakteristik von ihm haben wir fast nirgends ge-funden. Einzig sagt der H. von Männlich: » Inwohlgemutes Gemälden findet der Kenner Ein-falt, Größe, Ausdruck, Wahrheit und Fleiß.Die Trockenheit aller Erstgebohrnen der Malereywar auch ihm eigen; sie war eine natürlicheFolge der Aengstlichkeit, mit welcher er die Na-tur in ihrer Feinheit nachzuahmen suchte. Erpflegte seine Umrisse (wie nach ihm Raphael that)mit einer braunen Farbe zu zeichnen , von welchener nicht mehr abgieng, und welche hin und wie-der in seinen Gemälden durchscheinen." Beschrei-bung der Eburpfal; - Bayerschen Gemalde-samml. l. 4/0. Fi 0 ril 1 0 Deutschland II. 024.bann glaubt, es dürfte doch zu wenig gesagt seyn,wohlgemurhs höchsten Preis in die Ehre zufetzen, A-Dürers Lehrer gewesen zu seyn; undin der That scheint aus der oben citirten Beschrei-bung des Bildes zu Schwabach (in den Meu-sel'schen Miscellen) zu erhellen, daß derUnsrige an und für sich, in den wichtigsten Kunst-theilen, Zeichnung, Ausdruck und Colorit, vor-kreflich war, und z. B. in dem Faltenwurf, und beson-

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ders in der Weichheit seiner Gewänder selbsiDürernübertreffen habe:Es ist'' (heißt es dort)zumBewundern, wie künstlich er das weiße xinnen inverschiedenen Graden auseinander setzen konnte."

Für seinen Lehrer als Stecher ***) halten Ei,nige den freylich schon an und für sich etwaszweifelhaften Jakob Walch, der seine Blatter,gleich dem Unsrigen, mit einem und biswei-len mit einem Schlüßel ähnlichen Monogrammbezeichnet habe ^). Bey Rost l. in 8 . heißt esvon ihm:wohlgemurh arbeitete für den be-rühmten Hermann Schedei; dieser war Arzt,Geschichtschreiber, und Herausgeber der großenChronik, welche Ao. i 4 gZ zu Nürnberg gedrucktward. Man glaubt, daß er die Zeichnungen znden Kupferstichen dieses Werks gemacht, und daßWilhelm Pleysenwurff, mit einigen seiner Zeit-genossen, sie in Holz geschnitten. Ob man gleichvon Wolgemur verschiedene Holzschnitte hak, soarbeitete er doch lieber m Kupfer, welches ihmmehr Ehre erwarb." Die wenigen von diesemalten Meister bekannten Blatter sind ff.

i. Christus hält das Osterlamm mit seinen Jün,gern, ein schönes Blatt in gelb Helldunkel 4°.

s. Ein Ecce Homo mit Maria und Johannes,Halbfiguren; darüber ein schwebendes Engel-chor. 4°.

3 . Christus am Kreuz; unken die HH. Weiberund St. Johannes. 4°.

4-6. Christi Grablegung, Höllenfahrt und Aufer,stehung. 4°.

Diese drey, in guten Drücken schöne Blatter.

7. Marter St. Sebastians. Ohne Zeichen. 4°.

Nach einigen würde die Erfindung diesesBlattes dem M. Schön zugchören.

8. Christoph, der das Jesus -Kind durch denFluß trägt. 4 °« Sehr selten.

9. Stehnder Bischof, halt in der einen Handein mit einem Pfeil durchschoßenes Herz,mit der andern seinen Stab. 12°.

10. Dame mit einem Cavalier im Garten, hinterihnen der Tod. Ohne Zeichen. 4°.r i. Ein warm gekleideter Mann, vor einem Ofenauf einem Kopfkißen eingeschlummert; hinterihm bläst ihm der Teufel mit einem Blas,balg ins Ohr, zu seiner Rechten überreichtihm die nackte Venus einen Brief; untengeht ein Cupido auf Stelzen. 4°.

l2. Vier nackte Hexen in einer Kammer; überihnen eine Kugel mit den Buchstaben 0 .6M.und der Jahrszahl i 4 Z 7 - 4 °-

Diese drey Blätter 10-12. kennt man auchvon Dürer , N°. 10. mit einiger Verände-rung; und N°. 12. besser gestochen, mitScheufelins Zeichen

n) Eine ausführliche Beschreibung davon s. bey von Mechek S. 24447. und etwas abgekürzt bey FiorilloDeutscht, it. Z26 27.

Eine andere wahre Kunstjumeele besitzt der H. Kronprinz von Bauern in dem Bildnisse unsers Künstlers,von seinem Schüler A. Dürer gemalt, mit der angenehmen Inschrift:Dieses hat Albrecht Dürer abcontrefät nach seinem Leermeister Michael wohlgemut in >5-6; undt er was 2 ar, undt hat geleptpis man zelt ,5,9 Jar; do is er ferschiden an St.Endres Dag ftü ee die Sun uffging!" Früher standdieses Bildniß in dem Praunischen Cabinet zu Nürnberg . Ist wohl nach demselben (fast zweifeln wir daran!)das Bildniß von wohlgemut- in Steindruck gefertigt, welches sich an der Spitze von Max. Frank-deutscher Künstlergallerie befindet?

na--) S. vor Allem aus die Endnote dieses Art.

l) Noch andre Monogrammate von dem Unsrigen giebt der winklersche Ganlkatalog.

stf) Der winklersche Gantkatalog glaubt: Lines altern Scheufftlins, als des bekannten Schülers vonDürer .