Band 
Zweyter Theil [5].
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Winkelmann.

Winkeln, ann,

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fatz; erst im Frühjahr 1768 konnte er denselbenin Erfüllung setzen. Mit guten Empfehlungen ver-sehen, machte er dort die Bekanntschaft des Mi-nisters Tanucck, des damaligen Kaiserlichen Ge-sandten Grafen von Firmian, des (ältern) GrafenGaliani, Übersetzers des Bl'truv, u. a. ausge-zeichneter Männer. Dessen ungeachtet hatte ermit vielen Hindernissen zu kämpfen, um jeneAlterthümer gehörig betrachten zu können. InPorti« brachte er fünf Wochen zu, besuchte alleGegenden um Neapel uud die altgriechischen Tem-pel von Pästum, welche damals noch Wenigenbekannt waren, und kehrte dann mit einer reichenAusbeute neuer Kenntnisse nach Rom zurück, woinzwischen Benedikt XlV. gestorben war. Wäh-rend seines Aufenthalts in Neapel erhielt derUnsrige von zweyen Freunden, die ihn nicht per-sönlich kannten, dem Kupferstecher Wille in Paris und dem H. Caspar Füßli in Zürch *) eine gering-fügige Unterstützung **). Seine erste gelehrte Ar-beit nach seiner Rückkehr gen Rom waren Berichteüber die Herkulanischen Alterthümer, welche erhauptsächlich für den Churprinzen von Sachse»,von Zeit zu Zeit in Briefen nach Dresden über-sandte, und die, unter oft langen Unterbrechun-gen , bis 176Z fortdauerten. Da der Aufseher desChurvrinzlichenAntiken- n„dMünzkabinets gestor-ben war, so ward ihm die Hoffnung gemacht,daß er nach seiner Rückkunft diese Stelle erhaltenwerde. — Im September (17H8.) reiste er, auföftere Einladung von H. Muzel-Storch nach Flo-renz , um das oben erwähnte Kabinet zu ordnen,welches dieser verkaufen wollte, und ließ sich vondemselben bereden, ein beschreibendes Verzeichnisdavon in Französischer Sprache zu fertigen. Gegenneun Monate hielt ihn diese Arbeit zu Florenz auf,die er nachher in Rom vollendete ***). — GegenEnd des Jahres st. Archinto; und nun ließ ihmder Kardinal Alex Albani, durch den CanonikusGiacomelli die Stelle eines Bibliothekars und Auf-sehers über seine Alterthümer mit freyer — Woh-nung und — lo Scudi monatlichen Gehaltes an-tragen. N) fühlte sich um so viel geneigter,diesen Antrag anzunehmen, da er früher schonfür den Kardinal eine besondere Achtung genährt,und daneben mehr als je Ursache hatte zu fürch-ten , daß während des Kriegs irgend ein weitererZufluß von Dresden ausbleiben dürfte. Im Ju-lius zog er zu seinem neuen Herrn und Beschützerin die Wohnung, welche derselbe ihm in einem

