Band 
Zweyter Theil [5].
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Zampieri.

Z a ni p i e r i.

Wieder: ..Reiche Composition und schöne Zeichnug.Das Colorit hat ein wenig gelitten ')". Endlich:Die drey Grazien -). — Auch Galzrhalum willvon D- einst ein lebensgroßes schlafendes Kindauf einem weißen Luch, mit einem Todtenkopfbesessen Habens. — Ferner die Galerie im Köder:Johann der Täufer , als Kind, der ein Schaafliebkost (11" hoch, 9 br.). ..Dies lieblich

gedachte Bild" (heißt es bey Ramdohr S. 46.)..scheint aus des Meisters erster zeit zu seyn. Derknabe schmiegt sich an ein schaaf, bei dem ersich auf die erde gelagert hat. Das schaaf scheintseine liebkosungen zu verstehen. Der reiz dergruppe, der naive ansdruck und eine gewisse eigen-thümliche gesichtsbildung in dem knaben zeugenfür den meister , der in dem pallast Farnese dasliebliche mädchen, das ein einhorn liebkoset, ge-malt hat. Die färbung hat viel vom Albano; siehat aber gelitten, und dadurch sind einige Mittel-linien verschwunden. In der zeichnung trift maninkorrekzionen an , welche aber dem Domemchinovorzüglich in der früheren zeit nicht ungewöhnlichwaren." Noch nennt der Galerie-Katalog desH. Hof- und Landgerichts - Advokaten Schmidtzu Biel (1809.), nicht minder als drey Bildervon Zampieri, in seinem Besitze, wie folgt:„Maria auf dem Thron, von Engeln umgeben,das Kind stehend auf ihrem Schooß ; linker Hand«in Mönch , rechter Hand eine Nonne, die der H.Mutter und dem Kinde eine im Vorgrund knieendezahlreiche Familie beyderley Geschlechts empfeh-len. Auf Leinwand, Capitalbild." — Dann:..Maria, das Kind auf dem Schooße knieend,Johannes stehend neben ihm. Auf Leinwand.Liebliches und seltenes Bild." — Endlich: ..Land-schaft, mit herrlichen Figuren (Geburt des La-chus) staffirt. Seltenes Capitalbild in einem Käsi-gen 4)''. Ferner das Journal des Lupus undder Mode (1812 Jun. S. 36g — 72. beschreibtsehr gut die Badende, als ein treffliches Bildim Besitze des Grafen Cly zu Wirzburg §) AuchH. Frauenholz zu Nürnberg besitzt eine Susann«im Bade von dem Unsrigen

Wie wir diesen Art. bald enden wollen, stehtvor unserm entzückten Blick, in der auserlesenenGalerie des H. Grafen von Benze!-Sternau,zu Marienhalden bey Erlenbach am Zürchersee,von dem Unsrigen ein lebensgroßes Knieebild:Christus zwischen zwey sich an ihm mit der Faust

vergreifenden, und ihn aushöhnenden Kriegs-knechten ; ein, wir dürfen es kecklich sagen, inallen Theilen der Kunst vollendetes, durch keiner-lei) Ritoccirung beflecktes, und in seiner ursprüng-lichen Schöne so vollkommen erhaltenes Kunstwerk,als ob es erst gestern aus der schöpferischenHand des Künstlers gelangt wäre; die Hauptfigurin ihrer ganzen göttlichen Würde, ohne darum denAusdruck des stillen Leidens der Unschuld (höhererMenschheit edelste Zierde) abzulegen; die beydenBüttel — niedrige Nachäffer der höhern, vondenen sie den Auftrag erhielten, und welche da-rum , gleich diesen, nur mit noch pöbelhafter»,-Witze — den Gerechten belehren wollen, daß(was er am Beßten wußte) sein Schicksal nichtsals die gewöhnliche Strafe einer höhern Tugendsey.

In England haben wir, aus Kupferstichen zuschließen, bisher ,4 Bilder von dem Unsrigengefunden. Adam und Eva im Paradiese, vonGott bescholken, im Cabinet Devonshire, undvon N Tardieu gestochen, haben wir schon oben,bey dem ähnlichen größer» Bilde in der altenFranzösischen Galerie — einer Kreutztragung (ohneBenennung des jtzigen Englischen Besitzers) vonHenriquez gestochen , bey der Galerie des PalaisRoyal — einer Sibylle und St. Johanns desEvangelisten (wieder ohne Benennung des Engli-schen Besitzers) von Bersoneff und Fossoyeupebenfalls bey Orleans , und eines gleichen St.Johanns bey Hrn. Fromann zu Stuttgart , vonFr. Müller gestochen — endlich des spinnendenund des wüthenden Herculs (abermals ohne An-zeige des Englischen Besitzers) bey der Galerievon München , welche solche Bilder, von Pichlergestochen , ebenfalls (und wahrscheinlich mit besse-rer Fuge) haben will, bereits Erwähnung gethan.Neben diesen aber befänden sich noch in England:Loth, von seinen Töchtern berauscht, im Cabinetvon Tb- Locke. Man kann sich für Compositionnichts Kunstreicheres, und, den Ausdruck be-treffend , für einen so lempörenden Gegenstandnichts Lieblicheres denken ?). Das schlafende Je-suskind in der Krippe, mit der Unterschrift:Oeliciso mess es86 oum Ü1Ü8 bominum, imCabinet von varkin Will. Wenn — Madonnaund das Kind, aus der Galerie Hugthon ») —Flucht in Egypten, in einer schönen Landschaft,im Cabinet des Grafen von Convenrry -°). — St.

l) Die Stiche »ach einem ähnlichen, wahrscheinlich weit achtern. Bilde in der Galerie Vorghese zu Rom s.oben. Ob sich auch ein Stich von dem Unsrigen vorfinde, ist uns unbekannt.

s) Wohl dasjenige, welches A. L- Krüger gestochen hat. ueberhanpt aber dürften des Unsrigen Bilder ruSanssoncy apokryphisch genug seyn-

z) Wir kennen keinen Stich davon.

4) Von dem Daseyn "dieser drey Bilder, so wie von dem jungen Johannes im Söder, haben wir nirgendsältere Spuren, weder in Schriften noch in Stichen gefunden.

z) Einen Stich davon erwartete man von Bitthäuser, damals daselbst, welches vorläufig zu 6 Thlr. mit aus-gefüllter, ru 9 Thlr. mit »»ausgefüllter Schrift, und zu 15 Thlr. auf Seidenpap. zum Kauf ausgebotenward.

L) Clarot hat solches -8" hoch, rzs-" br. in Schwarzkunst geschabt. Pr. z st. z6 kr.

7) Räch einer Zeichnung von W. Kent, sehr angenehm gestochen von I. Frey, ohne dessen Namen, den ersich wahrscheinlich, in Rom , beyzusetzen Scheue trug. Auch Cl. Duflos hat dasselbe »ach diesem odereinem ähnlichen Urbilds gestochen, dann P. A. Kilia» (wahrscheinlich nach Frey) für seine Bibel.

O. tzi? 40.

8) In Schwarzkunst geschabt von R. Earlom -772. O. !>>S 46.

9) Nach der Zeichnung von G. Faringtvn, in Schwarzkunst von V. Green 1774

»«) Gest. von W. Borne »7L7. ig" hoch, br. O. izZ.