Band 
Zweyter Theil [5].
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Zauner.

Zauner.

Zauner (Franz), Hofbildhauer fsett »796')),Professor u.Rath der Kais. Akademie der bildendenKünste zu Wien , und (seit »8v6 oder 7) an Füger'sStelle der damals die Direction der KK. Galerie er-hielt) Director der dortigen Maler- u. Bildhauerklasse,geb. zu Kreuzberg (». K. Konutzberg, a.Kauns )im deutschen Tyrol >746 oder 48. Früh zeigtesich bey ihm Lust zur Bildhauerey, die er beyeinem Vetter, der Bildhauer war, ausbildete.Der Trieb, sich zu vervollkommnen, brachte ihnnach Wien . Er kam dort 1766 an, mit wenigemGeld, aber mit dem Enthusiasmus, sich baldzu vervollkommnen. Er kam zu dem, geschick-ten Professor Schletterer, bey dem er fünf Jahrearbeitete. Jede Nebenstunde benutzte er, theilsnach der Natur, theils nach den wenigen vor-handenen Abgüssen der Antiken sich zu bilden;und so bahnte er sich, wie jedes Genie, frey vondem Zwang der Schule, seinen eigenen Weg.Die Verzierung des Gartens zu Schonbrunn führte ihn zum Hofbildhauer Bayer, für den erarbeitete. Rastloses, selbst des Nachts fortge-setztes Studium brachte ihn so weit, daß er nun-mehr wünschte, unter eigenem Namen etwasSchönes auszuführen. Die Gelegenheit fand sichbald. Es sollten Statuen zu einigen Brunnen inSchonbrunn verfertigt werden. Z. meldete sichdeswegen bey dem Kunstliebenden Fürsten Kaunitz,der ihm auftrug, binnen ib Tagen ein Modellzu einem der Brunnen zu bearbeiten. Es solltedie drey vornehmsten Oestreichischen Flüsse mitihren Attributen vorstellen. Das Modell wurdezur bestimmten Zeit fertig, erhielt allgemeinenBeyfall, und Z. führte es unter seinem Namenim Großen auS. Er erwarb sich dadurch dieGunst der Kaiserin Königin Marie Theresie, sowie des Fürsten Kaunitz, und wurde 1776 alsPensionär des Hofes nach Rom geschickt, wo ersich vier Jahre hindurch theoretisch und praktischausbildete. Eben wollte er nach Neapel reilen,als er ,781 nach Wien zu der erledigten Professurder Bildhauerkunst berufen wurde. Dort führteer daS in unbestimmter Manier ausgeartete Stu-dium der Bildhauerey auf richtigere Grundsätzezurück, die ihm die Natur, in Verbindung mitder Antike, darbot. Don eigenen Werken führteer folgende aus: Klio , die Muse der Geschichte,sitzend vorgestellt, in Carrarischen Marmor, be-saß der Fürst Kaunitz. Das Denkmahl KaisersLeopold II. in der Augustiner-Hofkirche zu Wien .Denkmahl der gräflich Friesischen Familie zu Veß-lau. Vier kolossale weibliche Kariatiden, am Por-tal des Palais des Grafen von Fries am Josephs-platz zu Wien . Zwey Brustbilder Kaisers Franz ll.Hymen, im Museum des Grafen von Fries. Diein Bronze gegossene kolossalische Bildsäule, dieKaiser Franz ll. seinem Oheim Kaiser Joseph ll.zu Ehren auf dem Josephsplatz bey der Kaiser-lichen Burg in Wien errichten lies 1807. Men-sel 111. In Ebendesselben Archiv B. I- St. 4.G. >h5. u. ff. wird dieses letztgenannte Kunstwerk(also schon i8c>5.) näher beschrieben. Eine andere(vorzüglich lesenswerthe) Beschreibung und kleineAbbildung dieser Bildsäule s. in B. Berruch'sBemerkungen auf einer Reise aus Thüringen nachWien (Hefe I. S. 87 — 101. 189 — 96.). Einedritte gab der Archivar und Custos der AkademischenBibliotheck und Kupferstichsammlung, JosephEllmauer, in einer besondern Schrift fKl. Fol.Wien 1807 und legte nun vollends eine vondem Schweitzer Jacob Merz geistreich geetzte größereAbbildung bey. AusZZertuch's Beschreibung ent-

