Weitsch,
Weitsch.
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Im Herbste dieses unglücklichen Kriegs-JahreSlangte der Direktor Denon an und nahm 266 Ge-mälde aus der Galerie, die für das MuseumNapoleon nach Paris abgesandt wurden. Seineohnehin schwächliche Gesundheit — er litt an devKopfgicht — erhielt daneben durch noch mancheandere ärgerliche Dinge, die bey der WestphälischenOccupatiyn statt fanden, so wie durch den Ver-druß , daß der Anhang der itzt dominirenden Fran-zosen viele Bilder fast gerade zu entwandten —einen starken Stoß. Es grämte ihn ungemein alser seine Galerie verstümmelt sah. Nach Cassel ka-men 200 Gemälde, davon sehr viele verlohren ge-gangen sind; mit 200 andern wurde er nach Draun-schweig versetzt, woselbst man sie dem Naturalien-Kabinette, nun von den Franzosen Museum be-nannt, einverleibte; der Rest der Malereien wurdezu Braunschweig versteigert; und die schöne Gale-rie die über iqou Gemälde zählte, war aufgelöst.Da die Franzosen Teutschland verließen, so nahmer 1814 zu Cassel die Salzdahlumer Gemälde wie-der in Empfang, so viel deren in den Churfürst -lichen Schlössern noch vorhanden waren. Auchwurde er > 8 i 5 mit dem Hofrathe Emperius, demDirektor des Braunschweiger Museums, nach Pa-ris geschickt, um die geraubten Kunstsachen zu re-klamiren. Diese waren bereits abgeliefert, als esihm noch gelang einige dazu gehörige Stücke imPariser Museum zu entdecken und sich einhändigenzu lassen. Letzteres gab eine große Freude für ihn;denn er lebt gleichsam nur in der ihm anvertrau-ten Galerie. Uebrigens verheimlichte man dochnoch einige Ho Bilder, die nachgesandt werden soll-ten, leider aber nicht eingetroffen sind. weitschwar seit dieser Zeit nach Möglichkeit beflissen ge-wesen, die Malereien wieder zu putzen und aus-zubessern; allein der bey weitem größere Theil be-darf der noch ferneren Beyhülfe seiner geschicktenHand. Anch muß wohl jeder eingestehen, daß die
Verbindung einer Gemälde-Sammlung und einesNaturalien-Kabinektes sehr unpassend sey und sonstan keinem Orte statt finde. Mochte daher bald derWunsch der Künstler und Kunstkenner erfüllt wer-den, und der bereits bis auf 800 Stück heran-gewachsenen Sammlung ein eigenes Lokale ange-wiesen werden. Dermalen (d. h. 1819.) sind nureinige Zimmer, die an das Museum stoßen, miteinem Theile der Gemälde behängt, die andernhaben noch keinen passenden Platz zu ihrer Aufstel-lung gefunden. Dieser Künstler hat einige Söhne,die sich jedoch der Kunst nicht wiedmen.
Zu Berichtigung mancherlei Miß-verstands bemerke man noch:
Weitsch (Anton). So wird gewöhnlich dervorstehnde Johann Anton August , des Pascha'sjüngerer Sohn genannt.
— (Friedrich). Unter diesen Namenwird bisweilen sowohl der Pascha Johann Frie-drich, als sein älterer Sohn Friedrich Georg aufgeführt.
7-^ — (Georg Friedrich). So ungenau
schreibt man bisweilen den Namen des eben erwähn-ten Friedrich Georgs.
— -7- (Johann Friedrich), wieder falscher
Name des Friedrich Georg , sowohl bey Meu-sel 11 l. als oben bey uns S. 5 o 3 o.
Somit sind von Künstlern dieses Geschlechts,im Grund keine andere, als der Pascha undseine beyden Söhne bekannt.
II. Nachstehnder Art. ist oben S. 5071 . an feiner Stelle einzuschalten, aus Versehest
unterlassen worden.
weizel (Johann Jacob), geb. 1781 im DorfeHirslanden bey Zürch, Sohn eines Drexlers.In seinen Kinderjahren zeigte er großen Hangzum Zeichnen von Zierathen, die er mit buntenFarben ausmalte. In seinem Zehnten mußte er,um Brodt zu verdienen, in einer Seidenfabrikekleine Handdieyste leisten, zeichnete aber in denNebenstunden Häuser, Bäume, Brunnen u. s. w.Im Vierzehnten, als jetzt der Knabe sich zu ir-gend einem Berufe entschließen sollte, entschied ersich für die Landschaftsmaler«, und kam (r/g-s.)nach Feuerthalen in die Lehre bey Heinrich Bleuler ,der mit seinen colorirten Schweizer-Landschaften da-mals schon einen einträglichen Handel trieb. DieseArbeiten wurden ganz fabrickartig ausgeführt, sodaß Weyel, anstatt zum Bleystift, sofort zumPinsel greifen, und die in Aquatinta geetzten,grau gedruckten Blätter mit Farben anlegen, als-dann die fertiger» seiner Mitschüler dieselben aus-führen mußten, und der Meister solche beendigte;bey welchem Geschäfte also die Zeichnung durch-aus beyfeitegesetzt wurde, das Coloriren aber ziem-lich erlernt werden konnte. Was aber währenddieser Zeit den ächten Keim zu seinen weiter»Fortschritten legte, war das Kopiren mehrererLandschaften von Ludwig Hetze, deren geistreiche
Behandlung ihn erst den richtigen Standpunktahnden ließen, von welchem er ausgehen mußte,um ein selbstständiger Künstler zu werden. Dasein Meister eine weitere Ausbildung seiner Zög-linge zu seinen Zwecken wenig vonnöthen hatte,der Unsrige aber gerne mehr erlernt hätte, hielt erdie bedungenen sechs Lehrjahre nicht aus, sondernkehrte nach vier Jahren einsweilen nach Hause.Glücklicher Weise zeigte sich bald eine neue, ihrerBestimmung nach der Bieulerschen ähnliche, aberauf höherer Stufe stehende Anstalt bey JohannWalser zu Herisau im C. Appenzell, in weiche er so-fort als ein bereits fertiger Coloriste gerne aufgenom-men wurde. Hier fand er einen Verein mehrererachtungswürdiger Künstler, wie Lory den Vater,Catel und Ei'chler, welche für Walters Rechnungdie bekannten schönen St. Petersburgers und Mos-kauer-Ansichten fertigte,,. Das Beysammenlebenmit diesen geschickten Männern, welche weyelnmit gutem Rath redlich an die Hand, und mitihrem Beyspiel vorangingen, hatten nun auf seineweitere Kunstausbildunii bedeutenden Einfluß. Vol-lends verwandte er nun mehr einen Theil seiner Frey-stundeu, unter Lory's Anleitung, auf seine erste»Versuche im Zeichnen nach Studien und nach derNatur, und malte von Zeit zu Zeit kleine Bilder in