Wouwermans
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Manches von dem Vielen, was sich in den Eng lischen Kunsthöhlen von wourvernians befindet,wird zum Theil unten, bey derKunstlitteratur derBlätter nach ihm aufgehellt *). Diese Litteraturfindet sich wohl (wenigstens von dem Bedeutender»)am vollständigsten in dem schon oben angeführ-ten Aufsätze im Mensel'sehen Archive l. c.S.-j8—g/. Ueberall find die Maaße der Blättergenau angegeben; warum nicht auch (was sobelehrend wäre) die, freylich wandelnden, Eigen-thümer der Urbilder. Dem Wichtigsten indessen,den Urtheilen über ihren Werth, könnten wir oft,doch bey Weitem nicht immer beypflichten. DerMinklersche Gantkalog theilt (wie mehrere Andere)das wourvermansche Werk in zwey Haupttheile,wovon der erste bekanntlich die Oeuvrss 6« /H.
ßrsvses pur jlesn IVIoyrsau 1787.8c>Bl. enthält **). Der erwähnte Aufsatz bey Meuselnennt sie alle vorcreflich. Ganz anders beurtheiltsolche hingegen wareler, und glaubt, (wie auchwir): „Es sey zu bedauern, daß Bilder von sofestem und geistreichem Pinsel unter die weichlicheund geistlose Nadel von Moyreau gerathen sey.Einige Ausnahme indessen (und vielleicht nichtunbillig) macht der sonst mit Lob nicht freygebigewinklersche Gantkatalog, und nennt von M. alsschön: dlo. i 5 > l'Lcurie. 74. ja ssontsinsäs Oaupkin. 80. Oepart pour I» ckssse äi'oisenu. Die übrigen Stecher, welche nach N?.gearbeitet haben, und deren Blätter die zweyteHauptabtheilung seines Werts ausmachen, sind:F. Aliamet, I. Aliamel (2.), F. Aveline, Baquoy,J.P.leBasdr.), F. Basan, P F.Beaumont iL.),A-Blooieling, C-F-Boetius (4.), C.Boutats, A.Cardon, Chedel (2.), C. N. Cochin (Z.), C. E. Coufineksa.), D. Dankerts (2.), P. Dankerts, B.A-Dunker, P.Durek, P.Filloeuil, C.G.Geyser(2.),Günther, Hervey, A. Laurent (2.), Th.Major (2.),Maloeuvre, P. Martinaste, Martini, I. Matthieu,W C- Mayr, P.E.Moitte (Z.), M.Ozanne(2.),Patas, Pelletier und seine Gattin (2.), Piquenot(2.),C. Plooü van Amstel, A.J. Prenner, J.TH. Presiel,F. Ravenet, ein Ungenannter in C. Royers Verlage,R. Strange. I. J-Strütt, A-Tischler (6.), ein Un-genannter in G-Valk's Verlage, Darin, le Veau,N.Verkoste, I Visscher(i2.), I.Wachsmuth(>2.),C. R. Wizani (2.) ***). Zu den beßten zählt derAufsatz bey Meusel mit Recht diejenigen vonDankerts und ^.Visscher, und sagt namentlich vonden letzter», daß man darin nichtCopieen sondernOriginale zu erblicken glaube^). Diejenigen vonBeaumont, bis etwa auf zweye, sollen ganz ohneWerth seyn. Schön hingegen diejenigen von Aliametund Patas. Eines von Baquoy sehr mittelmäßig.Die von Chedel wieder gut. Cochin's ungleich.Le Bas seine gehören wieder zu den beßten.Moitte's seine, und eines von Laurent zu den bes-sern. Filloeul seines wird frostig genannt. Majorstrefflich, und zumal die Reitschule eines der pracht-vollsten Hauvtblätter des Werkes. Stranges undBoetius gut. Tischlers unbedeutend. Eines von
Wrabkcz.