Theil seines Pallastes eingeräumt hatte. Untermancherlei Entwürfen von Schriften. welche un-ausgeführt geblieben sind, arbeitete W. immerfort an seiner Geschichte der Kunst, die er an-fangs einem Buchhändler in Zürch in Verlag ge-ben wollte, um sich für das oben erwähnte Ge-schenk dankbar zu erweisen -j-); aber durch seineReisen nach Neapel und Floren; und durch fort-währendes Studium erweiterten seine Kenntnissesich so sehr, daß er, von der Dürftigkeit des er-sten Entwurfes überzeugt, dieses Werk aufs neuevöllig umzuarbeiten beschloß; und da seine Unter-stützung aus Dresden fortdauerte, auch seine Lagein Rom sich indessen verbessert hatte, so nöthigteihn nichts, sich mit der Ausführung zu übereilen.Im Sommer 1760 endigte er feine Anmerkun-gen über die Baukunst der Alten, welchejedoch erst zwey Jahre später aus Licht traten. —Während des Sommers 1761 erlitt w zweyVerluste. Es starb nämlich der Cardinal Passionei,der bis an sein End sei» Gönner geblieben war;und sein beßter Freund Mengs ging um dieselbeZeit, als erster Maler des Königs von Spanien ,mit 8n«o Scudi Gehalt nach Maorid Dannentspannen sich zwischen dem Unsrigen und demLandgrafen von Hessen-Kassel , der ihn an seinenHof zu ziehen wünschte, Unterhandlungen, die sichaber bald wieder zerschlugen. Noch wahrend der-selben ward V von dem Churprinzen zu Sachsen zum Aufseher seines Museums ernannt; da aberdie Stellt erst drey Jahre nach dem Frieden besetztwerden sollte, so durfte er sich mit der Annahmenicht übereilen; auch gefiel ihm in seinen neuenVerhältnissen mit Albani der Aufenthalt in Rom immer mehr, so daß er bereits Plane machte, fürimmer dort leben zu können. Ein ihm angetra-genes Canonicat an der Rotunda schlug er in-dessen aus, um die Tonsur nicht nehmen zu dür-fen, und frey zu bleiben. Nachdem oer KardinalAlbani an des verstorbenen Passwnei's Stelle Bi-bliothekar des Vatikana geworden, hatte er dieHoffnung, die erste erledigte Stelle an derselbenzu erhalten; erfolgte dieses, so war er hinlänglichversorgt, und an eine Rückkehr nach Deutschland schwerlich mehr zu denken "m gleichen Jahr hat-ten die Akademien von St. Luca zu Rom , dieje-nige der Alterthümer zu Cortona , und die Socie-tät, der Wissenschaften zu London ihn zu ihremMitglied ernanntZu Anfang des ff. Jahrs(1762.) machte w. in Gesellschaft des Sächsischen

») Verfasser der Geschichte der Schwerer-Künstler.

Wir schäme» uns fast es zu sagen: Es bestand in — -5 Iecchini; aber dennoch war es ein verdienst-liches Schärfchen vrn Seite zweyer eben nichts minder als begüterter Künstler.

Dieselbe erschien (4. rio-enc«) ,76a und enthielt die Beschreibung von nicht minder als Z444 Steinen,wobey ihm (s. krekce p. 28 — 29.) ein gewisser Ionnnon St-Laureat theils als Uebersetzer, theils alswirklicher Mitarbeiter für diejenigen Steine behülflich war, welche Vasen. Schiffe und überhaupt dieMarine der Alten zum Geg'nstand hatten. Allein in beyder Rücksicht wußte w. (wir glauben nicht ohneGrund) ihm sehr wenig Dank dafür. S- die Briefe an Gtosch -pa-s. Eine gerechte Würdigung des Gan-zen s. ia He5nee Lobschrift S. 12—iz.

f) Warum W- spätherhin seinen Sinn änderte, lesen wir in einem Schreiben an Geßner vom -7. Jenner176, worin es heißt: „Man ließ mir wissen, daß es dem Hofe mißfallen würde, wenn ich, zumal injetzigen Zeitläuften, diese Arbeit in der Schweiz drucken ließe, und daß ich allen Verdacht eines Preußi-schen Herzens, welches man mir mit Unrecht Schuld giebt, vermeiden müsse." Schw. Sv. S- -s-

ff) Kurz vorher kam in Rom das angeblich alte Gemälde. Jupiter und Ganymed, zum Vorschein, von wel-chem w. in seinen Briefen öfter, als von einem der schönsten Werke des Alterkbums, mit hoher Be-wunderung spricht, welches aber von Vielen (wir glauben nicht mit Unrecht) für die Arbeit von Mengsgehalten wurde.

fff) Um dieselbe Zeit erschienen wieder zwey angeblich alte Gemälde zu Rom , deren Abbildung und Beschrei-bung w- allzuübereilt ku seine Geschichte der Kunst aufnahm, die aber, wie er einige Jahre ipäther ent-deckte — diesmal von einem Schüler des Mengs, Johann Casanova, den er für seinen Freund hielt,eigens deswegen gefertigt waren, um seiner Kennerschaft einen demüthigenden Streich zu spielen —Dieser Casanova, wie wir aus Erfahrung wissen, gehörte überhaupt zu der Gattung Menschen, von denenI. I. Rousseau sagt: Daß sie einen Klumpen Hirn an der Stelle des Herzens tragen.