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Zucchero.
Friedrich Barbarossa zu den Füßen des Papstes,und sonst noch viel Anderes malte, was ihmgroßen Ruf erwarb."' Zu London arbeitete er1 H 74 . Dort sah man von ihm z. B. eine Kopievon Holbein's Triumph des Reichthums und derArmuth, wovon das Urbild späterhin in demgroßen Brande von ikV6 zugrundging; und dieNachzeichnungen desUnftigen, welche flch (iöv8noch) im Besitze des H. Georg Wilhelm Fleischmannbefanden, von dem H. von Mechel gestochen sind.Allein in diesen Blattern erscheinen die Figuren vielzu zierlich, und haben durchaus nichts von Holbein'sCharakter *). Hiernachst malte Friedrich inEngland Mancherlei für die Königin Elisabeth;neben andern ihr Bildniß. und das der »»glück-lichen Maria von Schottland . « Elisabeth " (heißtes bey Fiorillo V. 2Z7. ), „die bekanntlich eineGarderobe von 4000 Kleidern hinterließ, nahmzuweilen das Kostüme einer fremden Nation an,und hat sich von Zucchero in einem sehr aben-theuerlichen Gewand, das mit der persischen Klei-dertrachk Aebnlichkeit haben soll, malen lassen.Das Bild ezcistirt noch gegenwärtig in Kensinglon.Man sieht darauf die Königin in einem Walde,und einen Hirsch. An den Bäumen sind einigeVerse geschrieben, die von Spenser herrührensollen; allein eS ist sehr wahrscheinlich, daß siedie Köniain selbst in einer ihrer melancholischenStunden aufgesetzt hat Sie find sehr dunkel,und waren vielleicht nur wenigen Personen ver-ständlich 2 ); auch haben sie mit den wenigenProben der Poesie der Königin bey Hertzner Aehn-lichkeit 5-." „Zucchero" (liest man dann l. c.weiter) „beschäftigte sich überhaupt während sei-nes Aufenthaltes in England größrentheils mit demBildniß, weil (eine historischen Stücke eben kei-nen Beyfall fanden, und die Kirchen und geist-ichen Stiftungen den Malern keine Gelegenheitmehr darboten, ihre Kunst zu zeigen. Außerdemsoll er selbst einen tiefen Haß gegen die neueLehre in England gehabt haben ", was uns einenneuen Zug von der — Tinktur seines Geistes giebt.Mittlerweile hatte sich der Papst mit ihm ausge-söhnt. und er ging nach Rom zurück, um dasangefangene Werk in der Paulina zu vollenden„Dasselbe" (sagt Lanzr l. 0 .) „war wohl seinBeßres, was er zu Rom ohne Beystand sei-nes Bruders gemalt. Auch seinem Hauptaltar-blatt zu St. Lorenzo in Damaso, demjenigen degliAngeli al Giesu, und einigen andern in verschie-denen Kirchen zu Rom , gebricht es nicht an ver-dienst Auf Monte Pincio baute er sich ein Haus,und zierte es mit seinen al Fresco's: Es warenFamilien-Bildnisse, Conversationsstücke, und sonstallerlei seltsames Zeug, das er darin mit Hülfeseiner Schüler ausführte, und sich hier ganz beson-ders als ein gemeiner Maler, und ächtes Ober-haupt einer — sinkenden Schule bewährte. ' —
Zucchero.