F. Basan gut. Eines von Duret steif. Pelletier-un-gleich. Wizani's zwey Aquatintar Blatter; ohneUrtheil. Prestel's und I. Strütt's, angenehmin gleicher Manier. Als sehr selten nennt derwinklersche Gantkatalog das Marquetentec-Zeltvon Boutats, und schön eine Landschaft von demdeutschen Günther. Ein unsers Dhiit'pp's eigenerArbeit zugeschriebenes Blatt wird hier nicht aner-kannt. Rost Vl. 124. rubrizirt dasselbe: „Land-schaft, in deren Mitte ein gesatteltes Pferd " 4°.und nennt es »von sehr reizender Wirkung, mitso viel Einsicht verfertigt, daß man nur bedauernmuß, daß er nicht mehrere gemacht." AuchBarrsch I. Zgg. kennt es, nimmt für gewiß an,daß es wourverman's Arbeit, ein trefflich ge-zeichnet- , dann aber im Etzen sehr zerkratztes, undmit verkehrten k v und ks 1643. bezeichnetes( 6 " 8 ", höh. 4" 5 "^ br.) Blatt von äußersterSeltenheit sey, das auf Ploos van Amstel Ver,sicigerung (1800.) mit 5 c» fi. bezahlt worden.Basan, Strutt (und nach ihnen Rost) müssenes übrigens nicht gesehen haben: Das Pferd seyungesattelt, und das Blatt in die Höhe, nichtin die Breite, wie Basan will. Noch legt ihmein Gantkatalog (wir wissen nicht, mit wie vielGrund) ein anderes, geistreich geetztes, seltenesOktavblatt bey, das einen von Räubern in ber-gigter Gegend angehaltenen Wagen zeige.
woynakorvski ( ) von Cracau gebür-
tig, wurde, unter der Anleitung des Bacciarellizu Warschau , ein geschickter Bildnißmaler. Lei-der aber ergab er sich dem Trunke, welcher auchseinen Tod herbeyführte. Er st. etwa 4 Z Zahr alt,zu Warschau 18 n.
N)oyr ( ). In den Dresdner -Bey-
trägen zur Belehrung und UnterhaltungIahrg. 180g. 4<». lesen wir, daß als Kaiser
Carl V. G,7 von Eger nach Mühlberg zog und inder Pfarre zu Ierisau (bey Glaucha an der Mulde)übernachtete, er dem Pfarrer sein Dildniß ge-schenkt habe, was nachgehends in der dortigenKirche aufgestellt wurde. Gedachte Blätter ver-muthen (woher?), daß solches von dem Englän-der woyr gefertigt sey, welcher Hofmaler KaiserCarl's gewesen wäre.
wrabecz (Franz), der Sohn eines Böhmi-schen Organisten, sehr guter Maler, und K. K.Landmesser, von Bömisch » Brod gebürtig. Erbrachte seine Jugend bis in das fünfzehnte Jahrim väterlichen Hause zu, und schien damals garkeinen Hang gehabt zu haben, etwas Nützlicheszu erlernen. Da hierin weder Liebe noch Strengeseines Vaters auf ihn wirkte, wurde er nur zumHüthen der väterlichen Gärten und Felder ge-braucht. Aber die schöne Natur, die er bey die-ser Beschäftigung, die man beynahe Müßiggang nennen könnte, täglich vor sich sah, wirkte aufihn, und weckte das in ihm schlafende Künstler-
8 ) Wohl mögen sich unter diesen mit wouwermans getauften Bildern auch solche von Verbeeck's undvan Falens befinden, welche oft nur sehr geübte Kenner von des Unsrigen seinen zu unterscheidenvermögen.
rr-) X. k. 84. u. 89- Eine zu Leipzig 1736 gehaltene Versteigerung, wo dieses Werk (nämlich wie wir ver?stehen, eben nur der von Moyreau gefertigte Theil) mit 26 Thlr -6Gr. bezahlt wurde, enthielt die erst-genannte Blätterzahl; und ein Verlagskatalog unserer Zeiten, der von Treuttel und Würz zu Paris (diewie es scheint im Besitze der Platten sind) rubricirt es: Oeuvre äe />/,. , grov«- ä'-prer
ses Iveilleur, tsbleLUL psr z. tvlo^resu. Lollecrioii lle 100 plsocke», gr. toi. Preist 200 Franken.
Einige, doch nur wenige Irrthümer dürften sich in diesem Verzeichnisse befinden. Von denjenigen Künst-lern, welchen keine Zahlen bevgesetzt sind, ist, unsers Wissens, von jedem nur - Blatt geliefert worden.Immer wird das Ganze ein Werk von igo —go Bl. ausmachen.
4 ) Dieses sind besonders die vier unter dem Namen der Marauetenter-Zelten, bekannten; dann eineKavallerie-Halte, seine Reitbahn, «. f. f.
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