6178
Ziesenis.
des Franzofen Doucher durchschimmerte, nachwelchem er früher Vieles zeichnete, und dessenGeschmack ehemals zur Tagesordnung gehörte.Er war ein sehr feuriger Mann von vielen Kennt-nissen und tüchtigem Kunstsinn. Ueber seine Le-bensgeschichte und Schicksale pflegte er wenig zusprechen."
Ziesenis (B.). Ein solcher befand sich (fürdie Baukunst) unter den ersten 1808 ernanntenMitgliedern des neuen Kön. Holländischen Insti-tuts für die Wissenschaften und Künste. Oeffenrl.Aachr.
* — — oder Aisenis (Johann Georg),
st. zu Hannover 1777. Mensel I.II. s. v.Zisenis.Heinecke ll. 3 i. sagt von ihm (1768). »Wirhaben anjetzt wenig dergleichen geschickte Portrait-maler, sowohl in Betrachtung des glühenden Co-.orits, als auch in Absicht der edeln Stellung undschicklichen Kleidung. Kürzlich war er in Holland ,wo er den Erbsiatthalter und seine Gemahlin mei,stcrhaft schilderte." Unter den Königl.BayerschenFamilienbildniffen zu Schlersheim befinden sichvon ihm diejenigen der Pfalzgräfin von Sulzbach,Maria Francisca, Gemahlin Friedrich Michaels,Pfalzgrafen bey Rhein und Herzogs in Bayern ,lebensgroße Halbfigur, und der Maria Anna ,Tochter Pfalzgraf Friedrichs von Zweybrücken,Gemahlin Herzog Wilhelms von Bayern , kleines.Kniestück. Gestochen und geschabt haben nach ihm:Ärdell, I. G. Bodenehr, I. E. Hayd, Cl. Kohl,J.S. Negges, E. Vereist und Wille, laurerBild-
isse. Ardell z.B. dasjenige eines Prinzen vonBraunschweig - Lüneburg ; Kohl des Herzog Ferdi-nands von Braunschweig ; Vereist Gerlach Adolphsvon Münchhausen; Wille diejenigen des Kurfür-sten von der Pfalz , Carl Philipps und seinerGemahlin, u.s.f. 7175 c.
— — (Zacharias), einer der oberwähntenSöhne des vorstehnden sichern Antons um 1775zu Amsterdam geb., trat in seine Fußstapfen,und bekleidet itzt (1819.) die Stelle des verstor-benen Vaters als Stadtbildhauer zu Amsterdam .Er hat eine sehr schöne Schauspielerin geehlicht,die in tragischen Rollen ihres gleichen in Europa sucht. 71 - 50 .
— — t ). So heißt irgendwo einBildhauer zu Hanover um 17?« der danebenauch Unterricht im Zeichnen gab. Einer unsererFreunde meint: «Vielleicht ein Sohn des abge-dachten Onkels, bey welchem der Amsterdamer-Zieseius lernte." Wir sehen aber nicht, warumder Unsrige nicht jener Onkel (der unsichere alrereAnron) selber seyn konnte?
— — ( Von einem solchen lesenwir endlich ebenfalls irgendwo mit (wahrschein-lich ungerechtem) Spaße: ,, Derselbe fertigte auchaus Papier und Carton Wandleuchter, Uhren-gehause, Consolen u.d.gl. welche — bey Feuers-brunnsten vortreffliche Dienste leisteten. Wir möch-ten Niemandem Unrecht thun. Auf alle Fallescheint uns doch solche Notiz auf keinen der vor-gebuchten Künstler dieses Geschlechts zu passen').
* — — ( ). Des obigen Johann
Georgs Tochter, deren im Lex. im Art. ihresVaters kürzlich gedacht wird. Heineccke II. 3 s.sagt von ihr srM.). »Sie copirt nicht nurPor-
Zika.
