Band 
Zweyter Theil [5].
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gierde nach Wohlstand, und er starb in tieferArmuth, wceen hat nie etwas selbst herausge-geben; seine Zeichnungen und Papiere wurdenerst nach seinem Tode von einem seiner Nachkom-men ans Licht gestellt. Von seinen Zeichnungen,die in Kupfer gestochen sind, sind uns nur fol-gende bekannt: Eine Ansicht von Windsor, radirtvon Hollar; acht bis zehn Tafeln zu Dr.Willis'sWerk über das Gehirn *), und ein Mohrenkopf,der zu den seltensten Blättern gehört.

A)reen hatte sich 1673 mit einer Tochter desRitters Thomas Coghill von Blcckington in derGrafschaft Oxford verheirathet, und bey ihr einenSohn erzeugt, der seinen Namen trug. Da er inkurzer Zeit Wittwer ward, vermahlte er sich inzweyter Ehe mit Johanna, Tochter von MylordFitz-Williams. In 1680 wurde er zum Präsi-denten der Königlichen Societät erwählt. Auchbekleidete er die Stellen eines Architekten und Kom-missairs des Invaliden-Spikthals von Chelsea,und späterhin eines Controlleurs des SchlossesWindsor. Dreymale wurde er zum Parlementdepukirt. „Warum in 1718 (damals 88 I. alt)die Stelle eines General - Directors der Bautenihm abgenommen wurde" (sagt d'Argensvllle),„ist unbekannt," und mußte freylich einem —Franzosen unter der Regierung Ludwig XV. unbe-greiflich fallen! Dafür ertheilt er dann freylichdem Unsrigen das Lob eines Stoikers, so wieSeneka seinen Weisen malt. Ungerecht war daherwohl sicher der Vorwurf, den man ihm machte,daß er die Vollendung der St. Pauls, Kirche solange verzögert habe, um die ihm dafür ausge-worfene jährliche Besoldung von 200 Pf. Sterl.desto länger zu genießen Bey d Argensville l-280 — 93. und eben so bey Miiizia (L6. tei-2.)II. 298 — 98. (bey dem erstem am Ausführlichsten)befinden sich dann,, theils allgemeine Bemerkun-gen über seine architektonischen Verdienste **),theils umständliche Beschreibungen sowohl derSt. Pauls-Kirche *"), als mehrerer der übrigenvon ihm oben nur kürzlich erwähnten und andererseiner Bauten, welche nachgelesen zu werden ver-dienen. Ein für die Königin Maria II. zu West-minster errichtetes Mausoleum war ebenfalls nachseiner Zeichnung gefertigt, „wreen'' (sagtd'Argensville), „wurde und zwar zu einer Zeit,wo die Newton, Leibnitz und tzuyghens blühten,unter die ersten Geometer gezählt, und in 1678, alses um die Errichtung einer Sternwarte zu thun war,benutzte der damit beauftragte Ritter JonasMoore,vornehmlich auch seine Einschlage. Von ihm selbstwurde nichts zum Druck gefördert; wohl findensich von ihm einige Aufsätze in den Memoires derKönigl. Societät, und — sonderbar! in einer zuOxford erschienenen Sammlung von Gedichtenliest man auch eines von dem Unsrigen: Auf dieWiedergenesung der Anna Grcen. Ihm hat man

