Band 
Zweyter Theil [5].
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Zampieri.

eingrmidig still, ohne weiteres Interesse zu er-wecken, bewundert er den großen Mann, der einstso viel von sich reden gemacht, den er aber nichtgekannt hat, und darum auch ihn jtzt minderbedauert. Raphael hat nichts schöneres gezeich-net, als diese Figur; selbst seine Füße habeneine unanmaaßliche Anmuth. Alle übrigen anwe-senden Figuren thun, kurz was sie sollen: Deraufrecht Stehende unterstützt den Heiligen; seineGesichtsfarbe und schwarzen glatten Haare bezeich-nen einen Syrer; jener Andre auf den Knieenbeugt sich hervor, um die letzten Augenblicke desHeiligen zu beobachten; sein ungemein studirterKopf, der aus der Natur geschöpft seyn muß,ist von großer Wahrheit im Colorit und Aus-drucke; er ist ein Gefährte der Wachen, Fastenund Abmergelung des Einsiedlers, den er schonlange als einen halb Todten beweint; St. Paulinedann, zu Boden gestreckt, berührt mit ihren Lip-pen die Hand des Sterbenden, und diese ver-kürzte Figur im Halbschatten verdient besondersbemerkt zu werden. Ueberhaupk ist dieses Bildein Muster für Erfindung , Zeichnung und Farbe;Raphaels Verklärung ist freylich eine schönerePoesie, dieses Werk aber hat schönere historischeWahrheit. In der Höbe befinden sich drey (vier)Engel; der eine ruht auf einer Wolke, und gleichtallzusehr Einem, der sich auf die Lehnen einesBalkons stützt. Der Gedanke des neben dem Heili-gen betrübt und niedergeschlagen ruhenden Löwen,ist wahre malersche Poesie." Landon begnügtsich fast einzig mit einem allgemeinen unbeschränktenPreis dieses berühmten Werkes; doch bemerktauch er vvm Besondern vornehmlich die unbe-weglichen Arme und die schwanken Kniee desHeiligen, der unter seiner eignen Last erliegt, undeinzig mit heiligem Verlangen nach der ihm dar-gebotenen Hostie begierdet. Das Maaß diesesBildes von ein wenig über lebensgroßen Figurenwird hier zu mehr als 4 Metres in die Höhe,und zu 2^ in die Breite angegeben. — TaiUassonendlich weiß vollends ( außer dem auch sonst vonso Vielen gefällten Urtheil: Dies Bild sey nichtnur des Künstlers, sondern überhaupt ein Mei-sterstück der Malerei, und Carracci's seinem, wo-von es eine Nachahmung seyn soll , dennoch weit

Zampieri.

vorzuziehen) durchaus nichts Eigenthümliches zubemerken, als etwa: Die Effekte darin seyenwahr und breit (?), und die Linien glücklich undohne Anmaaßung contrastirt".

Dann besaß seiner Zeit in Frankreich die Galeriedes Palais Royal von dem Unsrigen nicht minderals acht, aber fast lauter ganz kleine Bilder. Vördersteine Aufopferung Jsacks, als Stafficung einer Land-schaft, welche einen Frühlings-Morgen darstellt ').Eine Krcutztragung auf Kupfer, in einer Land-schaft. Simon von Eyrene unterstützt den Leiden-den; zwey Büttel auf jeder Seite; hinten Einer,der einen Turban trägt, so wie ein Andrer eineLeiter, durch die er den Kopf streckt, u. s. f. ^).Nach Landon jtzt in England. Dann zwey Halb-figuren auf Tuch: Eine Sybille in seltsamemKopfputz (Turban), die Rechte auf einem Buchhaltend , und St. Johann, der eine Rolle Papier hält 2). Zwey andre hohe Figuren aus Kupfer:St. Franzisc auf den Knieen vor einem Kreuhe;sein Gefährte erblickt ihn durch die Bäume;oben eine Glorie; und: St. Hieronymus , halbnackt am Eingang einer Höhle, hält ein Kruzifixdas auf einem Steine ruht, worauf ein Buchund ein Todtenkopf. Zur Linken der Löwe; undoben zur Rechten eine Glorie 4 ). — Wieder einSt. Hieronymus, auf Holz, (17" hoch, 22-breit)in einer Landschaft, in der Ferne das Meer. DerHeilige, am Eingang einer Höhle den Himmelbetrachtend , sitzt auf einen« Stein, den Arm aufeinen andern gelehnt, der ihm zum Tische dient,auf dem ein offenes Buch, ein Todtenkopf, einDintenfaß, und ein Papier liegt, auf das er zuschreiben scheint; gegen über ein in den Boden-gepflanztes Rohrkreuz; neben ihm der liegendeLöwe §), — Endlich eine Landschaft mit Gebäu-den und einem Flusse. Auf dem Vorgrund eineFrau mit einer Laute, und Fischer, die ihre Waareerlesen <>).