lehnen wir hier, was folgt: »Zauner fertigtemehrere Modelle, wovon das eine den größtenBeyfall fand. Um aber sowohl von der ange-messenen Größe, als auch von der Lokalität sichvollkommen zu überzeugen, so wurde die Statuesammt dem Postamente, in kolossaler Größe aufein Tableau gezeichnet, auf dem hierzu bestimm-ten Josephs-Platz errichtet, und dem Publikum,vorzüglich aber den Kunstverständigen, zu einerfreymüthigen Beurtheilung überlassen. Es bestanddie Prüfung, wie man erwarten konnte, voll-kommen. — Professor Zauner folgte bey derAusführung des Ganzen, so wie man es jetztbey der fertigen Statue und dem Pferde im Kai-serlichen Gußhause, so wie am Piedestale auf demJosephs-Platz bewundern kann, seinen eigenenAnsichten, die in der Kunst des Metall-GusseSEpoche machen werden. Ich will sie weiter un-ten anführen. Jetzt gebe ich Ihnen zuerst einekurze Beschreibung des Monumentes, wie es auf-gerichtet erscheinen wird, und lege zur besserenVerstnnlichunq eine treue Abbildung bey. — Dasganze Monument mit dem Piedeial, hat ein«Höhe von 36 Fuß, ist /j6 Fuß lang und 07 Fußbreit. Das Pferd mißt vom Hufe bis an dieObren vierzehnthalb Fuß, die Figur des Kaisershat in sitzender Stellung gerade 11 Fuß. DerMonarch ist im Römischen Costume dargestellt,wie er als Imperator mit dem Lorbeer bekränztunter seinem Volk umher reitet, und mit derausgestreckten Rechten Aufklärung und nützlicheKenntnisse zu verbreiten sucht. Die Linke faßtden Zügel des herrlichen Pferdes, welches imkräftigen Schritt einherschreitek, mit gehobenemrechten Vorder- und linken Hinterfuß. Wennauch diese ganze Stellung an bekannte, alte eque-stre Statuen erinnert, so muß man doch demKünstler das Verdienst lassen, daß er sie seinemGegenstände glücklich anpaßte, und mit einerVollkommenheit ausführte, die mit den schönstenArbeiten des Alterthums wetteifern kann In dengroßen Formen des Ganzen ist nichts Gezwunge-nes, Steifes, was den Schein zu imponirenhätte; sondern mächtig ergreift den Belchauerdie ruhige Würde, die aus der Statue spricht.-Diese equestre Statue steht auf einem Piedestalvon grauem, sehr gleich gemischtem Granit, beyMatthausen einige Stunden von Linz gebrochen.Der sanfte, graue Ton des Granits, der vor-trefflich geschliffen ist, harmonirt zu der Bronzesehr gut, so daß auch der Eindruck des GanzenRuhe und Würde athmet. Die Statue ist soauf das Piedestal gestellt, daß sie gegen dasPalais des Grafen von Fries, dieses Freundesund eifrigen Beförderers der Künste, blickt. Ichgebe hier zur bessern Verständigung nur mit einigenLinien den Grundriß an.

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i> Wo er, nack W. Bever's Tode, diese Stelle mit dem anklebenden Gehalte, neben Beybehaltung seinerProfessur erhielt. Meusel's N- Mi«c. in. 57-.

a) Diese Beschreibung wurde des Kaisers Maj. bey der feyerlichen Aufdeckung und Einweihung übergeben.S. auch den Aufsatz: 1ll»ußur»rios «1er LiiUsLuIe I4»i«e> lösest, 11; <0 Wiea in Meusrl» Archive It-(4.) 79 — 87-