auch den Vorschlag einer geschwindem Weise inKupfer zu etzen-s-), und die Erfindung einer, be-sonders für Bildnißmaler Vortheilhaften Brillezu danken. Was Dallaway Alles über unsernKünstler (neben dem etwa schon oben von LioriUoBemerkten) noch weiter gedahlt hat, findet sichin den beyden Theilen der Französischen Übersetzungseiner: öesuxsrts en LuZleterre, wie Krautund Rüben so durch einander geworfen, und,nach seiner Weise, mit allerlei Fremdartigem ver-mischt, baß daraus unmöglich ein deutliches Re-sultat zu entheben, und selbst das Register dergedachten Uebersetzung im Art.Wreen höchst un-vollständig ist. Der Englische Dallarvay aber istuns nie zu Gesicht gekommen. — Wie wir schließen,lesen wir noch in einer unsrer handschriftlichenNotizzen, was folgt: „wreen war um 1888Großmeister der Freymäurer-Gesellschaft in Lon-don ." Ferner: „Die Engländer glauben, daßganz Italien kein Gebäud auszuweisen habe, dasseiner St. Stephanskirche an Geschmack, Eben-maaß und Schönheit gleich käme. Man erzählt:Ein vornehmer Engländer, der in Italien reiseleum die merkwürdigsten Werke der Baukunst zuuntersuchen, als man ihm den Plan dieser Kirche,ohne zu erwähnen, wo sie anzutreffen, vorgelegt,sey von diesem Riffe so eingenommen worden,daß, wie er endlich hörte, diese Kirche sey wirk-lich in London vorhanden, er für einmal seinefernere Reise aufgegeben, um vorerst dieses Mei-sterstück — in seinem Vaterland« zu besuchen"! —Zwischen >668 und 1713 hatte er in (und um?)London 5 o Kirchen gebaut. Von Blättern nachihm nennt noch einer unserer Freunde: Die in-nere Ansicht der St. Stephanskirche von G.Marshal, und diejenige der St. Marienkirche vonJ.Collins und Nelseater (?).

wrenk (Franz), Kupferstecher in Schwarz-kunst, geb. zu Strahain in Böhmen 1766, lerntezu Wien unter Johann Jacobe , fieng um 1791dort an, diese Kunst zu üben, und lebte nochdaselbst 1809. Von ihm kennen wir Bildnisse:Rembrandts , nach Ferdin. Bol (Pr. 2 Thlr.);des Dr. Gall und des Kapellmeisters Himmel,nach dem Fräulein C. von Escherisch (Pr. 1 Thlr.8Gr. jedes); des Pfarrers Füger von Heilbronn ,und M. Hunczovsky's, beyde nach H. Füger;der Gräfin Wilhorsky, nach H.Graßi; des Kron-prinzen Ferdinand von Oesterreich, ohne uns be-kannten Namen des Malers (Pr. 2 Thlr.). Dannvon Geschichtlichem, Mythologischem, u. a. dieZärtlichkeit der Mutter, nach Francesschini (8TH.);Jupiter und Merkur bey Philemon und Baucis,nach H. van den Hoeck (». K. wohl richtiger,nach A. van den Eckhouk) aus der Gräflich-Frießi»scheu Galerie zu Wien (keine edle Figuren, abergut componirt. ; die H.Magdalena aus der Wiener-Galerie, nach Gentilesschi füösjr" hoch, 27-^" br.

^asromle ok llic l>ra,'o. ,66z.

-">) „Keiner" (sagt Milizia) „kannte so genau das rechte Ebenmaaß zwischen dem Körper eines Gebäudes,uad seinen Stützen. Seine Ideen waren groß und einfach; seine Verzierungen edel und geschmackvoll."

Auch die Gebrechen derselben werden nicht verhehlt.

-f) Wohl das, was im Ler. „Erfindung der Schwarzkunst" genannt wird.

-fs) Wohl derjenigen, ldie noch in neuern Tagen der alte Benjamin West so unendlich hoch schätzte, die er,in seinem erst kürzlich erschienenen wunderschönen Bildnisse, als seine unzertrennliche Gefährtin in derHand führt.

sft) Den wir nicht kennen.

'y Dies letztere Blatt, welches um -8<>4 erschien, und fl. zo Kr. und vor der Schrift 27 fl. kostete,

erhält im Meusek'schen Archiv I. (-.) 109. kurz und gut das begründete Urtheil: Daß man bey derMenge der schönsten Darstellungen dieser — klassischen Sünderin, die wir von den ersten Malern auf dieverschiedcntste Art ausgeführt besitzen, mit einer so häßlichen Dirne uns hätte verschonen sollen. Was vondieser Sentenz dem Stecher oder dem Urbild« gehört, ist uns unbekannt.