Wann er eigentlich <), auf Einladung Philipp II. nach Spanien gegangen sey, ist uns unbekannt.So viel ist gewiß, daß er am Madrider-Hofenicht gefiel, leine Arbeit im Eskurial späterhinauSgestrichen, von Pellearin Tibaldi ersetzt, undder Unsrige mit einem hübschen Jahrgelde zurück-geschickt wurde Eine andere Reise unternahm ergegen End seines Lebens, durchrannte die vor-nehmsten Städte Italiens , und hinterließ überall,was man von ihm haben wollte. Iu seinemBeßten gehört eine Himmelfahrt Maria in einemOratorio zu Rimini , mit seinem Namen bezeich-net , und Ebendaselbst in St. Maria in Acumine derTod der H. Jungfrau mit Aposteln umgeben,die, gegen seine Gewohnheit, wohl gedacht sind.Einfach und graziös ist hienächst ein Kind, in derKrippe im Dome zu Foligno , und zwey Geschieh-ten aus dem Leben Mariens, die er in einer Ka-pelle zu Loretto für den Herzog von Urbino malte.Dann besitzen von ihm die Cisterzienser zu Mai-land in ihrem Büchersaal zwey große Bilder vomSchneewunder (?), mit einer Menge Figuren,lebhaften Köpfen nach seiner Gewohnheit, undvon mannigfaltiger, wohlerhaltener Färbung.Ferner hat daS Collegio Borromäv zu Pavia vonihm einen Salon mit einigen Geschichten diese-Heiligen in .vresco gemalt Das Beßte daruntevist die Darstellung, wo St. Carl in seiner Einsam-keit betet; Anderes, wie daS Consistorium, woer den rothen Hnt empfangt, und die Pest zuMailand , wären — ohne den Ueberfluß der Figu-ren , auch nicht übel. Dann ging er nach Venedig zurück, und fand dort seine frühere Bilder —nicht von der Zeit, aber von einer wegw rfendenKritick des Boschini so mitgenommen, daß ersolche aufs neue überarbeiten, und in rei ms-morlam selbst darüber die Worte schrieb:Feüe-'icr»f. ^n. 8sl. i 58 - 2 . perf. an. 160Z.Wirklich gehört es zu seinem Bessern. Zanerrknennt es reichhaltig (c:opio8o), schön, und wohlerhalten. In 1607 befand er sich in Turin ,malte dort für die Jesuiten einen St. Paul, undfür den Herzog Carl Emanuel fing er an, eineGalerie zu verzieren, die aber nicht von ihm been-digt wurde. Dort war es auch. wo er seineI6en 6s' pittcrri. 8cuitori e Hrclntstti 2.1'om.4° 607 . r) aus Licht gab, und solche dem herzogzueignete. Dann ging er in die Lombardie zurück,und gab dort zu ein Paar andern SchriftenGelegenheit, wovon die eine zum Titel führte:k.» üimora 6i pnrmn 6sl 8iZn. Osv. /ecke-'rFo^r-rca-'c»,' die andere: ll passsAio per Itsliacollg üimora 6i?arms 6el äi^n Ln v./^ckeEo
^«ccaro. Beyde gedr. zu Bologna i6c,8, ö).Im ff. Jahr, alü er eben in sein Vaterland zurück-kehren wollte, erkrankte er zu Ancona , und st. da-selbst ?). Baglionk war ein besonders großerBewunderer seiner Verdienste, die sich namentlich
1) fiiovillo v. 206. Eine andere Arbeit Holbein's, deren Sandrart gedenkt, war das Bildniß einer Dame,in schwarzen und weißen Sammt gekleidet, einst im Cabinet Peinbrvcke. »Auch dieses" (heißt es I. -.)„erregte Zucchero's Bewunderuung" (das wäre!) »so, daß er es selbst den Meisterstücken Maphael'Sgleich schätzte."
s) S. p. ,,r.
A) S. lriaersriuin , die Englische Ausgabe p. 66. -9-
ß) Wohl gegen End des XVI. Jahrhunderts.
2 ) So rubrizirl das Werk von Murr i« seiner Bibliothek S. ,96. Wie konnte «S aber zwey Quattbändefüllen, da es in den piuoriove r. VI. S zz —»99. vollständig wieder abgedruckt ist?
6 ) So selten, daß wir solche jüngsthin nur in schriftlicher Kopie aus Mailand erhalten konnte».
7 )
Ueber seine eigentliche Lebensdauer sind die Angaben verschieden.
P. Kesta setzt solche
von
> 54 » —
1609.
69 I-
d'Argrnsvllle . .
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1609.
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So auch das Ler.