Auch der Senator Enzian Buonapacre besaßvon DomlNlLhino drey bedeutende Bilder. Vör-derst eine Dornenkrönung von vorzüglicher kom-position und Ausdruck, in g—io" hohen Figu-ren D. Das zweyte ist die einzelne, sehr schönelebensgroße Figur eines Narciß, auf Tuch ge-

-) Wir nennen hier den Hauptgegenstand darum bloß Staffirung, weil, »eben jenem r- B. auch eine Frauerscheint, die sich bey einem Brunnen die Füße wascht; auf einer andern Seite ein Mann zu Fuß, einEsel bey der Tränkung, und ein Kameel. Gestochen ist dieses auf Kupfer gemalte Bild (dessen gegenwärti-gen Aufenthalt wir nicht kennen) von Michel nach Mancet's (?) Aeichnung, im X. Hefte des OrleanschenGaleriewerks.

2) Henriquez hat dieses Bild für's Heft m. des O. Galeriewerks gestochen, o. bis 109.

Z) Bcvde (sagt Landon) gegenwärtig in England , und vormals gestochen von Berseneff und Fossoieur. Lselbst giebt davon Nachbildungen im Umrisse. O. IX? 85 - Indessen ist der St. Johann offenbar dasselbe Bild,welches gegenwärtig auch H. Regierungsrath Frvmann in Stuttgart besitzen will, und das (-812) so vor-trefflich von Fr. Müller geliefert wurde.

4) Wo befinden sich jtzt diese beyden Bilder? Den St. Francisc. hat St. Colbenschlag zu Rom , dann De-lignon, und (zwar nach einer andern Darstellung) E. Hainzelmann schon O. IX? 9z , den St. Hiero-nvmus F. del Po, de Pvilly und Berseneff (dieser sür's vn. Heft des O- Galeriewerks) gestochen. St.Hieronymus befindet sich auch im Umrisse bey Landon. o. ix? 92.

5) Gestochen ist dieses Bild von Matthieu und Dequevauvillers, für das VIII. Heft der O. Galerie. Wo essich gegenwärtig befinde, ist uns ebenfalls unbekannt, o. ix? i,z.

6) Gestochen ist diese Landschaft einzig im Umrisse bey Landon (O. IX? 150), von Devilliers dem Jüngern.Auch von diesem Bilde ist uns der gegenwärtige Besitzer unbekannt.

7) Gestochen kennen wir dasselbe einzig im Umrisse von Elis. Lingee, bey Landon o. ix? ,<> 8 . Schwerlichkönnte es dasselbe seyn, welches früherhia Andriot gestochen hat, und das bey winkler: lka cii^irc cou-ronoe 6'epioe, eolr« sotlkslz clonc l'ur, lui sirösence »u rozeau , üg » nii - eorpü rnbrijikt ist-Denn das bey üuzian ist in ganzen Figuren, und der Christ findet sich zwischen vier Soldaten, vondenen freylich ebenfalls einer ihm den Rvhrstab vorhält.