Band 
Zweyter Theil [5].
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6143
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Zampieri.

Zampieri. VI43

malt'); das dritte eine Landschaft, wo ein Mannden andern durch den Fluß tragt ^).

Endlich soll vor einigen Jahren von H- le Brunzu Paris eine Steinigung Stephan! in kleinen Fi-guren verkauft worden seyn, welches Einige zwarfür bloße Kopie in der Ausführung, die Composi-tion aber allerdings für den Gedanken des Unsrigenhielten. NeunFiguren, ohne Gott Vater und Sohndie aus den Wolken zuschauen ^). Anderwerts wer-den aus diesem Cabinete le Brün Obiges zwarnicht, aber dafür gar fünf andere Bilder vonZampieri angeführt; nämlich:

1. Ein unschuldiger Kindermord (-ja" hoch

breit) mit dem beygefügten Urtheil:„von erstaunlicher Warme".

2. Die Verkäufer aus dem Tempel vertrieben(gleicher Größe); dies nun ruhiger gemalt(öxecution plus online). „Die Natur sel-ber, ganz das jüdische Blut".

0. Madonna und das Kind (sollen des Künst-lers Frau und Kind seyn); 47" hoch 34 "br. mit dem Beyfügen: „Seltenes Meister-stück, das von Rom kömmt."

4. u. 5 . Zwey ungemein reiche, und sehr pi-quante Landschaften; die eine 33 " hoch , 58 "br., die andere 19" hoch, 54" br.

Alle diese Bilder auf Tuch gemalt; aber, wirfürchten sehr, lauter Apokryphe. »

In Deutschland besitzen von Dominichino dieKK. Galerie zu Wien : Lucrezia, die sich denDolch durch die Brust stößt; lebensgroße Halb-figur auf Leinwand, welche von Mechel nichtnennt, sondern einzig die Schrift: Gemäldeder BB. Galerie (8°. Wien 796. S. i 55 .) mitdem beygefügten Urtheil: ..Wenn man von D.aus diesem Gemälde urtheilen wollte, so dürftedie Sentenz nicht günstig ausfallen. In Deutsch-land könne man ihn einzig zu München undDüsseldorf finden. Auch Dresden besitze nichts;denn eine weibliche Figur, die ein Graf Acoron-boni dort abgegeben, sey schwerlich ächt ^). —

Die Galerie Cichrenftein wollte, nach Fanri,„drey sehr schöne und anmuthige Figuren" (Ma-lerey, Poesie und Musik), als 'eine Surporte,haben §). — München hat zwey, wahrscheinlichvorzügliche Bilder: Den spinnenden und den ra-senden Hercules, Pendants ( 5 < r" 6"< hoch , 7<3 " 6"^ br.) in nicht ganz lebensgroßen Figuren,auf Leinwand §). — Schleisheim hatte 1778noch: Joseph flieht vor Potiphars Weib, ganze Fi-guren auf Leinwand V 6 " hoch, 4^ ro" br.), wo-von jtzt i» den Katalogen von München sowohlals von Schlei 'sheim keine Rede mehr ist 7).Hingegen nennt der neue Katalog von Schleis-heim als gegenwärtig dort befindlich : Eine Kreutz-tragung, zwey lebensgroße Halbfiguren ( 5 ^ 7" 6'"hoch, 4, 9" br.); dann das lebensgroße Brust-bild eines Greisen, und endlich eine Landschaft,mittlerer Größe, mit einer Meeraussicht undder Entführung der Europa staffirt «). — Düssel-dorf besaß einst, nach Barsch: St. Ambrosiusmit zwey andern (?) Figuren ( 4 ' 4 " hoch , 4 > 2"br.); eine Judith, mit dem Kopfe des Holoferneszur Seite ( 3 ' 5 " hoch, 2< h"br.) und eine keuscheSusanna „sehr künstlich gemalt" (9^ 1" hoch,11^ 3 " br.). La Bretonniere nennt dieses letz-tere Bild allein , und beschreibt es nach Gewohn-heit drolligt genug ->). — Die Galerie zu San-souci will einen St. Peter im Gefängnisse, vomEngel geweckt, haben; die Wachen schlafen ( 5 ^n" hoch, 8" br.) auf Tuch. Oesterreich nenntes von trefflicher Coniposition und Zeichnung, undprächtigem Ciair - Obscur. Ferner eine Artemis !«auf dem Ruhebett, von ihrem Mädchen geweckt,das ihr einen Löffel voll Asche von den Gebeinenihres Gatten reicht; in der Ferne das Mausolaumdes letzter» ( 5 ^ 5 " hoch, 4 ^ 9" br.) auf Tuch.Nach Oesterreich wieder: „Vollkommen corrckteZeichnung, und herrlich ausgedrückter Schmerz",mit dem wettern Hinzuthun (ob zum Preiß?):„B- N. le Sueur soll es sehr schön" ganz —übermalt haben '°). Dann ein 'Bildniß von St.Hieronymus , von „vortrefflich schöner Zeichnung,harmonischein Colorit, und herrlich vollendet.,(Abermals Posaune von Oesterreich «). Dannhauptsächlich'ein großes Dianenfest auf Leinwand,

1) Ebenfalls einzig im Umrisse gestochen von Devilliers dem Aeltern, bey Lands» AS 112.

->) Eben so, von Elis. Ll'ngee, bey Lande», o. !VO 117., wo zwar nicht ausdrücklich gesagt ist, ob solches(was wir doch vermuthen) ein gemaltes Bild, oder bloße Zeichnung sey.

z) Im Umrisse von Elis Lingce, bey London 157.

i) S. bald unten München und Düsseldorf. — Die Lucrezia zu Wien finden wir nirgends gestochen.Eine solche in England s. unten.

5) Gestorben finden wir dergleichen nirgends, es müßte denn, was die Musik betrifft (was sehr leicht seynkann) seyn, was unter diesem Namen von I. Pichler, eben zu Wien , 1788 in Schwarzkunst geschabt worden.

6) I. Pichler hat sie in Schwarzknnst geschabt, und G. Fiesinger gestochen, aber, sonderbar! London sagt:Die Urbilder befänden sich in England. Unter N°-iZg und 140. giebt er sie im Umrisse, wo sie denn mitPichlcrs Blättern zu vergleichen wären.

7) Einen Stich davon finden wir nirgends verzeichnet.

8) Keine Spur von Blättern nach diesen drey Bildern. Die Kreuhtragung a. d. Galerie Orleans , jtzt inEngland, s. oben.

9) Dieses letztere (gegenwärtig in München) hat V. Green in Schwarzkunst geschabt. O. A? 74. London sagt von dem Urbilde: Es sey richtig gezeichnet, von schönem Ausdruck und angenehmem Colorit- EineSusanna im Bade hat auch St. Colbenschlag gestochen, welche aber irrig als nach dem Unsrigen, stattnach einem der Carracci , bezeichnet seyn soll. Eine Judith kennen wir keine gestochen, als diejenige vonSt. Sylvester zu Rom ; einen St. Ambrosius überall nicht.

10) Die nämliche Darstellung von St. Peter, zu Rom bey St. Peter in Vinculis s. oben. Ob das ;» Sanssoucy gestochen sey, ist uns unbekannt. Eine Artemisia kennen wir von Lher. del Po.

n) Ob es gestochen sey, ist uns unbekannt.