Iraits nach ihrem Vater, sondern wir habenauch die Fingara des Correggio in der Größeeines Quartblatls auf Elfenbein von ihr wunder-schön gemalt gesehen." Noch andcrwerts heißtes kurz: »Sie malt meisterhafte Bildnisse, undwar unter dem Namen Frau Lampe bekannt." 7 l-§c.Ein solches (ihr eigenes) sandte sie 1780 aufdie Ausstellung zu Cassel. Mensel Misc.XXIV. 349.
Fierelmann (Joachim Ludwig), kommt179h und i8vo als Assessor bey dem Königl. Bau-departement zu Berlin vor, und igoZ als Kriegs-Domainen- und Baurath zu Stettin . Einer, ganzgleichen Namens, Assessor und Professor (wirwissen nicht ob der Unsere?) lehrte i 8 o 5 Statikund Hydrostatik an der Bauakademie zu Berlin .
*Zifrondr, Erfrondi od. Scifrondi(Anton), welcher im Lex. unter dieser letztem Ru-brick, und als der zweyte dieses Namens erscheint,geb. 1657. (Lcl.rerr:.) III. 276. nennt ihn
den letzten Bcrgamascer-Maler von Bedeutung,so wie Anton Pellegrini seinen Zeitgenossen, mitdem er viel Aehnlichkeit hatte, bey ihm der letztePaduaner heißt. Beyde besaßen ein anerbornesTalent für die Kunst, fruchtbare Phantasie fürgroße Comvositionen, Leichtigkeit des Pinsels, undeine Fertigkeit, welche so weit ging, daß sie bis-weilen ein Bild in zwey Stunden zu fertigen ver-mochten. Der Unsere war nach Frankreich gegan-gen, wo er aber sein Glück nicht fand, unddaher ins Vaterland zurückkehrte, und für solcheKirchen malte, wo man Vieles, aber wenig Gu-tes findet. Eine Verkündigung zu St. Spiritodürfte zu seinem Beßten gehören, so wie hinge-gen Lanzi gleich daneben drey andere Bilder vonseiner Hand zu finden glaubte, die nicht vernach-laßigter seyn könnten. Daß die wettere pitto-ricke seiner mehr als einmal mit Ruhm geden-ken, beweis'! eben nur Weniges für ihn.
Zrger (P.), ein Kupferstecher zu Nürnberg ,der uns einzig durch sein mit ?. 2. bezeichnetes,also wohl durch ihn selbst gefertigtes Bildniß be-kannt ist.
Zignano (Franz). Von einem neuern Ma-ler dieses Namens sieht man im Saal der Akade-mie der Schönen Künste zu Genua ein Gemald,das die Dido nach der Stelle der Aeneis vorstellt:Lonscenäit kuribunäa ro^os, ensomgue reclu-öit varcisnium; ein sehr ausdruckvolles Bild,welches allgemeinen Beyfall fand.
* Zrg 0 lr ( ). In der Furtenbach'rscherr
Kunstkammer zu Ulm fand ^ich: » Ein von eisernStängelin (jedes derselben ist 1^, Schuh langund 4/2 Sch. hoch) wie ein Winkelhacken da stehen-des, prospectivifches Instrument des vortreff-lichen Malers Zigoli di Florenza Jnvention."(Furrenbach's) Arckitecmra privurs Augsb.164». Fol. G. 4». Es ist jedoch ersichtlich, daßhierunter Ludrv. Card» genannt Ligolr des Lex.zu verstehen sey.
Zlher-ofer (Andreas), ein Kupferstecher,s. oben Zierhofer.
Z ika (Joseph). So heißt irgendwo ein Bau-meister zu Prag um 180s. Auch Meusel III.
1) Was uns das Auseinandersetzen, vielleicht gar das — Verwirren derselben für Mühe gekostet» bleibt,wie so Vieles, in Petto! — Ganz neuerlich erschien wieder einer als ein ausgezeichneter Künstler diesesGeschlechts (in welcher Gattung erinnern wir uns nicht mehr) zu Paris . Wahrscheinlich ist derselbe keinanderer als der oben angeführte L. Zieseni», und einer der ebenfalls oben erwähnten Söhne AntonZikseni« des jünger».